Zwei junge Kaufmannssöhne aus Aachen, ausgesandt, um Wein einzukaufen, verliebten sich stattdessen so sehr in die Champagne, dass sie blieben und ihr eigenes Haus gründeten. Fast 190 Jahre später zählt Champagne Deutz zu den wenigen mittelgroßen Häusern, die Terroir-Tiefe mit weltweiter Präsenz verbinden, ohne dabei ihre menschliche Größe zu verlieren.
Auf einen Blick
Champagne Deutz ist ein Champagnerhaus mit Sitz in Aÿ, südlich von Reims, gegründet 1838 von den beiden aus Aachen stammenden Kaufleuten William Deutz und Pierre-Hubert Geldermann, die ihr Handwerk zuvor im benachbarten Haus Bollinger erlernt hatten. Ursprünglich firmierte das Unternehmen als Deutz & Geldermann und besaß zunächst keine eigenen Weinberge, sondern kaufte fertig abgefüllten Champagner zum Degorgieren und Etikettieren auf. Über Generationen führten die Nachfahren der Gründerfamilien, insbesondere die Familie Lallier, das Haus weiter, bis es 1993 mehrheitlich von der Familie Rouzaud übernommen wurde, die auch Eigentümerin des Champagnerhauses Louis Roederer ist. Seither leitet Fabrice Rosset, zuvor bei Roederer tätig, das Haus als eigenständiges Unternehmen mit ausgeprägter Terroir-Philosophie. Heute stammen rund 80 Prozent der Trauben für Deutz-Champagner aus Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen, das Haus besitzt rund 42 Hektar eigene Weinberge und bezieht zusätzlich Trauben von rund 150 bis 160 Hektar langjähriger Vertragswinzer.
Eine Geschichte deutscher Auswanderer
Wie viele Champagnerhäuser verdankt auch Deutz seine Gründung deutschen Einwanderern: 1830 wurden William Deutz und Pierre-Hubert Geldermann, beide gebürtige Aachener, in die Champagne entsandt, um Wein für einen deutschen Auftraggeber einzukaufen. Der Landschaft und dem Champagner verfallen, blieben beide im malerischen Dorf Aÿ und gründeten dort 1838 gemeinsam das Champagnerhaus Deutz & Geldermann, nachdem sie zuvor das Handwerk im Nachbarhaus Bollinger erlernt hatten. In den ersten Jahren besaß das junge Haus noch keine eigenen Rebflächen und kaufte fertige Champagner zum Degorgieren, Etikettieren und Weiterverkaufen ein, ein pragmatisches, aber äußerst erfolgreiches Geschäftsmodell. Als René Deutz und Alfred Geldermann Ende der 1860er Jahre das Unternehmen von ihren Vätern übernahmen, bauten sie die Exportgeschäfte insbesondere nach Großbritannien, Deutschland und Russland konsequent aus, 1882 gehörte Deutz zu den Gründungsmitgliedern des Syndicat des Grandes Marques, der Vereinigung der großen Champagnerhäuser. Die enge Verbindung beider Gründerfamilien vertiefte sich zusätzlich, als Alfred Geldermann Marie Deutz, die Schwester von René Deutz, heiratete. Über das 20. Jahrhundert hinweg überstand das Haus 2 Weltkriege, 2 deutsche Besatzungen und eine schwere Wirtschaftskrise, stets unter der Führung der Nachkommen William Deutz', der Familie Lallier. 1993 übernahm schließlich die Familie Rouzaud, Eigentümerin des Champagnerhauses Louis Roederer, die Mehrheit an Deutz und setzte mit dem erfahrenen Fabrice Rosset einen neuen Präsidenten ein, der dem Haus seine Eigenständigkeit gegenüber dem Mutterhaus bewusst bewahrte und die Jahresproduktion seither von rund 600.000 auf heute etwa 2 Millionen Flaschen steigerte.
Herkunft und Terroir
Bereits bei der Gründung war William Deutz klar, dass nur Trauben aus den besten Lagen der Region die Grundlage für seinen Champagner bilden sollten, weshalb er das Dorf Aÿ bewusst als Standort wählte, zentral im Herzen der Champagne gelegen mit nahezu gleich kurzen Wegen zu allen bedeutenden Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen der Region. Über Generationen hinweg investierte das Haus in eigene Rebflächen und baute langfristige Partnerschaften mit Winzerfamilien auf, wodurch sich ein umfangreiches, über Jahrzehnte gewachsenes Traubennetzwerk entwickelte. Heute stammen rund 80 Prozent der Deutz-Trauben aus Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen, das Haus besitzt rund 42 Hektar eigene Weinberge, ergänzt durch die Ernte von rund 150 bis 160 Hektar bei langjährigen Vertragswinzern, die mit der Qualitätsphilosophie des Hauses seit Generationen vertraut sind. Obwohl Deutz traditionell im Pinot-Noir-geprägten Vallée de la Marne verwurzelt ist, verfügt das Haus zusätzlich über rund 11 Hektar Chardonnay-Reben in der Côte des Blancs, einer der besten Regionen für diese Rebsorte, wodurch die Cuvées des Hauses die Kraft und Struktur des Pinot Noir mit der Finesse und Eleganz des Chardonnay vereinen können. Gereift werden die Champagner in unterirdischen, rund 3 Kilometer langen Kreidekellern in 20 bis 60 Metern Tiefe, direkt unter den Wurzeln der an den Hängen von Aÿ gepflanzten Reben.
Stil und Sortiment
Champagne Deutz steht für zeitlose Eleganz, Präzision und Harmonie, mit einem feinen Mousseux, mineralischer Klarheit und ausgeprägtem Reifepotenzial als durchgängiger Handschrift des Hauses. Das reguläre Sortiment reicht vom Brut Classic ohne Jahrgang über den Brut Rosé bis zu Jahrgangschampagnern in Weiß und Rosé sowie der Cuvée Blanc de Blancs, die zu 70 Prozent aus Grand-Cru- und zu 30 Prozent aus Premier-Cru-Lagen gewonnen wird und sich besonders rein, geschmeidig und fein strukturiert zeigt. An der Spitze des Portfolios stehen 2 Prestige-Cuvées: William Deutz, eine Hommage an den Gründer, meist dominiert von Pinot Noir und nur als Jahrgangschampagner produziert, sowie Amour de Deutz, ein zu 100 Prozent aus Chardonnay gekelterter Champagner, der ausschließlich in herausragenden Jahrgängen entsteht. Ergänzt wird das Sortiment gelegentlich um besondere Cuvées wie den William Deutz Brut Rosé, einen reinen Pinot-Noir-Champagner in der seltenen Herstellungsart der Maischegärung. Diese Bandbreite von zugänglichen Editionen bis zu raren Prestige-Cuvées macht Champagne Deutz zu einem Haus, das vom unkomplizierten Aperitif bis zum großen Festmenü überzeugt.
Häufig gestellte Fragen zu Champagne Deutz
Wann und von wem wurde Champagne Deutz gegründet? Das Haus wurde 1838 in Aÿ von den beiden aus Aachen stammenden Kaufleuten William Deutz und Pierre-Hubert Geldermann gegründet, die ihr Handwerk zuvor bei Champagne Bollinger erlernt hatten.
Wem gehört Champagne Deutz heute? Seit 1993 gehört das Haus mehrheitlich der Familie Rouzaud, die auch Eigentümerin des Champagnerhauses Louis Roederer ist, wird jedoch als eigenständiges Unternehmen mit eigenem Qualitätsprofil geführt.
Warum wählte William Deutz gerade Aÿ als Standort? Aÿ liegt zentral im Herzen der Champagne mit nahezu gleich kurzen Wegen zu allen bedeutenden Grand-Cru- und Premier-Cru-Lagen der Region, was den Zugang zu erstklassigen Trauben erleichterte.
Welche Rebsorten prägen die Cuvées von Deutz? Das Haus verbindet Pinot Noir aus dem Vallée de la Marne mit Chardonnay aus eigenen Rebflächen in der Côte des Blancs, wodurch Kraft und Eleganz zusammenkommen.
Was ist die Prestige-Cuvée des Hauses? Zu den 2 Prestige-Cuvées zählen William Deutz, eine meist Pinot-Noir-geprägte Hommage an den Gründer, und Amour de Deutz, ein reinsortiger Chardonnay-Champagner aus herausragenden Jahrgängen.
Wie viele eigene Weinberge besitzt Champagne Deutz? Das Haus besitzt rund 42 Hektar eigene Rebfläche und bezieht zusätzlich Trauben von rund 150 bis 160 Hektar bei langjährigen Vertragswinzern.