Nur 2 Weine, ein winziges Kellergebäude direkt neben der großen Schwesterbodega, und trotzdem gehört Bodegas El Nido zu den international meistdiskutierten Weingütern Spaniens. Der Grund: uralter Monastrell, ein australischer Starwinzer und eine kompromisslose Mengenreduktion.
Auf einen Blick
Bodegas El Nido ist ein kleines Weingut im Valle de la Aragona, rund 10 Kilometer nördlich der Stadt Jumilla im äußersten Südosten Spaniens, in der höchstgelegenen Zone des Gemeindegebiets. Das Projekt entstand 2001 aus einer Kooperation zwischen der Familie Gil, bekannt durch Bodegas Juan Gil, und dem australischen Önologen Chris Ringland, einem der renommiertesten Weinmacher Australiens und früheren Kellermeister bei Rockford im Barossa Valley, mitunterstützt vom amerikanischen Spanien-Importeur Jorge Ordóñez. Der erste kommerziell vermarktete Jahrgang war 2002, unter den beiden bis heute einzigen Marken des Hauses: El Nido und Clio. Die Weinberge liegen zwischen 700 und 850 Metern Höhe auf kalkhaltigen, steinigen Böden über sandigem Untergrund und umfassen rund 32 Hektar teils fast hundertjähriger Monastrell-Reben, ergänzt durch 12 Hektar Cabernet Sauvignon und knapp 2 Hektar Syrah. Die Jahresproduktion bleibt bewusst klein und beschränkt sich auf wenige tausend Kisten aus den ertragsärmsten Parzellen der Region.
Herkunft und Idee
Bodegas El Nido entstand als Vision weniger Beteiligter, die in der Monastrell-Traube von Jumilla ein bislang ungenutztes Potenzial für internationale Spitzenweine erkannten. 2001 schlossen die Familie Gil Vera, die im selben Jahr auch Bodegas Juan Gil gründete, und der australische Önologe Chris Ringland eine Kooperationsvereinbarung, um aus den besten, ertragsärmsten Parzellen der Region ein kompromissloses Kleinstprojekt aufzubauen. Ringland, der sich zuvor bereits mit gefeiertem alten Barossa-Shiraz international einen Namen gemacht hatte, brachte dabei seine Erfahrung im Umgang mit uralten, niedrig tragenden Rebstöcken ein, eine Handschrift, die er nun auf die historischen Monastrell-Bestände nördlich von Jumilla übertrug. Bereits mit dem ersten kommerziellen Jahrgang 2002 unter den Namen El Nido und Clio gelang dem kleinen Betrieb, direkt neben der größeren Schwesterbodega Juan Gil gelegen, sowohl bei Publikum als auch bei internationalen Kritikern rasch Anerkennung, ein bemerkenswerter Erfolg für ein Projekt, das von Beginn an auf nur 2 Weine und eine radikal begrenzte Produktionsmenge setzte.
Terroir und Rebsorten
Die Weinberge von Bodegas El Nido liegen im Valle de la Aragona in einer Zone, die aufgrund ihrer besonders hohen Lage innerhalb des Gemeindegebiets von Jumilla als "oberer Rand" bezeichnet wird, auf Höhen zwischen 700 und 850 Metern über dem Meeresspiegel. Die Böden bestehen aus einer sandig-kalkhaltigen Basis, überzogen von einer besonders steinigen Oberfläche, darunter eine 30 bis 40 Zentimeter tiefe Schicht aus grobem Kalkgestein mittlerer Konsistenz, unter der die Rebwurzeln in sandigem Untergrund weit in die Tiefe reichen können. Mit rund 32 Hektar bildet die autochthone Rebsorte Monastrell, in Frankreich als Mourvèdre bekannt, das mengenmäßige Rückgrat der Anbaufläche, bestockt mit teils fast hundertjährigen, in der traditionellen Buscherziehung wachsenden Rebstöcken auf nordöstlich ausgerichteten Parzellen. Ergänzt wird sie durch rund 12 Hektar 30 Jahre alten Cabernet Sauvignon sowie knapp 2 Hektar Syrah, beide auf sanften, nach Norden ausgerichteten Hügeln gepflanzt. Die konsequente Kombination aus sehr alten Rebstöcken und ultramoderner Vinifikationstechnik sowie bewusst niedrig gehaltenen Erträgen bildet die Grundlage für die konzentrierten, fruchtbetonten und dennoch balancierten Terroirweine des Hauses.
Das Sortiment
Bodegas El Nido produziert bewusst nur 2 Weine: Clio und El Nido, beide aus handgelesenen, in kleinen Körben gesammelten Trauben, um Druckstellen zu vermeiden, wobei ausschließlich die besten Traubenbüschel selektiert werden. Clio besteht aus rund 60 bis 70 Prozent Monastrell, abgerundet durch Anteile von Cabernet Sauvignon und Syrah, und reift nach der Gärung im Edelstahltank rund 24 Monate in einer vielfältigen Auswahl neuer amerikanischer und französischer Eichenfässer, bevor er vor der Freigabe zusätzlich ein Jahr in der Flasche reift. Der Wein zeigt sich dabei mit dichter, undurchsichtiger purpurner Farbe und einem ausdrucksstarken Bukett von geröstetem Brot, Wacholder, Mineralität sowie Heidelbeer- und Brombeernoten, getragen von samtigen Tanninen und einer würzigen, langanhaltenden Länge, die mit zunehmender Reife noch gewinnt. Clio wurde in 13 aufeinanderfolgenden Jahrgängen von der internationalen Kritik durchgehend mit 91 bis 97 Punkten bewertet, ein bemerkenswerter Beleg für die Konstanz der Qualität. Der namensgebende Spitzenwein El Nido, aus einer noch strengeren Selektion der ältesten Monastrell- und Cabernet-Sauvignon-Parzellen gekeltert, gilt als das Flaggschiff des Hauses und zählt regelmäßig zu den höchstbewerteten Rotweinen Spaniens überhaupt.
Häufig gestellte Fragen zu El Nido
Wo liegt die Bodega El Nido? Die Bodega liegt im Valle de la Aragona, rund 10 Kilometer nördlich der Stadt Jumilla im äußersten Südosten Spaniens, in der höchstgelegenen Zone der Gemeinde.
Wer steht hinter Bodegas El Nido? Das Projekt entstand 2001 aus einer Kooperation zwischen der Familie Gil, bekannt durch Bodegas Juan Gil, und dem australischen Önologen Chris Ringland.
Welche Weine produziert Bodegas El Nido? Das Weingut produziert bewusst nur 2 Weine, Clio und El Nido, beide aus überwiegend alten Monastrell-Reben mit Anteilen von Cabernet Sauvignon und Syrah.
Wie alt sind die Rebstöcke von El Nido? Ein Großteil der rund 32 Hektar Monastrell-Fläche besteht aus teils fast hundertjährigen Rebstöcken in traditioneller Buscherziehung.
Was ist Monastrell? Monastrell ist eine autochthone spanische Rotweinrebsorte, die in Frankreich als Mourvèdre bekannt ist und in der Region Jumilla ihre historische Heimat hat.
Wie wird Clio ausgebaut? Nach der Gärung im Edelstahltank reift Clio rund 24 Monate in einer Mischung aus neuen amerikanischen und französischen Eichenfässern, gefolgt von etwa einem weiteren Jahr Flaschenreife vor der Freigabe.