Kategorie: Descendientes de J. Palacios

Als Priorat auf den Jakobsweg traf

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  • Descendientes de J. Palacios - Pétalos del Bierzo Mencia 2021
    Weinflasche, Descendientes de J. Palacios, Bierzo, Mencía DO
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  • Descendientes de J. Palacios - Villa de Corullón Mencia 2018
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Weinflasche, Descendientes de J. Palacios, Bierzo, Mencía DO
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Der Mann, der das Priorat neu erfand, brauchte eine neue Herausforderung. Álvaro Palacios fand sie im Bierzo, einer damals von Landwirtschaft und alten Goldminen geprägten Region im Nordwesten Spaniens, wo er gemeinsam mit seinem Neffen Ricardo Pérez ein zweites Weinwunder schuf.

Auf einen Blick

Descendientes de J. Palacios ist ein Weingut im Dorf Corullón am westlichen Rand der DO Bierzo in Kastilien-León, gegründet 1998 beziehungsweise mit erstem Jahrgang 1999 von Álvaro Palacios, dem Architekten der Priorat-Renaissance rund um den Kultwein L'Ermita, gemeinsam mit seinem Neffen Ricardo Pérez Palacios. Beide wuchsen im Elternhaus der Familie Palacios im rioanischen Alfaro auf, deren Weinbautradition auf die Bodega Palacios Remondo zurückgeht. Der Name des Weinguts ehrt Álvaros Vater und Ricardos Großvater José Palacios, der Anfang 2000, kurz nach der ersten Ernte, verstarb. Das Weingut bewirtschaftet heute rund 35 bis 45 Hektar auf 220 bis über 300 kleinteiligen Parzellen zwischen 500 und 950 Metern Höhe, auf Schieferböden zu den ältesten Europas zählend, und arbeitet zusätzlich mit rund 180 kleinen Traubenlieferanten zusammen. Sämtliche eigenen Rebflächen werden biodynamisch bewirtschaftet, Ricardo Pérez Palacios gilt heute als einer der führenden biodynamischen Experten Spaniens. Im Zentrum des Sortiments steht ausschließlich die autochthone Rebsorte Mencía, verarbeitet nach dem burgundischen Prinzip von Gebiets-, Dorf- und Einzellagenweinen.

Herkunft und Idee

Ende der 1990er Jahre suchte Álvaro Palacios nach seinem Erfolg im Priorat nach einer neuen Herausforderung und fand sie im Bierzo im äußersten Nordwesten Kastilien-Léons, einer wilden, von Heidekraut, Zistrosen und Steineichen geprägten Landschaft, die zu jener Zeit eher für Landwirtschaft und ihre historische Goldminenvergangenheit bekannt war als für Wein. Seine erste Begegnung mit der einheimischen Rebsorte Mencía machte er bei der Familie Pérez Perreira und ihrer Bodega Castro Ventosa im Dorf Valtuille de Abajo. Sein Neffe Ricardo Pérez Palacios, genannt Titín, hatte parallel dazu sein Önologiestudium in Bordeaux abgeschlossen und Erfahrung bei der Weinlese in Château Margaux sowie einem Praktikum bei der Familie Moueix, Eigentümerin von Château Pétrus und Trotanoy, gesammelt. 1998 beschlossen Onkel und Neffe, gemeinsam die besten alten Weinberge der Region zu suchen, und entschieden sich schließlich für die Gegend um das kleine Dorf Corullón am westlichen Rand des Bierzo, wo steile, von altem Schiefer geprägte Hänge auf eine bemerkenswerte geologische Vielfalt trafen. Die erste Ernte erfolgte 1999 in einer alten, restaurierten Steinkellerei in Villafranca del Bierzo, kurz bevor José Palacios, dem das Projekt gewidmet wurde, Anfang 2000 verstarb. Heute residiert das Weingut in einem vom Architekten Rafael Moneo entworfenen, in die Berglandschaft integrierten Neubau. Seit den Anfangsjahren hat Ricardo Pérez Palacios maßgeblich zur Ausarbeitung der neuen DOP-Regelungen und Klassifikationen im Bierzo beigetragen und prägt die Region bis heute als treibende Kraft mit.

Terroir und biodynamischer Weinbau

Die Weinberge von Descendientes de J. Palacios konzentrieren sich auf das Dorf Corullón am westlichen Rand der DO Bierzo, am Fuß der Sierra de los Ancares, die das Bierzo-Becken vom galicischen Landesinneren trennt. Die Höhenlagen reichen von 500 bis 950 Metern, mit Böden aus dickschichtigem, laminarem Schiefer, geologisch zu den ältesten Formationen Europas zählend. Diese Zone unterscheidet sich damit deutlich vom Rest der Appellation, wo rund 90 Prozent der Fläche auf flacheren, tonreicheren Böden liegen. Das Klima ist kontinental geprägt, jedoch mit deutlichen atlantischen Einflüssen, was zusammen mit der komplexen Geologie und den teils bis zu 90 Jahre alten Mencía-Rebstöcken für eine außergewöhnlich vielschichtige Aromatik sorgt. Sämtliche eigenen Rebflächen werden biodynamisch bewirtschaftet, die Arbeit erfolgt größtenteils von Hand oder mit Maultieren, da die Steilheit vieler Parzellen den Einsatz von Maschinen unmöglich macht. Sterbende alte Rebstöcke werden dabei gezielt durch massale Selektion aus dem eigenen historischen Rebmaterial ersetzt, um die genetische Vielfalt der alten Bestände langfristig zu erhalten. Ricardo Pérez versteht die Bodega dabei als Teil eines größeren landwirtschaftlichen Ganzen und produziert neben Wein auch weitere landwirtschaftliche Erzeugnisse, hält Tiere und stellt einen Großteil der biodynamischen Präparate selbst her.

Das Sortiment

Der Einstiegswein Pétalos del Bierzo gilt trotz seiner Zugänglichkeit als einer der anspruchsvollsten Weine des Hauses in der Herstellung, da er aus über 300 unterschiedlichen Parzellen zusammengesetzt wird, betreut von einem eigenen, ganzjährig tätigen Rebbergteam, und dabei die charakteristische Finesse und Zurückhaltung des Hauses bewahrt. Villa de Corullón, der Dorfwein, entsteht aus einer Vielzahl der besten Lagen des Dorfes, darunter Monçerbal, Las Lamas sowie die einst eigenständig abgefüllten Parzellen San Martín und Fontelas, und gilt als die umfassendste Interpretation des Corullón-Terroirs. Auf der obersten Stufe stehen 3 außergewöhnliche Einzellagenweine: Monçerbal, eine der größten Parzellen des Dorfes mit dunkler Kirschnote und markanter Frische, Las Lamas, eine homogenere, steile Südlage mit kraftvollerem, dichterem Charakter, sowie La Faraona, eine der höchstgelegenen Parzellen der gesamten Appellation auf einer tektonischen Verwerfung, deren Ertrag unter 100 Kisten pro Jahr liegt und die zu den begehrtesten und teuersten Weinen Spaniens zählt. Seit dem Jahrgang 2023 ergänzt zudem der neue Einzellagenwein Al Chelo aus einer nur 0,30 Hektar großen Parzelle im Gewann Valdafoz das Portfolio. Alle Weine des Hauses bestehen zu 100 Prozent aus Mencía und folgen damit konsequent dem burgundischen Prinzip von Gebiets-, Dorf- und Lagenwein.

Häufig gestellte Fragen zu Descendientes de J. Palacios

Wer gründete Descendientes de J. Palacios? Álvaro Palacios, bekannt durch seine Arbeit im Priorat, gründete das Weingut 1998/1999 gemeinsam mit seinem Neffen Ricardo Pérez Palacios im Dorf Corullón im Bierzo.

Woher stammt der Name des Weinguts? Der Name ehrt José Palacios, den Vater von Álvaro und Großvater von Ricardo, der Anfang 2000 kurz nach der ersten Ernte des Weinguts verstarb.

Welche Rebsorte prägt das Sortiment? Ausschließlich die autochthone rote Rebsorte Mencía, verarbeitet nach einem burgundischen Prinzip aus Gebiets-, Dorf- und Einzellagenweinen.

Wird bei Descendientes de J. Palacios biodynamisch gewirtschaftet? Ja, sämtliche eigenen Rebflächen werden biodynamisch bewirtschaftet, Ricardo Pérez Palacios gilt als einer der führenden biodynamischen Experten Spaniens.

Was ist La Faraona? La Faraona ist eine der höchstgelegenen Parzellen im Dorf Corullón, deren Wein aufgrund extrem geringer Erträge zu den seltensten und teuersten Rotweinen Spaniens zählt.

Was ist der Unterschied zwischen Pétalos und Villa de Corullón? Pétalos ist der Gebietswein aus über 300 Parzellen inklusive zugekaufter Trauben von rund 180 Erzeugern, während Villa de Corullón als Dorfwein ausschließlich aus den besten eigenen Lagen des Dorfes Corullón entsteht.

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