Kategorie: Juan Gil

Der Steinmetz, der aus Monastrell ein Imperium baute

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1916 gab ein Steinmetz namens Juan Gil Jiménez seinen Beruf auf, um sich einen Traum zu erfüllen: eine eigene Bodega mitten in Jumilla. Über ein Jahrhundert und 4 Generationen später ist aus diesem bescheidenen Anfang eine der größten und einflussreichsten Weinfamilien Spaniens geworden, präsent in 10 Herkunftsregionen des Landes.

Auf einen Blick

Bodegas Juan Gil, heute Teil der Unternehmensgruppe Juan Gil Bodegas Familiares beziehungsweise Gil Family Estates, wurde 1916 von Juan Gil Jiménez in der Stadt Jumilla im Südosten Spaniens gegründet, dessen erste Weine aus Trauben steiniger, kalkreicher Böden unter extremem Klima entstanden. Der Betrieb wird heute bereits in vierter Generation von den Nachkommen des Gründers geführt, wobei der eigentliche Aufschwung Ende 2001 begann, als Miguel Gil gemeinsam mit seinem Bruder Ángel und schließlich allen 9 Geschwistern der Familie die traditionelle Bodega grundlegend erneuerte. Parallel dazu gründeten sie Bodegas El Nido, eine Kooperation mit dem australischen Önologen Chris Ringland, aus der mit El Nido und Clío die ersten jumillanischen Weine hervorgingen, die zu den 10 besten Spaniens gezählt wurden. Von diesem Ausgangspunkt expandierte die Familie in den folgenden Jahren systematisch in weitere spanische Weinregionen: Can Blau im Montsant, Atteca in Calatayud, Atalaya in Almansa, Tridente in Zamora und Shaya in Rueda, später ergänzt durch Lagar de Condesa in Rías Baixas sowie Morca in Campo de Borja. Heute umfasst die Unternehmensgruppe rund 900 Hektar Rebfläche allein in Jumilla, wo Monastrell die Leitrebsorte bildet.

Eine Familiengeschichte über vier Generationen

Die Geschichte des heutigen Weinimperiums beginnt 1916, als Juan Gil Jiménez, zuvor als Steinmetz tätig, seinen Beruf aufgab, um sich seinen Traum von einer eigenen Bodega im Herzen von Jumilla zu erfüllen. Seine ersten Weine entstanden aus Trauben, die auf steinigen, kalkreichen Böden unter einem der extremsten Klimazonen Spaniens wuchsen. Sein Sohn benannte den Betrieb später in Hijos de Juan Gil um, ein Name, den auch der nächste Juan Gil in der Familienlinie beibehielt. Über Jahrzehnte hinweg blieb die Bodega ein vergleichsweise bescheidener, überwiegend im Fassweinhandel tätiger Betrieb, bis Ende 2001 der entscheidende Wendepunkt kam: Miguel Gil beschloss, das alte Familienunternehmen grundlegend neu auszurichten, unterstützt von seinem Bruder Ángel, der sich kurz darauf dem Projekt anschloss und schließlich alle 9 Geschwister der Familie als Gesellschafter des neu gegründeten Unternehmens einband. In diesem Moment entstand parallel zur erneuerten Bodegas Juan Gil auch Bodegas El Nido, aus der Zusammenarbeit mit dem renommierten australischen Önologen Chris Ringland, der bis heute eng mit der Familie verbunden ist. Über die Jahrgänge 2004 bis 2008 folgte eine beispiellose Expansionsphase: 2004 kam Can Blau im Montsant hinzu, 2005 Ateca in Calatayud, 2007 Atalaya in Almansa, 2008 schließlich Tridente in Zamora und Shaya in Rueda, ein Investitionsvolumen von insgesamt rund 18,5 Millionen Euro allein zwischen 2001 und 2008. 2013 folgte Lagar de Condesa in Rías Baixas, 2014 begann der Bau der Kellerei Morca in Campo de Borja. Bis heute lebt die Philosophie des Gründers Juan Gil Jiménez in der Familie fort, die er einst schlicht zusammenfasste: gute Arbeit leisten und den Namen der eigenen Marke mit Stolz tragen.

El Nido: Der internationale Durchbruch

Bodegas El Nido, das Ergebnis der 2001 begonnenen Zusammenarbeit zwischen der Familie Gil und Chris Ringland, liegt im Valle de la Aragona nördlich von Jumilla auf rund 44 Hektar in den höchstgelegenen Zonen der Region, bepflanzt mit teils hundertjährigen Monastrell-Buschreben sowie Cabernet Sauvignon, auf steinigen, stark kalkhaltigen, nach Norden oder Nordosten ausgerichteten Böden. Aus diesem Terroir entstehen ausschließlich 2 Weine: Clío, eine Cuvée aus rund 70 Prozent Monastrell und 30 Prozent Cabernet Sauvignon, sowie das gegensätzlich komponierte El Nido mit rund 70 Prozent Cabernet Sauvignon und 30 Prozent Monastrell, beide mit 22 bis 24 Monaten Fassreife und bewusst limitierter Produktion. El Nido gilt als der erste Wein aus Jumilla, der in die Riege der 10 besten Weine Spaniens aufgenommen wurde, und erhielt von internationalen Kritikern wiederholt Bewertungen bis zu 99 Punkten, ein Erfolg, der die bis dahin eher unscheinbare Herkunftsbezeichnung Jumilla erstmals ins internationale Rampenlicht rückte.

Ein Imperium über zehn Weinregionen

Von Jumilla aus, wo neben Bodegas Juan Gil und El Nido auch die Cuvée Corteo entstand, expandierte die Familie systematisch über die gesamte Iberische Halbinsel: In der benachbarten Herkunftsbezeichnung Almansa keltert Bodegas Atalaya aus der dort heimischen Garnacha Tintorera die Linien Laya, Alaya Tierra und La Atalaya del Camino. In Calatayud entstehen mit Atteca und Honoro Vera aragonesische Garnacha-Weine, während in Campo de Borja das jüngere Projekt Morca ähnliche Ziele mit den Weinen Godina, Morca und Tourán verfolgt. Im katalanischen Montsant produziert Can Blau, im benachbarten Priorat Llicorella Vins, während sich Tridente und Shaya, letztere in der Herkunftsbezeichnung Rueda, dem kastilischen Hochland widmen, mit Shaya Habis als besonders hervorgehobener Verdejo aus alten Buschreben. Rías Baixas im äußersten Nordwesten Spaniens wird durch Lagar de Condesa vertreten. Innerhalb des Kernsortiments von Bodegas Juan Gil selbst gliedert sich die Produktion nach Reifedauer: Etiqueta Amarilla mit rund 4 Monaten Fassreife, Etiqueta Plata mit 12 Monaten sowie Etiqueta Azul mit 18 Monaten, ergänzt durch die neuere Cuvée A, bei der Monastrell zu gleichen Teilen in Amphore und Eichenholz reift.

Häufig gestellte Fragen zu Juan Gil

Wer gründete Bodegas Juan Gil? Juan Gil Jiménez gründete den Betrieb 1916 in Jumilla, nachdem er seinen Beruf als Steinmetz aufgegeben hatte, um sich dem Weinbau zu widmen.

Wie kam es zum internationalen Durchbruch der Familie? Ende 2001 erneuerten Miguel und Ángel Gil gemeinsam mit ihren Geschwistern den Familienbetrieb und gründeten parallel Bodegas El Nido mit dem australischen Önologen Chris Ringland, dessen Weine El Nido und Clío international höchste Anerkennung fanden.

In welchen spanischen Regionen ist die Familie Gil heute aktiv? Neben Jumilla ist die Gruppe unter anderem in Almansa, Calatayud, Campo de Borja, Montsant, Priorat, Castilla y León, Rueda und Rías Baixas mit eigenen Bodegas vertreten.

Was ist der Unterschied zwischen Clío und El Nido? Clío besteht überwiegend aus Monastrell mit Cabernet-Sauvignon-Anteil, während sich El Nido genau umgekehrt zusammensetzt, mit Cabernet Sauvignon als dominierender Sorte.

Welche Rebsorte prägt das Kernsortiment von Bodegas Juan Gil? Monastrell bildet die Leitrebsorte der Jumilla-Weine, sortiert nach Fassreife in die Linien Etiqueta Amarilla, Plata und Azul.

Wie groß ist die Rebfläche der Familie Gil in Jumilla? Allein in Jumilla bewirtschaftet die Unternehmensgruppe heute rund 900 Hektar Rebfläche, aus denen die hochwertigsten Trauben für die Spitzenweine selektiert werden.