Am 7. Januar 966 schenkte Kaiser Otto I. der Trierer Abtei Sankt Maximin Land an einem Südhang der Ruwer, eine Urkunde, die heute in der französischen Nationalbibliothek in Paris liegt. Fast 1.060 Jahre später bewirtschaftet dieselbe Weinbergslage, mittlerweile in sechster Generation der Familie von Schubert, noch immer denselben Hang, und noch immer heißt der Wein der bestgelegenen Parzelle "der Wein der Äbte".
Auf einen Blick
Das Weingut Maximin Grünhaus liegt in Mertesdorf im Ruwertal, nur rund 2 Kilometer oberhalb der Mündung der Ruwer in die Mosel und etwa 7 Kilometer von Trier entfernt. Die Ursprünge des Weinbaus am sogenannten Grüneberg reichen bis in die Römerzeit zurück, urkundlich belegt ist der Besitz seit einer Schenkung Kaiser Otto I. an die Abtei Sankt Maximin im Jahr 966, wobei bereits 633 der Frankenkönig Dagobert I. dem Kloster Ländereien am Grüneberg vermacht hatte. Bis zur Säkularisation 1802/1803 unter Napoleon bewirtschaftete die Benediktinerabtei den Betrieb selbst, danach wechselte der Besitz mehrfach, bis Carl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg das Gut 1882 erwarb und modernisierte. Seither befindet sich Maximin Grünhaus im Alleinbesitz der Familie von Schubert, heute in sechster Generation von Maximin von Schubert geleitet, der 2014 die Nachfolge seines Vaters Dr. Carl von Schubert antrat, unterstützt seit 2004 von Kellermeister Stefan Kraml. Das Weingut bewirtschaftet 34 Hektar in der geschlossenen, im Alleinbesitz befindlichen Monopollage Maximin Grünhaus mit den 3 Einzellagen Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg, zu rund 90 Prozent mit Riesling bestockt.
Eine über 1.000-jährige Geschichte
Der Weinbau am Grüneberg reicht bis in die Römerzeit zurück, seine dokumentierte Geschichte beginnt jedoch mit der Schenkung des Frankenkönigs Dagobert I. an das Kloster Sankt Maximin in Trier im Jahr 633, ein Besitz, den Otto I. 966 mit einer eigenen Urkunde bestätigte, weitere urkundliche Nachweise folgten 1135, 1277 und 1579. Der Name Grünhaus geht vermutlich auf vereinzelt vorkommende Adern von Diabas, einem marmorähnlichen grünlichen Vulkangestein, zurück, ergänzt durch die Tatsache, dass das alte Klostergebäude über Jahrhunderte grün gestrichen war. Bis zur Säkularisation 1802/1803 im Zuge der napoleonischen Herrschaft bewirtschaftete die Benediktinerabtei Sankt Maximin den Betrieb selbst, danach stand er bis 1810 unter französischer Verwaltung, bevor er an Friedrich Freiherrn von Handel und später an dessen Enkel Friedrich Freiherrn von Solemacher überging. 1882 erwarb schließlich Carl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg das Anwesen und baute es zu einem der modernsten Weingüter seiner Zeit aus, seither ist Maximin Grünhaus ununterbrochen im Besitz der Familie von Schubert, heute in sechster Generation unter Maximin von Schubert, der 2014 die Leitung von seinem Vater Dr. Carl von Schubert übernahm. Eine kuriose historische Randnotiz: Der einstige Weinberg der Familie des Trierer Philosophen Karl Marx lag im sogenannten Viertelberg und gehört heute zur Lage Grünhäuser Herrenberg.
Die Lage und das Terroir
Die geschlossene Weinbergslage Maximin Grünhaus erstreckt sich am steilen Südhang des Grüneberg und gliedert sich in 3 unmittelbar aneinandergrenzende Einzellagen, die allesamt im Alleinbesitz der Familie von Schubert stehen und der historischen Klosterhierarchie entsprechen: Bruderberg als Wein für den einfachen Klosterbruder, Herrenberg für die Maximiner Chorherren und Abtsberg als der Wein der Äbte selbst. Der Abtsberg, bereits 966 erstmals urkundlich erwähnt, umfasst rund 14 Hektar auf einer nach Südosten bis Südwesten ausgerichteten Kuppe in 140 bis 270 Metern Höhe mit einer Hangneigung von bis zu 70 bis 75 Prozent, der Boden besteht aus blauem Devonschiefer und bringt fein strukturierte, mineralische Rieslinge mit rassiger Säure hervor, die zu den langlebigsten der gesamten Region zählen. Der Herrenberg, mit rund 19 Hektar die größte der 3 Lagen, besteht vorwiegend aus rotem Devon-Schiefer und wird gegenüber dem kräftigeren Abtsberg mitunter leicht unterschätzt, zeigt jedoch nach einigen Jahren Flaschenreife dieselbe Spannweite feinster Ruwer-Art. Der Bruderberg, mit nur gut einem Hektar die kleinste Lage, teilt sich denselben blauen Schieferboden mit dem Abtsberg, bringt jedoch würzigere, mitunter rustikalere Weine hervor, die ausschließlich als Qualitätswein deklariert werden. Der Weinbau erfolgt naturnah, mit überwiegend organischer Düngung, natürlicher Wildkräuterbegrünung, ohne Insektizide und mit einem auf rund 45 Hektoliter pro Hektar begrenzten Ertrag, die Lese erfolgt ausschließlich von Hand.
Das Sortiment
Mit rund 90 Prozent der Rebfläche bildet Riesling das eindeutige Rückgrat des Sortiments, ergänzt durch je 5 Prozent Weißburgunder und Spätburgunder, wobei ein bereits im Ertrag stehender Hektar Spätburgunder im Zuge des Klimawandels von Jahr zu Jahr überzeugendere Qualitäten liefert. Die Weine folgen der klassischen VDP-Pyramide von Gutswein über Ortswein bis zu Erster und Grosser Lage, wobei alle 3 Einzellagen Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg als VDP.Grosse Lage klassifiziert sind. Grünhäuser Weine genießen bereits seit über 100 Jahren Weltruf, berühmtester Meilenstein der Geschichte ist die 1921er Herrenberger Riesling Trockenbeerenauslese, von der 1923 ein einziges Fuder mit 1.000 Litern für 100.000 Goldmark versteigert wurde. Die verschiedenen Lagen und Bodentypen sorgen für eine bemerkenswerte stilistische Vielfalt, von mineralisch-schlank bis opulent-fruchtig, wobei der Fokus klar auf trockenen Rieslingen liegt, ergänzt durch feinherbe und, in geeigneten Jahrgängen, edelsüße Prädikatsweine. Mit einer Jahresproduktion von rund 150.000 Flaschen zählt das Weingut zu den führenden Adressen der Mosel und wurde unter anderem vom Robert Parker Spirits Magazine als Winery of the Year ausgezeichnet.
Häufig gestellte Fragen zum Weingut Maximin Grünhaus
Wo liegt das Weingut Maximin Grünhaus? Das Weingut liegt in Mertesdorf im Ruwertal, rund 2 Kilometer oberhalb der Mündung der Ruwer in die Mosel und etwa 7 Kilometer von Trier entfernt.
Seit wann besteht das Weingut? Die Weinbaugeschichte reicht urkundlich bis ins Jahr 966 zurück, als Kaiser Otto I. das Land der Trierer Abtei Sankt Maximin schenkte, seit 1882 ist der Betrieb im Besitz der Familie von Schubert.
Wer führt das Weingut heute? Maximin von Schubert leitet den Betrieb seit 2014 in sechster Generation, nachdem er seinem Vater Dr. Carl von Schubert nachfolgte, unterstützt seit 2004 von Kellermeister Stefan Kraml.
Was sind die 3 Einzellagen des Weinguts? Abtsberg, Herrenberg und Bruderberg bilden die geschlossene Monopollage Maximin Grünhaus, benannt nach der historischen Klosterhierarchie und allesamt als VDP.Grosse Lage klassifiziert.
Welche Rebsorte dominiert das Sortiment? Riesling macht rund 90 Prozent der Rebfläche aus, ergänzt durch je 5 Prozent Weißburgunder und Spätburgunder.
Was ist die berühmteste Flasche der Weinguts-Geschichte? Die 1921er Herrenberger Riesling Trockenbeerenauslese gilt als berühmtester Wein der Geschichte, 1923 wurde ein Fuder von 1.000 Litern für 100.000 Goldmark versteigert.