Kategorie: Ruinart

Das Haus, das Chardonnay zur Chefsache machte

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Ein Edikt von König Ludwig XV. veränderte 1728 alles: Erstmals durfte Wein in Flaschen verschickt werden, nicht mehr nur im Fass. Ein Tuchhändler aus Reims erkannte die Tragweite sofort, legte am 1. September 1729 die Gründungsurkunde seines Hauses an und schuf damit die erste Firma der Welt, die ausschließlich Champagner produzierte.

Auf einen Blick

Champagne Ruinart ist ein Champagnerhaus in Reims und gilt als das älteste noch aktive Haus, das ausschließlich Champagner erzeugt. Am 1. September 1729 trug Nicolas Ruinart, Tuchhändler aus Reims, die Gründungsurkunde in sein Kontobuch ein, nur wenige Monate nach dem königlichen Edikt vom 25. Mai 1728, das den Flaschentransport von Wein erlaubte. Den Anstoß gab sein Onkel Dom Thierry Ruinart (1657 bis 1709), ein gelehrter Benediktinermönch der Abtei Saint-Germain-des-Prés bei Paris und enger Vertrauter des berühmten Dom Pérignon, der die Begeisterung des Adels für schäumenden Wein beobachtet und dieses Wissen an seine Familie weitergegeben hatte. Nicolas verschenkte Champagner zunächst an Kunden seines Tuchhandels, gab das Textilgeschäft aber bereits um 1735 vollständig auf, um sich ganz dem Champagner zu widmen. Die Ruinart-Kreidekeller unter der Stadt Reims stehen seit 1931 unter Denkmalschutz und wurden 2015 in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Das Haus gehört heute zum Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton und ist bekannt für seine konsequente Ausrichtung auf Chardonnay als prägende Rebsorte aller Cuvées.

Eine Geschichte seit 1729

Am 25. Mai 1728 erlaubte König Ludwig XV. in einem Erlass, Champagner in Körben mit Flaschen zu transportieren und über die Normandie-Häfen wie Rouen zu vertreiben, bis dahin war Champagner auf sein Herkunftsgebiet beschränkt geblieben, da Wein nur in Fässern transportiert werden durfte. Nicolas Irénée Ruinart (1697 bis 1769) erkannte die Chance, die dieses Dekret bot, und gründete 1729 in Reims das erste Champagnerhaus der Welt, im Wissen seines Onkels Dom Thierry Ruinart, der als Benediktinermönch Dom Pérignon und dessen Weinbereitungstechniken kannte. Die erste Lieferung "vin de Champagne" verließ das Haus bereits im Januar 1730. Mitte des 18. Jahrhunderts erwarb Ruinart die antiken Kreidegruben, sogenannte Crayères, unter der Stadt Reims, um dort seine Flaschen bei konstanter Temperatur, gleichbleibender Feuchtigkeit und wenig Licht zu lagern, ein Vorgehen, das das Haus zu einem der ersten machte, die diese natürlichen Keller systematisch nutzten. 1764 verschickte Ruinart den ersten Rosé-Champagner quer durch Europa. Claude Ruinart, genannt "der Reisende", baute Mitte des 18. Jahrhunderts Handelsbeziehungen mit zahlreichen europäischen Ländern auf. 1895 beauftragte André Ruinart den tschechischen Künstler Alphonse Mucha mit einem Plakat für das Haus, ein frühes Zeugnis für die enge Verbindung von Ruinart und der Kunst, die bis heute besteht.

Terroir und Chardonnay-Philosophie

Was Ruinart bis heute auszeichnet, ist eine konsequente Leidenschaft für Chardonnay: Die Rebsorte prägt jeden einzelnen Champagner des Hauses und verleiht ihm jene Frische, Eleganz und mineralische Tiefe, für die Ruinart weltweit geschätzt wird. "Ruinart" und "Blanc de Blancs" sind heute untrennbar miteinander verbunden, der exzellente Ruf des Hauses gründet seit jeher auf der Qualität der großen Chardonnay-Trauben, die die Basis der Spitzencuvées bilden. Die Trauben stammen aus den besten Lagen der Champagne, insbesondere aus der Côte des Blancs, dem Herzen des Chardonnay-Anbaus, sowie aus der Montagne de Reims, wo der Chardonnay auf kreidehaltigen Böden besondere Spannung und Mineralität entwickelt. Die Kreidekeller in Reims, die sich mehrere Dutzend Meter tief unter der Stadt erstrecken, wurden bereits in römischer Zeit als Steinbrüche angelegt und dienen dem Haus als natürliche Reifekeller mit konstanten 10 bis 12 Grad Celsius. Ruinart räumt zudem den Themen Biodiversität und Nachhaltigkeit im Weinbau einen hohen Stellenwert ein und arbeitet mit seinen Partnerwinzern an einer langfristigen Verringerung des ökologischen Fußabdrucks.

Das Sortiment

Das Herzstück des Sortiments bildet der Ruinart Blanc de Blancs, ein zu 100 Prozent aus Chardonnay gekelterter Champagner, der die Handschrift des Hauses in reinster Form verkörpert, elegant, frisch und mineralisch, mit Aromen von weißen Blüten, Zitrusfrüchten, frischen Mandeln und einer feinen Kreidenote. Der R de Ruinart ist der Einstiegs-Champagner des Hauses, überwiegend aus Chardonnay mit einem Anteil Pinot Noir, während der Ruinart Rosé, dessen Wurzeln bis zur ersten europaweiten Rosé-Lieferung 1764 zurückreichen, Fruchtigkeit und Finesse verbindet. An der Spitze des Portfolios stehen die Prestige-Cuvées Dom Ruinart, benannt nach dem Ahnherrn Dom Thierry Ruinart, die nur in herausragenden Jahrgängen entstehen: der Dom Ruinart Blanc de Blancs ausschließlich aus Chardonnay sowie der Dom Ruinart Rosé, bei dem Pinot Noir eine bedeutendere Rolle spielt. Alle Ruinart-Champagner reifen mindestens 3 bis 4 Jahre in den historischen Kreidekellern, die Prestige-Cuvées deutlich länger, bevor sie freigegeben werden. Die charakteristische Flaschenform mit ihren markanten Schultern und die zeitlose Verpackung, oft in Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Künstlern gestaltet, machen die Marke auch optisch unverwechselbar.

Häufig gestellte Fragen zu Ruinart

Wann wurde Ruinart gegründet? Nicolas Ruinart legte am 1. September 1729 die Gründungsurkunde des Hauses in Reims an, kurz nach dem königlichen Edikt vom 25. Mai 1728, das den Flaschentransport von Wein erlaubte.

Warum gilt Ruinart als ältestes Champagnerhaus? Ruinart ist das älteste noch aktive Haus, das ausschließlich Champagner produziert, gegründet im Jahr nach dem Edikt Ludwigs XV., das den überregionalen Flaschenversand erstmals ermöglichte.

Wer war Dom Thierry Ruinart? Dom Thierry Ruinart (1657 bis 1709) war ein gelehrter Benediktinermönch und enger Vertrauter von Dom Pérignon, der das Wissen um schäumenden Wein an seine Familie weitergab und damit den Grundstein für das Haus seines Neffen Nicolas legte.

Wofür ist Ruinart besonders bekannt? Ruinart ist für seinen konsequent auf Chardonnay ausgerichteten Stil bekannt, allen voran für den Blanc de Blancs, der für Frische, Eleganz und mineralische Tiefe steht.

Was sind die Crayères von Ruinart? Die Crayères sind antike Kreidegruben unter der Stadt Reims, die Ruinart seit Mitte des 18. Jahrhunderts als Reifekeller nutzt, 1931 unter Denkmalschutz gestellt und seit 2015 UNESCO-Welterbe.

Wem gehört Ruinart heute? Das Haus gehört zum Luxuskonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton und wird als eigenständiges Champagnerhaus mit eigenem Qualitätsprofil geführt.