Kategorie: Finca Villacreces

Der berühmte Nachbar von Vega Sicilia

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Ein mittelalterliches Kloster, ein Marqués mit Wasserrechten am Duero, ein Garagenprojekt namens Pingus und schließlich eine Rioja-Familie mit Restauranterfahrung: Kaum ein Weingut der Ribera del Duero kann eine so wechselvolle Geschichte vorweisen wie Finca Villacreces, direkte Nachbarparzelle des legendären Vega Sicilia.

Auf einen Blick

Finca Villacreces ist ein Weingut in Quintanilla de Onésimo in der Provinz Valladolid, unmittelbar an der sogenannten Golden Mile der Ribera del Duero gelegen, direkt angrenzend an das legendäre Weingut Vega Sicilia. Schriftliche Belege zufolge wurden die ersten Reben auf dem Anwesen bereits im 13. Jahrhundert gepflanzt, im 14. Jahrhundert leitete der Franziskanermönch Pedro de Villacreces das Anwesen, das dem Weingut bis heute seinen Namen gibt, bevor es zu einem Kloster wurde. Nach der Kirchenenteignung im Zuge der Mendizábal-Reform im 19. Jahrhundert ging der Besitz an den Marqués von Alonso-Pesquera über, Anfang des 20. Jahrhunderts erwarb die Familie Cuadrado aus Valladolid das Anwesen und nutzte es zunächst überwiegend landwirtschaftlich und als Freizeitresidenz. 2003/2004 übernahm schließlich die Unternehmerfamilie Antón, bekannt durch die Weingüter Izadi in der Rioja und Vetus in Toro, das rund 110 Hektar große Anwesen mit 64 Hektar Rebfläche. Angebaut wird überwiegend Tempranillo, ergänzt durch Cabernet Sauvignon und Merlot.

Eine wechselvolle Geschichte

Die Geschichte von Finca Villacreces reicht weit über den eigentlichen Weinbau hinaus: Schriftliche Aufzeichnungen belegen erste Rebpflanzungen auf dem Anwesen bereits im 13. Jahrhundert, im darauffolgenden Jahrhundert wurde das Gut vom Franziskanermönch Pedro de Villacreces geleitet und entwickelte sich aufgrund seiner idealen Bedingungen für Gebet und Rückzug später zu einem Kloster. Mit der Mendizábal-Reform, der Enteignung und Verstaatlichung kirchlichen Besitzes im 19. Jahrhundert, gelangte das Anwesen in Privatbesitz und ging an den Marqués Teodosio Alonso-Pesquera, Senator unter König Alfonso XIII., der sich kurz darauf sogar eine königliche Konzession über die Wasserrechte am Duero sicherte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erwarb die wohlhabende Familie Cuadrado aus Valladolid das Gut und nutzte es über Jahrzehnte für landwirtschaftliche Zwecke sowie als Ort für Erholung und Gästeempfänge, in den frühen 1970er Jahren wurden rund 40 Hektar neue Rebfläche angelegt. Bekannt wurde das Weingut international vor allem durch den dänischen Winzer Peter Sisseck, der bereits Ende der 1980er Jahre in einer Garage in Quintanilla de Onésimo mit der Produktion seines Kultweins Pingus begann und dabei zunächst auch Trauben von Villacreces für seinen Flor de Pingus verwendete, wodurch das Anwesen erstmals internationale Aufmerksamkeit erlangte. 2003/2004 erwarb schließlich die Familie Antón, die bereits mit den Weingütern Izadi in der Rioja und Vetus in Toro erfolgreich war, das Anwesen von der Familie Cuadrado, die sich zu diesem Zeitpunkt aus dem Weingeschäft zurückziehen wollte, und investierte in die umfassende Revitalisierung von Weinberg und Kellerei.

Die Lage und das Terroir

Finca Villacreces liegt in Quintanilla de Onésimo entlang der berühmten N-122, der sogenannten Golden Mile der Ribera del Duero, wo sich einige der prestigeträchtigsten Weingüter der Region aneinanderreihen. Das rund 110 Hektar große Anwesen, zu dem auch ein rund 200 Jahre alter Wald zählt, umfasst 64 Hektar Rebfläche in unmittelbarer Nachbarschaft zu Vega Sicilia, historisch dem berühmtesten Weingut der gesamten Region. Die Lage in der alluvialen Ebene des Duero, mit vergleichsweise oberflächennahem Grundwasser, bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich: Einerseits sorgt die Nähe zum Fluss für gute Wasserversorgung, andererseits macht sie die Rebflächen anfälliger für frühe Fröste als höher gelegene Parzellen der Region. Diese besonderen klimatischen Bedingungen tragen zum charakteristischen Profil der Weine bei, das sich durch eine für die Ribera del Duero ungewöhnliche Frische und lebendige Säure auszeichnet.

Das Sortiment

Der namensgebende Wein Finca Villacreces bildet das Flaggschiff des Hauses, eine Assemblage überwiegend aus Tempranillo, ergänzt durch Cabernet Sauvignon und Merlot zu etwa gleichen Teilen, die nach der malolaktischen Gärung rund 14 Monate in neuer französischer Eiche reift. Der Wein zeigt eine tiefe, gesättigte purpurne Farbe sowie ein Aromenspektrum aus schwarzer Johannisbeere, weißer Schokolade, Himbeere und einer feinen Bleistiftnote, getragen von vollmundiger Fülle und einer für die Region bemerkenswert reinen, eleganten Struktur mit gutem Alterungspotenzial über ein Jahrzehnt oder länger. Neben dem Hauptwein produziert das Weingut mit Pruno einen zugänglicheren, überwiegend aus Tempranillo gekelterten Zweitwein für den früheren Genuss. Als Spitzencuvée gilt Nebro, benannt nach dem keltiberischen Wort für Duero, ein besonders selektiver, aus den ältesten Parzellen des Anwesens gekelterter Wein mit außergewöhnlicher Konzentration und Reifepotenzial. Der internationale Vertrieb der Weine profitiert dabei bis heute vom Renommee, das sich das Anwesen durch seine Nachbarschaft zu Vega Sicilia sowie die frühe Verbindung zu Peter Sisseck und seinem Kultwein Pingus erarbeitet hat.

Häufig gestellte Fragen zu Finca Villacreces

Wo liegt das Weingut Finca Villacreces? Das Weingut liegt in Quintanilla de Onésimo in der Provinz Valladolid, an der sogenannten Golden Mile der Ribera del Duero, direkt angrenzend an Vega Sicilia.

Woher stammt der Name Villacreces? Der Name geht auf den Franziskanermönch Pedro de Villacreces zurück, der das Anwesen im 14. Jahrhundert leitete, bevor es zu einem Kloster wurde.

Wer besitzt das Weingut heute? Seit 2003/2004 gehört Finca Villacreces der Unternehmerfamilie Antón, die bereits die Weingüter Izadi in der Rioja und Vetus in Toro erfolgreich aufgebaut hatte.

Welche Verbindung besteht zu Peter Sisseck und Pingus? Peter Sisseck nutzte in den Anfangsjahren seines Kultweins Pingus zeitweise Trauben und Kellerräume von Villacreces für seinen Zweitwein Flor de Pingus, wodurch das Anwesen internationale Bekanntheit erlangte.

Welche Rebsorten werden bei Finca Villacreces angebaut? Im Zentrum steht Tempranillo, ergänzt durch Cabernet Sauvignon und Merlot, die dem Hauptwein zusätzliche Struktur und Frische verleihen.

Was ist der Nebro? Nebro, benannt nach dem keltiberischen Wort für den Fluss Duero, ist die Spitzencuvée des Hauses, gekeltert aus den ältesten Parzellen des Anwesens mit besonderer Konzentration und langem Reifepotenzial.

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