Kategorie: Manto Negro

Manto Negro: Mallorcas Rebsorte im Portrait 

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Manto Negro ist die Rebsorte, die den Charakter mallorquinischer Rotweine prägt wie keine andere. Wer verstehen möchte, wie Mallorca schmeckt, kommt an dieser autochthonen Traube nicht vorbei, und Weingüter wie Ribas, Miquel Oliver und Can Verdura zeigen eindrucksvoll, wie unterschiedlich diese eine Sorte interpretiert werden kann.

Auf einen Blick

Manto Negro ist eine autochthone rote Rebsorte, die nahezu ausschließlich auf der spanischen Baleareninsel Mallorca angebaut wird und dort die am weitesten verbreitete Rotweinsorte darstellt. Mit über 20 Prozent der gesamten Rebfläche der Insel gilt sie als die Leitsorte Mallorcas, wobei die Region rund um Binissalem im Landesinneren den größten Anteil der Anbaufläche stellt. Die Sorte reift spät im Jahr, wird meist erst im Oktober geerntet und ist relativ widerstandsfähig gegen Echten und Falschen Mehltau, jedoch anfällig für Fäulniserkrankungen. Genetisch gilt es als gesichert, dass Manto Negro aus einer natürlichen Kreuzung der ebenfalls mallorquinischen Sorten Sabaté und Callet Cas Concos entstanden ist. Die Sorte ist zentraler Bestandteil der Herkunftsbezeichnungen D.O. Binissalem und D.O. Pla i Llevant und wird sowohl sortenrein als auch in Verschnitten mit Callet oder internationalen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah vinifiziert. Bei Favino.de finden Sie Manto-Negro-Weine von 3 charakterstarken mallorquinischen Weingütern: dem traditionsreichen Familienweingut Ribas aus Consell, der über 100 Jahre alten Bodega Miquel Oliver aus Petra sowie der jungen Mikro-Bodega Can Verdura aus Binissalem.

Was Manto Negro als Rebsorte ausmacht

Manto Negro bringt mittelgroße bis große Trauben mit dickschaligen, tiefroten bis violetten Beeren hervor, deren Fruchtfleisch knackig und saftig ausfällt. Die genaue Herkunft der Sorte liegt historisch im Dunkeln, DNA-Analysen legen jedoch nahe, dass sie aus einer natürlichen Kreuzung der beiden ebenfalls autochthonen mallorquinischen Sorten Sabaté und Callet Cas Concos entstanden ist, die heute selbst keine nennenswerte Rolle mehr spielen. Ihr Name ist ungewöhnlich für eine Inselsorte, denn im Gegensatz zu anderen einheimischen Rebsorten trägt Manto Negro einen spanischen statt eines mallorquinischen Namens, was Experten bis heute Rätsel aufgibt. Die Rebe zeigt sich robust und widerstandsfähig gegenüber vielen Krankheiten und Schädlingen, reift jedoch spät im Jahr und wird meist erst im Oktober gelesen, wodurch sie ausreichend Zeit hat, ihre charakteristische Aromatik zu entwickeln. Der typische Alkoholgehalt der daraus gekelterten Weine bewegt sich zwischen 12 und 14 Prozent Volumenprozent, während die Säure eher moderat bis niedrig ausfällt. Aus diesem Grund wird Manto Negro häufig mit der ebenfalls autochthonen Sorte Callet verschnitten, die dem Wein zusätzliche Struktur und Farbintensität verleiht, aber auch Cuvées mit internationalen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah sind auf der Insel weit verbreitet.

Anbaugebiete und Terroir auf Mallorca

Das Zentrum des Manto-Negro-Anbaus liegt in der Region Binissalem im Inselinneren Mallorcas, einer sanft geneigten Ebene nordöstlich von Palma, die von der Sierra de Alfabia und der Sierra de Tramuntana vor starken Nordwinden geschützt wird. Die Böden bestehen hier überwiegend aus lockerem, kalkhaltigem Lehm, dem sogenannten cal vermell, der Wasser gut speichert, eine wichtige Eigenschaft angesichts des mediterranen Klimas mit heißen Sommern und milden, kurzen Wintern. Die besten Ergebnisse erzielt die Sorte traditionell auf kargen, steinigen Böden, wo sie konzentrierte, aromatische Trauben hervorbringt. Neben Binissalem ist Manto Negro auch in der Region Pla i Llevant im Osten der Insel zugelassen, wo Weingüter wie Miquel Oliver die Sorte mit weiteren autochthonen Trauben wie Callet und Fogoneu kombinieren. Nach den schweren Reblausplagen Ende des 19. Jahrhunderts, die die Anbauflächen der Insel weitgehend zerstörten, wurden erst in den 1970er Jahren wieder Weinberge mit einheimischen Sorten wie Manto Negro systematisch neu bepflanzt, ein Wiederaufbau, der bis heute die Grundlage der mallorquinischen Weinqualität bildet.

Weinstil und Charakter

Weine aus Manto Negro zeigen ein breites stilistisches Spektrum, das von einfachen, jung zu trinkenden Alltagsweinen bis hin zu anspruchsvollen, lagerfähigen Cuvées reicht. Gemeinsam ist den meisten Ausprägungen jedoch eine gewisse Eleganz und Leichtigkeit, gepaart mit einem intensiven Bouquet aus reifen roten und dunklen Früchten wie Kirschen, Pflaumen und Brombeeren, ergänzt durch würzige, erdige Noten und mediterrane Kräuter. Die Tannine können je nach Ausbau spürbar ausgeprägt sein, während die Säure meist moderat bleibt, was den Weinen eine angenehme Zugänglichkeit verleiht. Sortenrein ausgebaut zeigt Manto Negro seinen ursprünglichen Charakter am direktesten, wie es etwa Can Verdura mit seiner Cuvée L'Origen demonstriert, einem hundertprozentigen Manto Negro aus alten Rebstöcken. In Verschnitten mit Callet oder internationalen Sorten gewinnt der Wein zusätzliche Struktur und Tiefe, ein Ansatz, den sowohl Ribas mit seiner Cuvée Sió Negre als auch Miquel Oliver mit dem Mont Ferrutx verfolgen. Neben Rotwein eignet sich die Traube auch hervorragend zur Erzeugung von Rosé, da ihre helle, dünne Farbausprägung fruchtbetonte, mediterran-frische Rosé-Stile begünstigt.

Drei mallorquinische Weingüter im Portrait

Ribas aus Consell zählt mit einer Firmengeschichte bis ins Jahr 1711 zu den ältesten durchgehend aktiven Weingütern Spaniens und wird heute in zehnter Generation von den Geschwistern Araceli und Javier Servera Ribas geführt. Auf 40 bis 55 Hektar biologisch bewirtschafteter Rebfläche in rund 150 Metern Höhe wachsen alte, teils über hundertjährige Manto-Negro-Stöcke auf sandigen, kalkhaltigen Böden, aus denen Weine wie der strukturierte Sió Negre entstehen. Miquel Oliver aus Petra wurde 1912 von Melchor Oliver gegründet und wird heute in vierter Generation von Pilar Oliver geleitet, die klassische Sorten wie Manto Negro gezielt mit internationalen Trauben wie Syrah ergänzt und dabei auf nachhaltigen, weitgehend ökologischen Anbau setzt. Der Mont Ferrutx, eine Cuvée aus Callet, Fogoneu und Manto Negro, zeigt hier tief rubinrote Farbe und Aromen von reifen Kirschen und mediterranen Wildkräutern. Can Verdura schließlich steht für die jüngste Generation mallorquinischer Winzer: Tomeu Llabrés gründete die Mikro-Bodega 2012 in einer ehemaligen Autowerkstatt im Zentrum von Binissalem und konzentriert sich mit minimalinvasiver Kellerarbeit und alten, im traditionellen Gobelet-System erzogenen Rebstöcken konsequent auf die autochthone Manto-Negro-Traube, aus der unter anderem die vielbeachtete Supernova-Linie entsteht.

Warum Manto Negro bei Favino zählt

Manto Negro steht exemplarisch für das, was Favino an autochthonen Rebsorten schätzt: einen unverwechselbaren, terroirtypischen Charakter, der sich nicht beliebig reproduzieren lässt, weil die Sorte weltweit praktisch ausschließlich auf Mallorca existiert. Die Bandbreite der 3 vorgestellten Weingüter, vom über 300 Jahre alten Familienbetrieb Ribas über das traditionsreiche Miquel Oliver bis zur jungen Mikro-Bodega Can Verdura, zeigt eindrucksvoll, wie unterschiedlich eine einzige Rebsorte je nach Winzerphilosophie, Lage und Ausbau interpretiert werden kann. Für Kundinnen und Kunden, die über die bekannten internationalen Sorten hinaus neue Geschmackswelten entdecken möchten, bietet Manto Negro damit einen idealen Einstieg in die Vielfalt des mediterranen, autochthonen Weinbaus.

Häufig gestellte Fragen zu Manto Negro

Was ist Manto Negro für eine Rebsorte? Manto Negro ist eine autochthone rote Rebsorte, die nahezu ausschließlich auf der spanischen Insel Mallorca angebaut wird und dort die am weitesten verbreitete Rotweinsorte darstellt.

Woher stammt die Rebsorte Manto Negro? DNA-Analysen deuten darauf hin, dass Manto Negro aus einer natürlichen Kreuzung der beiden ebenfalls mallorquinischen Sorten Sabaté und Callet Cas Concos entstanden ist, auch wenn die genaue Entstehungsgeschichte nicht vollständig geklärt ist.

Wie schmeckt ein Wein aus Manto Negro? Manto-Negro-Weine zeigen typischerweise ein Bouquet aus reifen roten und dunklen Früchten, würzigen und erdigen Noten sowie mediterranen Kräutern, begleitet von moderater Säure und teils ausgeprägten Tanninen.

Mit welchen Rebsorten wird Manto Negro häufig verschnitten? Am häufigsten wird Manto Negro mit der ebenfalls autochthonen mallorquinischen Sorte Callet kombiniert, daneben auch mit internationalen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah.

Welche Weingüter stehen für Manto Negro auf Mallorca? Zu den bekanntesten Erzeugern zählen die Bodega Ribas aus Consell mit einer Geschichte seit 1711, das 1912 gegründete Weingut Miquel Oliver aus Petra sowie die 2012 gegründete Mikro-Bodega Can Verdura aus Binissalem.

In welchen Herkunftsbezeichnungen ist Manto Negro zugelassen? Manto Negro ist zentraler Bestandteil der beiden mallorquinischen Herkunftsbezeichnungen D.O. Binissalem und D.O. Pla i Llevant.

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