Als an der mittleren Nahe in den 1970er Jahren der Ausverkauf drohte, übernahm ein junger Winzer mutig eine Steillage nach der anderen, Parzellen, die kaum jemand mehr für wirtschaftlich bewirtschaftbar hielt. Aus dieser Beharrlichkeit entstand eines der weltweit angesehensten Riesling-Weingüter überhaupt.
Auf einen Blick
Das Weingut Dönnhoff liegt in Oberhausen an der Nahe im gleichnamigen deutschen Anbaugebiet und blickt auf eine Familientradition zurück, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts reicht, mit einer ersten urkundlichen Erwähnung des Familiennamens aus dem Jahr 1761. Den Grundstein für den heutigen Ruf legte Hermann Dönnhoff senior, der bereits in den 1920er Jahren begann, seine Weine eigenständig unter Lagennamen abzufüllen. 1971 übernahm Helmut Dönnhoff mit 22 Jahren den elterlichen Betrieb und baute ihn in den folgenden Jahrzehnten von rund 3,5 auf heute 28 Hektar aus, indem er gezielt aufgegebene oder vernachlässigte Steillagenparzellen zurückkaufte. Seit 2007 ist sein Sohn Cornelius Dönnhoff, vierte Generation der Familie, für den Keller verantwortlich und führt den Betrieb heute gemeinsam mit seiner Frau Anne sowie in enger Partnerschaft mit Vater Helmut weiter. Das Weingut bewirtschaftet 9 VDP.Grosse Lagen in 6 Dörfern zwischen Bad Kreuznach und Schlossböckelheim, mit einem Rebsortenanteil von rund 80 Prozent Riesling und 20 Prozent Weiß- und Grauburgunder, und ist seit 1991 Mitglied im VDP.
Eine Familiengeschichte über 250 Jahre
Die Dönnhoffs sind seit rund 250 Jahren in Oberhausen an der Nahe ansässig, ursprünglich als klassischer landwirtschaftlicher Mischbetrieb mit Viehhaltung und Gemüsegärten, ergänzt durch etwas Weinbau. Hermann Dönnhoff senior (1880–1953) entwickelte eine tiefe Leidenschaft für Riesling und legte großen Wert auf die Weinbereitung sowie den gezielten Zukauf bester Lagen in der Umgebung, wobei er als für seine Zeit visionär galt, indem er bereits in den 1920er Jahren Flaschenweine unter Lagennamen verkaufte. 1953 wurde das Weingut mit dem Staatsehrenpreis ausgezeichnet. Sein Sohn Hermann Dönnhoff junior (1916–1991) führte diese Tradition fort, baute 1936 ein erstes Kelterhaus und bepflanzte die heute legendäre Monopollage Oberhäuser Brücke. Der eigentliche internationale Aufstieg begann 1971, als Helmut Dönnhoff mit gerade einmal 22 Jahren seinen ersten eigenen Jahrgang vinifizierte und den Betrieb in den folgenden Jahrzehnten Stück für Stück durch den Erwerb von Filetlagen im damals noch unterschätzten Nahetal erweiterte, darunter Parzelle um Parzelle in seiner Paradelage Niederhäuser Hermannshöhle sowie verwilderte Steilterrassen im Norheimer Dellchen, die er wieder zu weinbaulichem Glanz zurückführte. Sein bekannter Ausspruch "Meine Weinberge sind wie meine Kinder" verdeutlicht den Stellenwert penibler Weinbergsarbeit für sein Schaffen. Seit 2007 ist sein Sohn Cornelius Dönnhoff, ausgebildet und mit mehreren Auslandsaufenthalten, für den Keller verantwortlich und führt den Betrieb heute als vierte Generation gemeinsam mit seinem Vater weiter, wobei beide dieselbe Grundüberzeugung teilen: "Das ganze Ding muss klingen."
Die Lage und das Terroir
Die Weinberge von Dönnhoff erstrecken sich über 9 VDP.Grosse Lagen in 6 Dörfern entlang der mittleren Nahe, von Bad Kreuznach über Norheim, Oberhausen und Niederhausen bis nach Schlossböckelheim, einer landschaftlich äußerst reizvollen Talregion, die für ihre außergewöhnliche geologische Vielfalt bekannt ist: vulkanischer Porphyr, grauer und verwitterter Schiefer, Sandstein, Lehm und Quarzit wechseln sich hier oft im Abstand weniger Meter ab. Die Niederhäuser Hermannshöhle, benannt nach dem römischen Gott Hermes und einem kleinen Bergwerksstollen im Weinberg, gilt seit über 100 Jahren als die höchstbewertete Lage der gesamten Nahe, eine reine Südlage in 130 bis 175 Metern Höhe mit schwarzgrauem Schiefer, durchzogen von vulkanischem Eruptivgestein, Porphyr und Kalkstein, bestockt mit bis zu 65 Jahre alten Rebstöcken auf 40 bis 60 Prozent Hangneigung. Die Oberhäuser Brücke, mit nur 1,1 Hektar eine Alleinbesitz-Monopollage unmittelbar an der historischen Sandsteinbrücke zwischen Oberhausen und Niederhausen aus dem Jahr 1889 gelegen, besteht aus grauem Schiefer mit Löss-Lehm-Auflage und bietet durch die großen Temperaturschwankungen ideale Bedingungen sowohl für wild-exotische trockene Weine als auch für Eiswein. Der Norheimer Dellchen präsentiert sich als steile, terrassierte Mulde aus vulkanischem Porphyr und Schiefer, während der Schlossböckelheimer Felsenberg mit seinem markanten Türmchen inmitten der Reben eines der letzten großen Filetstücke war, das Helmut Dönnhoff erst spät im Lauf seiner Laufbahn erwerben konnte.
Das Sortiment
Rund 80 Prozent der Rebfläche sind mit Riesling bestockt, die verbleibenden 20 Prozent verteilen sich auf Weißburgunder und Grauburgunder, die Cornelius Dönnhoff nach eigener Aussage ebenfalls sehr ernst nimmt. Wer das Weingut und seinen Stil kennenlernen möchte, dem empfiehlt die Familie selbst den Tonschiefer Riesling als zugänglichen Einstieg mit deutlichem Terroirbezug. Die Spitze des Sortiments bilden die Grossen Gewächse aus den 9 klassifizierten Lagen, allen voran das Grosse Gewächs aus der Hermannshöhle, mit dem das Weingut bereits 4 Mal den Deutschen Riesling Cup gewann, ein Wein von außergewöhnlicher Komplexität, Kraft, Eleganz und Lagerfähigkeit. Neben den trockenen Grossen Gewächsen zählen auch die edelsüßen Prädikatsweine aus der Oberhäuser Brücke zu den international bekanntesten Weinen des Hauses, mit Honig-, Steinobst- und elektrisierenden Säurenoten, die über 2 Jahrzehnte und länger reifen können. Dönnhoff zählt zudem zu nur 3 deutschen Weingütern, die von Robert Parkers Wine Advocate für ihren Riesling-Eiswein die Höchstwertung von 100 Punkten erhielten, verliehen an mehrere Jahrgänge. Im Keller wird durchweg mit spontanen, weinbergseigenen Hefen vergoren, in traditionellen 1.200-Liter-Stückfässern, 2.400-Liter-Doppelstücken oder Edelstahl, wobei die Wahl des Gefäßes stets nach Geschmack und nicht nach verfügbarer Kapazität getroffen wird.
Häufig gestellte Fragen zum Weingut Dönnhoff
Wo liegt das Weingut Dönnhoff? Das Weingut liegt in Oberhausen an der Nahe im gleichnamigen deutschen Anbaugebiet, im Tal zwischen Niederhausen und Schlossböckelheim.
Seit wann besteht das Weingut? Die Familie Dönnhoff ist seit rund 250 Jahren in Oberhausen ansässig, mit einer ersten urkundlichen Erwähnung aus dem Jahr 1761.
Wer führt das Weingut heute? Cornelius Dönnhoff verantwortet seit 2007 den Keller und führt den Betrieb als vierte Generation gemeinsam mit seiner Frau Anne sowie in enger Partnerschaft mit seinem Vater Helmut Dönnhoff.
Welches ist die bedeutendste Lage des Weinguts? Die Niederhäuser Hermannshöhle gilt seit über 100 Jahren als die höchstbewertete Lage der gesamten Nahe und brachte dem Weingut bereits 4 Mal den Deutschen Riesling Cup ein.
Was ist die Oberhäuser Brücke? Die Oberhäuser Brücke ist eine nur 1,1 Hektar große Alleinbesitz-Monopollage direkt an der historischen Brücke zwischen Oberhausen und Niederhausen, bekannt für wild-exotische trockene Weine sowie hervorragenden Eiswein.
Welche Rebsorten dominieren das Sortiment? Rund 80 Prozent der Rebfläche sind mit Riesling bestockt, die übrigen 20 Prozent mit Weißburgunder und Grauburgunder.