Auf einer Burg aus dem 12. Jahrhundert, deren Ursprünge bis ins Mittelalter zurückreichen, keltert die Familie Diel seit über 220 Jahren Wein. Was 1802 als klassischer landwirtschaftlicher Mischbetrieb begann, zählt heute zu den unbestrittenen Spitzenweingütern der Nahe.
Auf einen Blick
Schlossgut Diel ist ein Familienweingut auf Burg Layen in der Gemeinde Rümmelsheim im deutschen Anbaugebiet Nahe, dessen historischer Kern, eine Wasserburg im Trollbachtal, bis ins 12. beziehungsweise 13. Jahrhundert zurückreicht. Die Familie Diel betreibt bereits seit dem 16. Jahrhundert Weinbau im Nahetal und erwarb 1802, während der napoleonischen Besatzung, Burg und Weingut endgültig von Freiherr Wolfgang Heribert von Dalberg, nachdem sie das Anwesen zuvor bereits jahrzehntelang gepachtet hatte. Seit 2017 beziehungsweise 2019 führt Caroline Diel als persönlich haftende Gesellschafterin das Gut in siebter Generation, gemeinsam mit ihrem Mann Sylvain Taurisson, nachdem sie ihren Vater Armin Diel abgelöst hatte, der das Weingut über 32 Jahre leitete und zugleich als einflussreicher Weinkritiker und langjähriger Vorsitzender des VDP.Nahe wirkte. Das Weingut bewirtschaftet rund 25 bis 26 Hektar Rebfläche, überwiegend mit Riesling, ergänzt durch Weiß-, Grau- und Spätburgunder sowie Chardonnay, und zählt seit 1989 zu den Mitgliedern des Verbands Deutscher Prädikatsweingüter. Die 3 Grossen Lagen Goldloch, Pittermännchen und Burgberg in der Gemeinde Dorsheim bilden das Rückgrat des Sortiments.
Eine Familiengeschichte seit 1802
Die Ursprünge der Burg Layen reichen bis ins 12. oder 13. Jahrhundert zurück, als sie auf einem Felsenrücken im Trollbachtal nahe der Mündung der Nahe in den Rhein errichtet wurde. Über die Jahrhunderte entstanden hier mehrere Schlossanlagen adeliger Eigentümer mit bedeutendem Land- und Weinbergsbesitz, bevor Johann Peter Diel 1802, mitten in der napoleonischen Besatzungszeit, das Anwesen von Freiherr von Dalberg erwarb, den es die Familie zuvor bereits jahrzehntelang gepachtet hatte. Seither befindet sich das Gut ununterbrochen im Besitz der Familie Diel, ursprünglich als klassischer landwirtschaftlicher Mischbetrieb, der erst im Lauf der Generationen sukzessive zu einem reinen Weingut umgewandelt wurde. Unter der Leitung von Armin Diel, der das Weingut von 1987 bis in die 2000er Jahre führte, vollzog sich der entscheidende stilistische Wandel: Weg von den lieblich-süßen Weinen seines Vaters, hin zu trocken ausgebauten Rieslingen und Burgundersorten, zunehmend in kleinen Eichenholzfässern gereift, eine Neuausrichtung, die 1989 in die Aufnahme des Weinguts in den VDP mündete. 2006 kehrte Tochter Caroline Diel, ausgebildete Önologin mit Stationen unter anderem in Burgund, Bordeaux und bei der legendären Domaine de la Romanée-Conti, nach Burg Layen zurück, um gemeinsam mit dem langjährigen Kellermeister am An- und Ausbau der Weine zu feilen. Seit ihrer offiziellen Übernahme führt sie das Gut gemeinsam mit ihrem Mann Sylvain, der den Vertrieb verantwortet, während Caroline sich um sämtliche Facetten der Weinbereitung kümmert. 2020 wurde sie von Falstaff Deutschland als Winzerin des Jahres ausgezeichnet.
Terroir und die Grossen Lagen
Prunkstücke der auf rund 25 bis 26 Hektar angewachsenen Rebfläche sind die steilen Spitzenlagen in der Nachbargemeinde Dorsheim: Goldloch, Pittermännchen und Burgberg, allesamt bereits in der historischen Lagenkarte von 1901 als Lagen erster Klasse eingestuft und heute vom VDP als Grosse Lage klassifiziert. Mit knapp 13 Hektar ist Schlossgut Diel der mit Abstand größte Grundbesitzer in der Steillage Goldloch, deren Name an die Suche der Bergleute nach Gold im 17. Jahrhundert erinnert und deren von Lehm und Urgestein geprägter Boden tiefe, kraftvolle, zugleich elegante Rieslinge hervorbringt. Das Pittermännchen, mit nur rund 0,7 bis 1 Hektar die kleinste Parzelle des Weinguts, besteht aus stark verwittertem Devon-Schiefer auf Rotliegend-Konglomerat und liefert die reserviertesten, straffsten und langlebigsten Rieslinge des Hauses. Der Burgberg, benannt nach der Burg Layen, weist ein Gefälle von über 45 bis 55 Prozent auf und bildet dank seiner amphitheaterartigen Form ein besonders begünstigtes Mikroklima, dessen eisen- und quarzithaltige Lehmböden tiefe, würzige, oft salzige Weine mit großem Lagerpotenzial hervorbringen. Ergänzt wird das Portfolio durch die VDP.Ersten Lagen Burg Layer Schlossberg, Burg Layer Hölle, Burg Layer Johannisberg und Laubenheimer Krone. Sämtliche Grossen-Lagen-Rieslinge werden spontan mit natürlichen Hefen in traditionellen 1.200-Liter-Stückfässern vergoren, ohne biologischen Säureabbau, um die charakteristische Säurestruktur zu bewahren, während beim Spätburgunder teils ganze Trauben mitvergoren und in französischer Eiche ausgebaut werden.
Das Sortiment
Das Kernsortiment gliedert sich in die klassische VDP-Pyramide von Gutswein über Ortswein und Erste Lage bis zum Grossen Gewächs, ergänzt durch das komplette Spektrum der Prädikatsweine bis hin zum Eiswein aus dem Burgberg, dessen Hangfuß aufgrund von Kaltluftstau in kalten Winternächten ideale Bedingungen dafür bietet. Als Prestige-Cuvée des Hauses gilt der Pinot Noir Réserve "Caroline", der bereits seit dem ersten Jahrgang 2001 den Namen der heutigen Winzerin trägt und ausschließlich aus den besten Partien des roten Spätburgunders entsteht. Eine besondere Stärke des Weinguts liegt zudem in seinen traditionell flaschenvergorenen, handgerüttelten Sekten, allen voran die Cuvée Mo, die 4 bis 7 Jahre auf der Hefe reift und in Blindverkostungen regelmäßig mit Champagnern mithalten kann. Legendär ist zudem die weiße Cuvée "Diel de Diel", die einst als Special Guest in der Lufthansa Business Class mitreiste und mittlerweile zu einem Klassiker des Hauses avanciert ist. Bei der jährlichen VDP-Versteigerung in Bad Kreuznach präsentiert Schlossgut Diel zudem stets eine besondere Rarität mit historischem, eigens für Auktionsweine wiederaufgelegtem Etikett.
Häufig gestellte Fragen zu Schlossgut Diel
Wo liegt das Schlossgut Diel? Das Weingut liegt auf der historischen Burg Layen in der Gemeinde Rümmelsheim im deutschen Anbaugebiet Nahe, im Trollbachtal nahe der Mündung der Nahe in den Rhein.
Seit wann gehört Burg Layen der Familie Diel? Johann Peter Diel erwarb Burg und Weingut 1802 während der napoleonischen Besatzung, seither befindet sich das Anwesen ununterbrochen im Besitz der Familie.
Wer führt das Weingut heute? Caroline Diel führt das Gut seit 2017/2019 in siebter Generation gemeinsam mit ihrem Mann Sylvain Taurisson, nachdem sie ihren Vater Armin Diel abgelöst hatte.
Welche sind die wichtigsten Lagen des Weinguts? Die 3 Grossen Lagen Goldloch, Pittermännchen und Burgberg in der Gemeinde Dorsheim bilden das Herzstück, ergänzt durch mehrere Erste Lagen rund um Burg Layen.
Welche Rebsorten dominieren das Sortiment? Rund 70 Prozent der Rebfläche sind mit Riesling bestockt, ergänzt durch Grau-, Weiß- und Spätburgunder sowie Chardonnay.
Ist Schlossgut Diel für Sekt bekannt? Ja, die traditionell flaschenvergorenen Sekte des Hauses, insbesondere die Cuvée Mo mit mehrjähriger Hefereife, zählen zu den renommiertesten Deutschlands.