Cara Nord bedeutet auf Katalanisch "Nordwand" und ist damit Programm: An der schattigen, kühlen Seite des Prades-Gebirges entstehen Weine, die mit der Höhe und nicht gegen sie arbeiten, ein Projekt von Tomàs Cusiné, einem der bekanntesten katalanischen Winzer seiner Generation.
Auf einen Blick
Cara Nord Celler ist ein Weingut in der DO Conca de Barberà, gelegen an der Nordseite des Prades-Gebirges nahe dem historischen Kloster Poblet in Katalonien. Das Projekt wurde 2012 vom Winzer und Önologen Tomàs Cusiné initiiert, der die Region seit Langem kennt und ihr Potenzial für Höhenweinbau erkannte, jene Bergkette, die neben Conca de Barberà auch die renommierten Herkunftsbezeichnungen DO Priorat, DO Montsant und DO Costers del Segre hervorbringt. Die Weinberge liegen in bis zu 800 Metern Höhe auf kargen, steinigen Schieferböden, geprägt vom Zusammenspiel der beiden vorherrschenden Winde Marinada und Ponent, die für ein ungewöhnlich frisches Mikroklima sorgen. Cara Nord gehört zur Weingutsgruppe von Tomàs Cusiné, gemeinsam mit den Häusern Castell del Remei, Cérvoles Celler und dem eigenen Namensweingut Tomàs Cusiné. Die Erträge der Rebflächen sind mit durchschnittlich rund 2.500 Kilogramm pro Hektar bewusst niedrig gehalten, was aromatisch konzentrierte Trauben hervorbringt. Favino.de führt Weine von Cara Nord aus dem Prades-Gebirge im Sortiment.
Herkunft und Idee
Die Winzer hinter Cara Nord, allen voran Eigentümer und Rebbergverantwortlicher Tomàs Cusiné, kannten die Nordseite der Sierra de Prades bereits seit Langem, ein Gebiet, das aufgrund seiner geologischen Besonderheiten offiziell als Zone von großem geologischem Interesse eingestuft und durch den Naturpark des Waldes von Poblet geschützt wird. Aus Erfahrung wussten sie um das Potenzial der Trauben aus dem Prades-Gebirge, das mit der Exzellenz der DO Priorat, der Verlässlichkeit der DO Montsant und der Kreativität der DO Costers del Segre gleich 3 renommierte Herkunftsbezeichnungen aus demselben Gebirgszug hervorbringt. Ihr besonderes Interesse galt jedoch der vierten, deutlich weniger bekannten Herkunftsbezeichnung dieser Bergregion, der DO Conca de Barberà, die trotz langer Weinbautradition vor allem großes Potenzial für kleine, individuelle Kellereien und Mikrovinifikationen bietet. 2012 folgten Tomàs Cusiné und sein Team dem Ruf des Bergweinbaus und starteten das Projekt Cara Nord mit dem erklärten Ziel, die Trauben von Reben in großer Höhe auf der Nordseite des Prades-Gebirges in Wein zu verwandeln. Ausgehend von einem Weinberg und einer kleinen Kellerei direkt neben dem historischen Kloster Poblet begann damit ein Weinbauabenteuer, das bis heute von der Überzeugung getragen wird, dass Rebstöcke auf steinigem Untergrund, in unverschmutzter Luft und umgeben von unberührter Biodiversität originelle Weine mit einzigartigem Charakter hervorbringen.
Höhenweinbau als Prinzip
Weinbau in bis zu 800 Metern Höhe, wie er bei Cara Nord praktiziert wird, findet in einer besonders anspruchsvollen und herausfordernden geografischen Umgebung statt. Mit jedem Höhenmeter sinkt die Temperatur um durchschnittlich 0,65 Grad Celsius, während die Intensität der UV-Strahlung alle 250 Höhenmeter um rund 4 Prozent zunimmt, ein Effekt, der vereinfacht mit einem zusätzlichen Breitengrad Richtung Norden pro 150 Höhenmeter vergleichbar ist. Das Anbaugebiet liegt in einer klimatischen Übergangszone zwischen mediterranem und kontinentalem Einfluss, mit rund 330 Sonnentagen und etwa 2.700 Sonnenstunden pro Jahr, kalten Wintern mit Temperaturen bis minus 10 Grad Celsius im Februar und kurzen Sommern, in denen die 35-Grad-Marke selten überschritten wird, bei einem Jahresdurchschnitt von rund 13 Grad Celsius. Der ständige, durch die Winde Marinada und Ponent geprägte Luftzug wirkt während der Sommermonate wie ein natürliches Antiseptikum für die Reben und kühlt gleichzeitig die Atmosphäre spürbar ab. Der Jahresniederschlag liegt bei vergleichsweise geringen 450 bis 550 Millimetern. Diese Kombination aus Höhe, Wind und Temperaturschwankung sorgt für eine langsame, gleichmäßige Reife der Trauben und eine frische, gesunde Ernte, ein Umstand, den Cara Nord bewusst als zentrales stilistisches Element seiner Weine begreift.
Böden und Rebsorten
Das Gebiet von Cara Nord liegt in einer offiziell als geologisch bedeutsam eingestuften Zone, in der bereits zu römischer Zeit Bergbau betrieben wurde, um die mineralischen Schätze der Erde zu gewinnen. Die Böden bestehen aus kargem, steinigem Schiefer sowie verwitterten Ton- und Steinablagerungen, die größtenteils in der geologischen Ära des Tertiärs entstanden und arm an organischer Substanz sind. Der überwiegende Teil der Rebflächen liegt an steilen Hängen, was für eine gute Wasserdrainage sorgt und die Bodenqualität langfristig erhält, eine entscheidende Voraussetzung für hochwertige Trauben. Kultiviert werden edle Sorten wie Garnacha, Syrah, die autochthone rote Sorte Garrut, Macabeo, Chardonnay und Albariño, jeweils angepasst an die besonderen Bedingungen der Landschaft. Einige der Macabeo-Buschreben sind bis zu 80 Jahre alt, während die übrigen, am Drahtrahmen erzogenen Rebflächen ein Durchschnittsalter von rund 15 Jahren aufweisen. Sämtliche Weinberge werden ohne künstliche Bewässerung bewirtschaftet, was die Konzentration von Aromen und Geschmacksstoffen in den Trauben zusätzlich begünstigt, während der optimale Erntezeitpunkt für jede Rebsorte durch laufende organoleptische Laborkontrollen sorgfältig überwacht wird.
Das Sortiment
Die Weine von Cara Nord haben sich in kurzer Zeit einen bemerkenswerten Ruf erarbeitet, wie zahlreiche Auszeichnungen belegen: Der Garrut 2019 erzielte in der Guia de Vins de Catalunya 9,82 von 10 möglichen Punkten, der Trepat Rosat 2022 kam auf 9,12 Punkte, und der Cara Nord Negre 2020 erreichte 9,09 Punkte, während der Trepat 2021 vom bekannten Kritiker Tim Atkin, Master of Wine, mit 91 von 100 Punkten bewertet wurde. Diese Bandbreite an prämierten Weinen, von der autochthonen katalanischen Rotweinsorte Garrut bis zum lokal verwurzelten Trepat, unterstreicht den Anspruch von Cara Nord, aufrichtige und mutige Weine zu erzeugen, die transparent das widerspiegeln, was in Boden und Klima tatsächlich vorhanden ist. Aufgrund der bewusst niedrigen Erträge und der aufwendigen Bergweinbau-Praxis bleibt die Produktionsmenge begrenzt, was die Weine von Cara Nord zu einem eher seltenen Fund für Liebhaber authentischer, terroirgeprägter Höhenweine macht.
Warum Favino
Cara Nord passt hervorragend in das Favino-Sortiment, weil das Weingut auf besonders konsequente Weise zeigt, wie sich Weinbau unter extremen klimatischen Bedingungen in echten Terroir-Ausdruck verwandeln lässt. Als Projekt des renommierten katalanischen Winzers Tomàs Cusiné verbindet Cara Nord fundiertes önologisches Know-how mit der Bereitschaft, in einer bislang wenig bekannten, anspruchsvollen Bergregion völlig neu anzufangen. Die bewusst niedrigen Erträge, der Verzicht auf künstliche Bewässerung und die sorgfältige, sortenspezifische Erntekontrolle stehen exemplarisch für einen Weinbau, der Qualität konsequent über Quantität stellt. Für Favino steht Cara Nord damit für eine der spannendsten katalanischen Neuentdeckungen abseits der bekannten Küstenregionen.
Häufig gestellte Fragen zu Cara Nord
Wo liegt das Weingut Cara Nord? Cara Nord liegt an der Nordseite des Prades-Gebirges in der DO Conca de Barberà in Katalonien, nahe dem historischen Kloster Poblet, in Höhenlagen von bis zu 800 Metern.
Wer steht hinter Cara Nord? Das Projekt wurde 2012 vom katalanischen Winzer und Önologen Tomàs Cusiné gegründet, der auch die Weingüter Castell del Remei, Cérvoles Celler und sein eigenes Namensweingut Tomàs Cusiné führt.
Was bedeutet der Name Cara Nord? Cara Nord bedeutet auf Katalanisch "Nordwand" und bezieht sich auf die kühle, schattige Nordseite des Prades-Gebirges, in der die Reben des Weinguts wachsen.
Welche Rebsorten werden bei Cara Nord angebaut? Kultiviert werden Garnacha, Syrah, die autochthone Sorte Garrut, Macabeo, Chardonnay und Albariño, angepasst an die extremen Höhenlagen der Region.
Warum ist Höhenweinbau bei Cara Nord besonders? Die Höhenlage von bis zu 800 Metern sorgt für deutlich kühlere Temperaturen, intensivere UV-Strahlung und größere Tag-Nacht-Unterschiede, was eine langsame, aromaschonende Reife der Trauben ermöglicht.
Wird bei Cara Nord bewässert? Nein, sämtliche Weinberge werden ohne künstliche Bewässerung bewirtschaftet, was die Konzentration von Aromen und Geschmacksstoffen in den Trauben zusätzlich fördert.