Kategorie: Dominio do Bibei

Terrassenarchitektur im wilden Tal des Bibei

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  • Dominio do Bibei - Lacima 2019
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  • Dominio do Bibei - Lapola 2023
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Über 700 einzelne Grundbucheinträge waren nötig, um die heutigen 140 Hektar von Dominio do Bibei zusammenzutragen, ein Ergebnis der für Galicien typischen Kleinstparzellierung. Aus dieser mühsam zusammengefügten Landschaft entstand eines der aufsehenerregendsten Weinprojekte Nordwestspaniens.

Auf einen Blick

Dominio do Bibei ist ein Weingut im Tal des Flusses Bibei in der Gemeinde Manzaneda, in der östlichsten Teilzone der Herkunftsbezeichnung Ribeira Sacra in Galicien. Das Projekt entstand 2001 auf Initiative von Javier Domínguez, Bruder des bekannten spanischen Modedesigners Adolfo Domínguez, mit dem erklärten Ziel, die familiären Wurzeln der Region wiederzubeleben und die Kraft der spektakulären Landschaft in den Wein zu übersetzen. Seit 1995 erwarb die Familie sukzessive Grundstücke rund um Manzaneda, bis daraus ein rund 140 Hektar großes Anwesen mit etwa 23 bis 32 Hektar Rebfläche entstand. Die Weinberge liegen auf einem großen, überwiegend nach Norden und Westen ausgerichteten Steilhang in Höhen zwischen 200 und über 900 Metern, auf Böden aus Schiefer und Granit. In den Anfangsjahren berieten mit Sara Pérez von Mas Martinet und René Barbier Jr. von Clos Mogador 2 der bekanntesten Winzerpersönlichkeiten des katalanischen Priorat das Projekt bis Anfang 2015. Die Jahresproduktion liegt bei rund 100.000 bis 120.000 Flaschen.

Herkunft und Idee

Dominio do Bibei entstand aus dem Wunsch einer Gruppe von Menschen, deren familiäre Wurzeln in dieser Region Galiciens liegen, die traditionelle Weinbaukultur des Bibei-Tals wiederzubeleben und dabei sowohl die alte Rebsortenvielfalt als auch die dramatische Landschaft des Tals unverfälscht zum Ausdruck zu bringen. Seit 1995 erwarb die Familie Domínguez systematisch Grundstücke in der Gemeinde Manzaneda in der Provinz Ourense, ein aufgrund des in Galicien historisch stark zersplitterten Landbesitzes ausgesprochen mühsames Unterfangen: Für die Zusammenstellung der heutigen 140 Hektar waren über 700 einzelne Kaufverträge nötig, manche Parzellen mussten dabei sogar mehrfach erworben werden. Das Weingut liegt in der östlichsten Teilzone der Ribeira Sacra, direkt an der Grenze zur benachbarten Herkunftsbezeichnung Valdeorras, deren Weinberge auf der gegenüberliegenden Flussseite bereits zu einer anderen Appellation zählen. Von Beginn an setzte das Projekt auf ein junges Önologenteam, das sich bewusst gegen die in vielen Regionen übliche Monokultur entschied und stattdessen die historisch gewachsene, scheinbar ungeordnete Rebsortenvielfalt der Region respektierte, ganz im Sinne der früheren Winzergenerationen des Tals.

Terroir und Rebsorten

Die Weinberge von Dominio do Bibei erstrecken sich über einen großen, überwiegend nach Norden und Westen ausgerichteten Steilhang, dessen Höhenlagen je nach Parzelle zwischen 200 und über 900 Metern variieren, mit teils bis zu 80 Prozent Hangneigung, was die Bewirtschaftung erheblich erschwert. Die Böden bestehen aus Schiefer und Granit, ergänzt durch Ton- und Sandanteile, ein für die Ribeira Sacra typisches Terroir, das den Weinen ihre charakteristische atlantische Mineralität und Frische verleiht. Statt auf wenige internationale Standardsorten setzt das Weingut bewusst auf die historische Sortenvielfalt des Tals und hat dabei mehrere fast vergessene autochthone Rebsorten wiederbelebt. Bei den roten Sorten dominieren Mencía, Brancellao, Mouratón, Sousón, Garnacha Tintorera, Caiño sowie die seltene Gran Negro, teils auch unter dem lokalen Namen Vella da Caxata bekannt, bei den weißen Sorten Godello, Albariño, Doña Blanca, Treixadura und Torrontés. Die Rebstöcke reichen dabei von jungen Anlagen bis zu über 100 Jahre alten Buschreben, die Lese erfolgt ausschließlich von Hand und selektiv in kleinen Kisten, unter Berücksichtigung von Bodenbeschaffenheit, Kleinklima und jeweiliger Rebsorte.

Architektur und Kellerarbeit

Die Kellerei von Dominio do Bibei wurde bewusst in mehrere unabhängige, in die steile Hanglage eingebettete Baukörper fragmentiert, um den visuellen Eingriff in die Landschaft zu minimieren und gleichzeitig die Schwerkraft als schonendes Produktionsprinzip zu nutzen. Diese konzeptionelle Strategie, angelehnt an die traditionelle galicische Terrassenbauweise, verbindet die einzelnen Gebäude über eine in den Hang gegrabene, lineare Außentreppe, die die Stufenform der umliegenden Weinbergterrassen nachbildet. Die teilweise unterirdisch angelegten Gebäude nutzen zudem bioklimatische Kühlsysteme, wodurch technische Klimatisierung weitgehend überflüssig wird. Im Keller wird nach sorgfältiger manueller Traubenselektion und Entrappung eine 3-tägige Vormaischestandzeit durchgeführt, bevor die alkoholische Gärung in offenen Bottichen aus französischer Eiche erfolgt. Der Ausbau erfolgt in kleinen, teils gebrauchten Fässern, Foudres und Betoneiern, mit einer durchschnittlichen Reifezeit von rund 15 bis 19 Monaten, wobei der Neuholzanteil bewusst gering gehalten wird, um Eleganz und Frische der Weine zu bewahren.

Das Sortiment

Der Lalama bildet das Flaggschiff des Hauses, eine vorwiegend aus Mencía gekelterte Cuvée mit ergänzenden Anteilen Garnacha Tintorera, Brancellao und Mouratón, die den charakteristischen atlantischen Stil des Weinguts verkörpert: leicht, duftig und von einer erdig-mineralischen Gegenwart getragen. Der Lacima entsteht als reinsortiger Mencía von 4 zwischen 50 und 100 Jahre alten Weinbergen, ergänzt durch einen kleinen Anteil Brancellao, und zeigt mehr Griffigkeit und Konzentration als der Lalama. An der Spitze des roten Sortiments steht die Cuvée Dominio do Bibei, überwiegend aus der seltenen Sorte Brancellao mit Anteilen von Mouratón und Grao Negro, ein besonders limitiert produzierter, eleganter und feinwürziger Wein mit großem Alterungspotenzial. Bei den Weißweinen zeigt der Lapola eine Assemblage aus Godello, Albariño und Doña Blanca, während der Lapena als Einzellagen-Godello aus einer herausragenden Parzelle entsteht. Ergänzt wird das Sortiment durch den Refugallo, gewonnen aus der Pressung des Tresters, sowie den Lalume, den das Weingut im benachbarten Ribeiro aus der Sorte Treixadura erzeugt.

Häufig gestellte Fragen zu Dominio do Bibei

Wo liegt das Weingut Dominio do Bibei? Das Weingut liegt im Tal des Flusses Bibei in der Gemeinde Manzaneda, in der östlichsten Teilzone der Herkunftsbezeichnung Ribeira Sacra in Galicien.

Wer gründete Dominio do Bibei? Javier Domínguez, Bruder des Modedesigners Adolfo Domínguez, initiierte das Projekt 2001, nachdem seine Familie seit 1995 systematisch Grundstücke in der Region erworben hatte.

Welche Rebsorten stehen im Zentrum des Sortiments? Bei den Rotweinen dominieren Mencía, Brancellao, Mouratón und Sousón, bei den Weißweinen Godello, Albariño, Doña Blanca und Treixadura, überwiegend autochthone galicische Sorten.

Was ist der Lalama? Der Lalama ist der bekannteste Wein des Hauses, eine vorwiegend aus Mencía bestehende Cuvée mit ergänzenden autochthonen Sorten, die den leichten, duftigen und mineralischen Stil des Weinguts verkörpert.

Wer beriet das Weingut in den Anfangsjahren? Bis Anfang 2015 unterstützten mit Sara Pérez und René Barbier Jr. 2 renommierte Winzerpersönlichkeiten aus dem katalanischen Priorat das Projekt önologisch.

Was ist architektonisch besonders an der Kellerei? Das Gebäude wurde bewusst in mehrere Baukörper fragmentiert und terrassenförmig in den Hang integriert, um Schwerkraft als schonendes Produktionsprinzip zu nutzen und den visuellen Eingriff in die Landschaft zu minimieren.

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