Kategorie: Vaudon

Der Kellermeister, der seinen eigenen Namen abfüllte

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Pierre Vaudon war bereits 15 Jahre lang Kellermeister eines fremden Champagnerhauses, bevor er seine eigene, über Generationen gewachsene Familiendomäne unter eigenem Namen abfüllte. Das Ergebnis: ein Cognac, der ganz auf die Ausdruckskraft eines einzigen Terroirs setzt, die Fins Bois.

Auf einen Blick

Cognac Vaudon ist ein Familienunternehmen mit Sitz in Échallat in der Charente, dessen Geschichte bis ins Jahr 1771 zurückreicht, als François Gaborit sein Anwesen Mérignac samt Weinbergen an seinen Stiefsohn Pierre Nalbert vererbte. Über Generationen wuchs und entwickelte sich das Anwesen, Aufzeichnungen zu den Ernten reichen bis 1833 zurück. Erst im 20. Jahrhundert wurde ein Großteil der heutigen Rebflächen angelegt und die erste 25-Hektoliter-Destille installiert, eine zweite folgte durch Bernard Vaudon, der Anne-Marie Mousset heiratete, ebenfalls aus einer Winzerfamilie stammend. Heute führt ihr Sohn Pierre Vaudon, zugleich Kellermeister und Eigentümer des Champagnerhauses Maison François Voyer, gemeinsam mit seiner Mutter Anne-Marie das rund 60 Hektar große Familiengut, überwiegend in der Cru-Zone Fins Bois gelegen, der größten Anbauregion der gesamten Cognac-Appellation. Bereits 1913 erhielt die Familie eine Goldmedaille für ihren Jahrgangs-Cognac von 1811.

Eine Familiengeschichte seit 1771

Die Geschichte von Cognac Vaudon beginnt 1771, als François Gaborit sein Anwesen Mérignac und die dazugehörigen Weinberge an seinen Stiefsohn Pierre Nalbert übergab. Über die folgenden Generationen wuchs und veränderte sich der Betrieb kontinuierlich, Denis Nalbert dokumentierte bereits ab 1833 detailliert, wie Aprilfröste, Trockenperioden und Hagelstürme die jährlichen Ernten beeinflussten. Erst im 20. Jahrhundert pflanzten Denis und später Pierre Mousset einen Großteil der heute noch bestehenden Rebflächen und errichteten die ersten Destillen mit 25 Hektolitern Fassungsvermögen. Eine zweite Brennerei installierte Bernard Vaudon, der Anne-Marie Mousset heiratete, ihrerseits aus einer Winzerfamilie stammend, wodurch sich das Anwesen erneut vergrößerte. Bereits 1913 wurde ein Jahrgangs-Cognac der Familie aus dem Erntejahr 1811 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, ein früher Beleg für die außergewöhnliche Qualität des Hauses. Heute liegt die Verantwortung bei Pierre Vaudon, dem Sohn von Bernard und Anne-Marie, der zugleich seit 15 Jahren als Kellermeister und Eigentümer des Champagnerhauses Maison François Voyer tätig ist und sein umfangreiches önologisches Wissen aus dieser Doppelrolle in die eigene Familienmarke einfließen lässt.

Terroir und Herstellung

Cognac Vaudon konzentriert sich bewusst auf ein einziges Cru-Gebiet: die Fins Bois, mit Abstand die größte der insgesamt 6 offiziellen Anbauzonen der Cognac-Region. Das Terroir des Anwesens besteht aus einem oberflächlichen, harten Kalklehmboden mit Kieselsäureanteil, lokal als "groie" bezeichnet, der den Weinbränden Fülle und Weichheit verleiht. Die Fins Bois sind zudem dafür bekannt, vergleichsweise schnell zu reifen und bereits früh würzige und lakritzartige Noten zu entwickeln. Die Weine für die Destillation stammen ausschließlich aus der Rebsorte Ugni Blanc, angebaut nach einem respektvollen, traditionell geprägten Umgang mit dem Weinberg. Eine Besonderheit des Hauses ist der vollständige Verzicht auf Schwefel bei den Weinen vor der Destillation, wodurch Frische und Fruchtigkeit bewahrt bleiben, bevor der Wein während der Reifung auf der Feinhefe eine leichte, brioche-artige Note entwickelt. Pierre Vaudon wendet dabei ein traditionelles, von seinem Großvater erlerntes Verfahren der Destillation auf der Hefe an, das den Branntweinen eine besonders reiche und elegante Charakteristik verleiht, durchgeführt im klassischen zweifachen Brennverfahren in charentesischen Destillen mit Nachbrand, den sogenannten "alambics à repasse".

Das Sortiment

Der Vaudon VS Fins Bois, doppelt destilliert und 2 bis 3 Jahre in neuen Eichenfässern aus dem Limousin gereift, verbindet Beerenaromen mit einer feinen Vanillenote, eine bekannte Signatur der Fins-Bois-Region. Der Vaudon VSOP Fins Bois reift 4 bis 6 Jahre in neuen Limousin-Eichenfässern und zeigt sich ausgewogen und mittelkräftig, ein repräsentativer Ausdruck dessen, was diese Anbauregion zu bieten hat. An der Spitze des Sortiments steht der Vaudon XO, wahlweise als reiner Fins-Bois-Cognac oder als Multicru-Assemblage mit Anteilen aus der benachbarten Grande Champagne, gereift in einer Kombination aus engporigem und weitporigem sowie neuem und gebrauchtem Eichenholz, mit Aromen von Veilchen, Mango, Nuss, kandierter Orange und Pfirsich. Die Präsentation des XO in einer eleganten Karaffe unterstreicht den Anspruch des Hauses, einen authentischen, unabhängigen Erzeuger und dessen unverfälschten Terroir-Ausdruck erlebbar zu machen.

Häufig gestellte Fragen zu Cognac Vaudon

Seit wann besteht das Haus Vaudon? Die Geschichte des Anwesens reicht bis 1771 zurück, als François Gaborit sein Gut Mérignac an seinen Stiefsohn Pierre Nalbert vererbte, die eigene Marke Vaudon führt heute Pierre Vaudon in direkter Familientradition weiter.

Wo liegt das Weingut Vaudon? Das rund 60 Hektar große Anwesen liegt in Échallat in der Charente, überwiegend in der Cru-Zone Fins Bois, der größten Anbauregion der Cognac-Appellation.

Wer führt Cognac Vaudon heute? Pierre Vaudon, zugleich Kellermeister und Eigentümer des Champagnerhauses Maison François Voyer, führt den Betrieb gemeinsam mit seiner Mutter Anne-Marie Vaudon.

Was zeichnet den Fins-Bois-Cognac aus? Fins Bois gilt als der größte Cru der Region, mit einem Kalklehmboden, der den Weinbränden Fülle und Weichheit verleiht, sowie einer für frühe würzige und lakritzartige Aromen bekannten Reifecharakteristik.

Was ist die Destillation auf der Hefe? Ein von Pierre Vaudons Großvater erlerntes traditionelles Verfahren, bei dem der Wein vor der Destillation auf der Feinhefe reift, was den Branntweinen zusätzliche Reichhaltigkeit und Eleganz verleiht.

Produziert Vaudon auch Multicru-Cognacs? Ja, neben reinen Fins-Bois-Abfüllungen stellt das Haus auch Assemblagen mit Anteilen aus der benachbarten, renommierten Grande Champagne her.