Kategorie: Château Haut-Plantey
Der zweite Wein aus dem Schatten von Le Pin
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Château L´IF - Château Haut-Plantey 2022
Château L´IF - Château Haut-Plantey 2022- Verkäufer
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2010 kaufte Jacques Thienpont, Eigentümer des legendären Pomerol-Weinguts Le Pin, eine unscheinbare, rund 5 Hektar kleine Parzelle an den Hinterwegen von Saint-Émilion. Aus der besten Selektion entstand ein neuer, eigenständiger Wein namens L'If, der Rest der historischen Lage trägt bis heute ihren ursprünglichen Namen: Haut-Plantey.
Auf einen Blick
Haut-Plantey ist eine historische Weinlage in der Appellation Saint-Émilion, aufgeteilt in 2 Parzellen: eine Hanglage mit Ost-West-Ausrichtung in der Gemeinde Saint-Hippolyte sowie eine zweite Fläche, die sich über die Gemeinden Saint-Émilion und Saint-Laurent-des-Combes erstreckt und unmittelbar an das renommierte Château Troplong-Mondot grenzt. Das Anwesen gehörte einst den Äbten von Margaux und blickt damit auf eine lange klösterliche Weinbautradition zurück. 2010 erwarb Jacques Thienpont, bekannter Eigentümer des Pomerol-Kultweinguts Le Pin, die Parzelle und schuf daraus sein neues Projekt L'If, benannt nach der Eibe, die auf dem Gelände wächst, in bewusster Anlehnung an den Namen von Le Pin, der sich vom dort wachsenden Pinienbaum ableitet. Während die besten Partien seither unter dem Namen L'If vinifiziert werden, trägt der zweite Wein des Anwesens bis heute den historischen Namen Haut-Plantey und wird als Saint-Émilion vermarktet. Insgesamt entstehen jährlich rund 10.000 Flaschen L'If, vertrieben über den traditionellen Bordeaux-Handelsweg der Place de Bordeaux.
Eine Familiengeschichte mit langem Bordeaux-Erbe
Die belgische Familie Thienpont zählt zu den bekanntesten Namen im Bordelais, mit einer langen Geschichte als Weinhändler in Belgien, bevor sie selbst zu Weingutsbesitzern wurden. Georges Thienpont erwarb bereits 1921 das Château Troplong-Mondot in Saint-Émilion, wenige Jahre später zusätzlich das Vieux Château Certan in Pomerol, das heute von seinem Enkel Alexandre Thienpont sowie dessen Sohn Guillaume geführt wird. Während der Weltwirtschaftskrise musste Georges Troplong-Mondot 1935 wieder verkaufen, doch die Familie blieb der Region eng verbunden. Jacques Thienpont, ein weiterer Zweig der Familie, machte sich vor allem mit Le Pin einen Namen, einem der teuersten und begehrtesten Weine Pomerols. 2010 entschied er sich, mit dem Kauf der kleinen Haut-Plantey-Parzelle erstmals auch in Saint-Émilion selbst aktiv zu werden. Sein Sohn Cyrille Thienpont ist heute maßgeblich an der Führung des Projekts beteiligt und betont, dass man sich bewusst gegen eine offizielle Neuklassifizierung des Weinguts entschieden habe, denn die Qualität des Weins solle für sich selbst sprechen, unabhängig von einem Klassifikationsvermerk auf dem Etikett.
Die Lage und das Terroir
Die Parzellen von Haut-Plantey liegen im Westen der Appellation Saint-Émilion, unweit der Grenze zu Pomerol, verteilt auf 2 unterschiedliche Standorte. Die erste, rund 4,5 Hektar große Fläche befindet sich als Hanglage mit Ost-West-Ausrichtung in der Gemeinde Saint-Hippolyte und profitiert durch ihre Exposition von einer besonders langen täglichen Sonneneinstrahlung. Die zweite, etwas größere Parzelle erstreckt sich über die Gemeinden Saint-Émilion und Saint-Laurent-des-Combes und grenzt dabei unmittelbar an das prestigeträchtige Château Troplong-Mondot, mit dem Haut-Plantey somit einen Teil seines Terroirs teilt. Die Appellation Saint-Émilion selbst zeichnet sich durch eine ungewöhnliche geologische Vielfalt aus, mit Kalksteinplateaus, ton-kalkhaltigen Hanglagen und sandig-kiesigen Böden in Richtung Dordogne, die je nach Standort zu unterschiedlichen Weinstilen innerhalb derselben Appellation führen. Die Rebflächen von Haut-Plantey liegen dabei überwiegend auf den für die Region typischen Kalkstein- und Tonböden, die dem Merlot, der Hauptrebsorte des rechten Ufers, Struktur und Fülle verleihen.
Vom klassischen Grand Cru zum Zweitwein von L'If
Vor der Übernahme durch die Familie Thienpont firmierte die Lage als Château Haut Plantey und wurde als Saint-Émilion Grand Cru vermarktet, unter der Leitung des Winzers Michel Boutet, der die Qualität des Anwesens über die vorangegangenen Jahre spürbar steigerte und Weine von zunehmender Intensität und Eleganz erzeugte. Mit dem Erwerb durch Jacques Thienpont 2010 änderte sich die Ausrichtung des Weinguts grundlegend: Die besten Trauben der Parzellen fließen seither in die neue Spitzencuvée L'If, während der verbleibende, ebenfalls sorgfältig vinifizierte Teil weiterhin unter dem historischen Namen Haut-Plantey abgefüllt wird, nun jedoch bewusst ohne den Zusatz Grand Cru und ohne offizielle Klassifikation. Diese Entscheidung, erklärt Cyrille Thienpont, sei kein Zeichen geringerer Ambition, sondern Ausdruck der Überzeugung, dass die Qualität des Weins auch ohne ein Klassifikationssiegel auf dem Etikett für sich sprechen soll.
Charakter der Weine
Die Weine aus der Lage Haut-Plantey zeigen den für Saint-Émilion typischen, von Merlot geprägten Charakter, ergänzt durch Cabernet Franc, der dem Wein zusätzliche Struktur und aromatische Komplexität verleiht. Historische Verkostungsnotizen beschreiben ältere Jahrgänge als hochwertige, trockene und langlebige Rotweine mit beachtlichem Reifepotenzial, geprägt von den für die Appellation charakteristischen Aromen reifer dunkler Früchte wie Pflaume und Brombeere sowie einer erdig-mineralischen Note, die die Kalksteinböden der Region widerspiegelt. Unter der neuen Ausrichtung als Zweitwein von L'If profitiert Haut-Plantey zusätzlich von der önologischen Präzision, die das Team um Jacques und Cyrille Thienpont bereits bei Le Pin über Jahrzehnte verfeinert hat, was sich in einer bemerkenswerten Balance zwischen Kraft und Eleganz niederschlägt.
Häufig gestellte Fragen zu Haut-Plantey
Wo liegt die Weinlage Haut-Plantey? Haut-Plantey liegt in der Appellation Saint-Émilion und gliedert sich in 2 Parzellen, eine Hanglage in Saint-Hippolyte sowie eine zweite Fläche in Saint-Émilion und Saint-Laurent-des-Combes, direkt neben Château Troplong-Mondot.
Wem gehört Haut-Plantey heute? Seit 2010 gehört die Lage Jacques Thienpont, dem Eigentümer des Pomerol-Kultweinguts Le Pin, der daraus sein neues Projekt L'If schuf.
Was ist der Unterschied zwischen L'If und Haut-Plantey? L'If ist die aus den besten Trauben der Parzelle entstehende Spitzencuvée, während Haut-Plantey der Zweitwein desselben Anwesens ist, der als Saint-Émilion vermarktet wird.
War Château Haut-Plantey früher klassifiziert? Vor der Übernahme durch die Familie Thienpont wurde die Lage als Saint-Émilion Grand Cru unter Winzer Michel Boutet geführt, seit 2010 verzichtet das Weingut bewusst auf eine offizielle Neuklassifizierung.
Woher stammt der Name L'If? Der Name bedeutet auf Französisch "die Eibe" und bezieht sich auf einen auf dem Gelände wachsenden Baum, in bewusster Anlehnung an den Namen Le Pin, der von einer dort stehenden Pinie abgeleitet ist.
Welche Rebsorten prägen die Weine von Haut-Plantey? Wie in weiten Teilen von Saint-Émilion üblich, dominiert Merlot, ergänzt durch Cabernet Franc, der dem Wein zusätzliche Struktur und aromatische Tiefe verleiht.