In einer ehemaligen Autowerkstatt mitten in Binissalem beweist Tomeu Llabrés, dass die kleinste Bodega manchmal die größte Wirkung hat. Mit seiner "viticultura en miniatura" hat er die fast vergessene Rebsorte Mantonegro zu einem der spannendsten Weine Mallorcas gemacht.
Auf einen Blick
Ca'n Verdura ist eine Mikro-Bodega im historischen Weindorf Binissalem im Norden Mallorcas, gegründet vom Önologen Tomeu Llabrés, dessen Familie seit mindestens 6 Generationen Weinberge in der Region bewirtschaftet. 2010 begann Llabrés zunächst ohne eigene Kellerei mit rund 700 Flaschen aus dem Mantonegro seines Großvaters, 2012 eröffnete er schließlich in einer ehemaligen Autowerkstatt im Zentrum des Dorfes seine eigene Bodega. Im Zentrum seiner Arbeit steht die konsequente Wiederbelebung autochthoner mallorquinischer Rebsorten, allen voran die rote Mantonegro sowie Callet, ergänzt durch die weißen Sorten Moll, auch Prensal Blanc genannt, sowie die zunehmend wiederentdeckte Giró Ros. Llabrés absolvierte sein Önologiestudium in Tarragona und sammelte anschließend praktische Erfahrung bei Álvaro Palacios im Priorat sowie bei mallorquinischen Weingütern wie 4 Kilos, Ànima Negra und Son Campaner, bevor er sein eigenes Projekt startete. Die Böden der Region bestehen aus dem charakteristischen Cal Vermell, einem roten, eisenhaltigen Lehmboden mit Kalkstein- und Kieselanteilen. Favino.de führt Weine von Ca'n Verdura aus Binissalem im Sortiment.
Herkunft und Idee
Die Wurzeln von Ca'n Verdura reichen mindestens 6 Generationen zurück, in eine Zeit, in der Tomeu Llabrés' Familie ihre Weinberge zwischen den traditionellen mallorquinischen Possessions, großen landwirtschaftlichen Gütern, im Rahmen einer Mischkultur bewirtschaftete, bei der Reben gemeinsam mit Aprikosen-, Mandel- und Olivenbäumen wuchsen, eine Form der Polykultur, die auf Mallorca traditionell verbreitet ist und die Llabrés bis heute bewusst pflegt. Nach seinem Önologiestudium in Tarragona sammelte er wertvolle praktische Erfahrung bei Álvaro Palacios im katalanischen Priorat, bevor er auf die Insel zurückkehrte und bei größeren mallorquinischen Häusern wie 4 Kilos, Ànima Negra und Son Campaner mitarbeitete. Parallel dazu entwickelte er in seiner Freizeit die Vision, die später zu Ca'n Verdura werden sollte. 2010 begann er, zunächst ohne eigene Kellerei, mit der Wiederbelebung der Mantonegro-Traube aus dem Weinberg seines Großvaters und passte die alte Sorte modernen Vinifikationsmethoden an, im ersten Jahr entstanden dabei rund 700 Flaschen. 2012 eröffnete Llabrés schließlich seine eigene Kellerei in einer ehemaligen Autowerkstatt im Zentrum des historischen Weindorfs Binissalem im nördlichen Zentrum Mallorcas. Sein erklärtes Ziel: dem Trend entgegenzutreten, wonach internationale Rebsorten in der modernen Weinbaupraxis zunehmend als edel gelten, während autochthone Sorten ins Hintertreffen geraten, und stattdessen zu beweisen, dass Mantonegro Weine von großer Ausdruckskraft und Persönlichkeit hervorbringen kann.
Terroir und Rebsorten
Ca'n Verdura arbeitet ausschließlich mit alten Weinbergen rund um die 5 historischen Dörfer der Region Binissalem, überwiegend in der traditionellen Buscherziehung, dem sogenannten En-Vaso-System, ausgebaut. Die Böden bestehen aus dem für die Region charakteristischen Cal Vermell, einem roten, eisenhaltigen Lehmboden mit Kalksteinanteil und kleinen bis mittelgroßen Kieseln, der eine gute Wasserspeicherung ermöglicht und dadurch Trockenstress im typischerweise ariden mallorquinischen Klima entgegenwirkt. Im Zentrum der roten Rebsorten stehen die autochthonen Sorten Mantonegro und Callet, während bei den Weißweinen Moll, auch als Prensal Blanc bekannt, sowie die seltene, erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts wiederentdeckte Giró Ros im Mittelpunkt stehen, eine Sorte, die laut dem Forscher Pedro Balda sogar als genetischer Vorfahre vieler roter mallorquinischer Sorten wie Mantonegro, Fogoneu und Callet gilt. Internationale Rebsorten kommen bei Ca'n Verdura nur in kleinen Mengen und aus praktischen Gründen in Einstiegs-Cuvées zum Einsatz, die Zukunft der Bepflanzung liegt für Llabrés eindeutig bei den heimischen Sorten. Im Weinberg praktiziert er einen minimalinvasiven Ansatz mit geringem ökologischen Eingriff, lässt während der kalten Jahreszeit bewusst Bodenbegrünung stehen und fördert durch die Polykultur aktiv die Biodiversität seiner Parzellen.
Das Sortiment
Der namensgebende Wein Ca'n Verdura Negre bildet den lebendigen Einstieg in das Sortiment, eine Cuvée aus rund 70 Prozent Mantonegro, ergänzt durch Callet, Monastrell und je nach Jahrgang weitere geeignete Trauben, aktuell etwa alten Cabernet, ein unkomplizierter, würziger und äußerst speisefreundlicher Rotwein mit mediterranem Charakter. Die Linie Supernova gilt als das Aushängeschild der Bodega: Der Supernova Blanc entsteht aus den besten alten Moll-Parzellen aus Buscherziehung, teils bereits in den 1950er Jahren gepflanzt, in den Dörfern rund um Binissalem und Santa Maria, mit nur rund 10.000 produzierten Flaschen jährlich, komplex im Geschmack mit Zitrus, Kamille, frischen Kräutern, Fenchel und weißen Fruchtnoten. Der Supernova Rosat präsentiert sich in zartem Lachsrosa, während die reinsortige Supernova-Rotweinvariante aus Mantonegro und Callet mit parfümiertem, delikatem, blumigem Charakter, feinen Tanninen und guter Frische überzeugt. Der Son Agulló entsteht aus einer winzigen, nur 0,7 Hektar großen Parzelle namens Plà de Buc bei Santa Maria del Camí mit rund 60 Jahre alten Mantonegro-Buschreben, deren genetische Vielfalt für besondere Komplexität und Terroir-Transparenz sorgt. Ca Ses Rosetes, benannt nach dem Spitznamen von Tomeus mütterlicher Familienlinie, ist ein neuerer, reinsortiger Weißwein aus einer einzelnen 1,46 Hektar großen Giró-Ros-Parzelle bei Son Borràs de Passatemps, deren windexponierte Lage durch die von Menorca herüberwehenden Levante-Winde natürlichen Schutz vor Krankheiten bietet.
Warum Favino
Ca'n Verdura passt hervorragend in das Favino-Sortiment, weil kaum ein anderes mallorquinisches Weingut die Wiederentdeckung autochthoner Rebsorten so konsequent und im kleinsten Maßstab betreibt. Tomeu Llabrés' Konzept der "viticultura en miniatura" steht für einen bewusst begrenzten, aber äußerst präzisen Ansatz, bei dem jede Parzelle, jede alte Rebsorte und jede traditionelle Anbaumethode als eigenständiger Ausdrucksträger der mallorquinischen Weinbaugeschichte verstanden wird. Die Handschrift des Weinguts, geprägt durch minimale Eingriffe im Weinberg und Keller, macht Ca'n Verdura zu einem Referenzpunkt für die neue Generation mallorquinischer Winzer, die sich bewusst gegen internationale Standardsorten und für das kulturelle Erbe der Insel entscheiden.
Häufig gestellte Fragen zu Ca'n Verdura
Wer gründete das Weingut Ca'n Verdura? Der Önologe Tomeu Llabrés begann 2010 mit der Wiederbelebung alter Mantonegro-Reben und eröffnete 2012 seine eigene Mikro-Bodega in einer ehemaligen Autowerkstatt in Binissalem, Mallorca.
Welche Rebsorten stehen im Zentrum von Ca'n Verdura? Bei den Rotweinen dominieren die autochthonen Sorten Mantonegro und Callet, bei den Weißweinen Moll, auch Prensal Blanc genannt, sowie die seltene, wiederentdeckte Giró Ros.
Was bedeutet "viticultura en miniatura"? Der Begriff beschreibt Tomeu Llabrés' Ansatz, in sehr kleinem Maßstab und mit größter Präzision Weine aus alten, kleinen Parzellen zu erzeugen, statt auf große Produktionsmengen zu setzen.
Was ist der Supernova Blanc? Der Supernova Blanc ist das Aushängeschild des Weinguts, ein reinsortiger Moll aus alten Buschreben rund um Binissalem und Santa Maria, mit nur rund 10.000 produzierten Flaschen jährlich.
Was zeichnet den Boden Cal Vermell aus? Cal Vermell ist ein roter, eisenhaltiger Lehmboden mit Kalksteinanteil, typisch für die Region Binissalem, der aufgrund seiner guten Wasserspeicherung Trockenstress in den Reben reduziert.
Woher stammt der Name Ca Ses Rosetes? Der Name ist der traditionelle Spitzname der mütterlichen Familienlinie von Tomeu Llabrés und ziert den reinsortigen Weißwein aus der Rebsorte Giró Ros.