Kategorie: Rodrigo Méndez

Galiciens Meisterwinzer – Albariño aus dem Val do Salnés

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Rodrigo Méndez gehört zu den visionärsten Winzern Spaniens. Mit seinen beiden Projekten Forjas del Salnés und dem eigenen Label Rodrigo Méndez hat er die Weinregion Rías Baixas revolutioniert – und bewiesen, dass Galicien weit mehr kann als Albariño aus dem Edelstahltank. Seine Weine sind lebendige Zeugnisse einer jahrhundertealten Weinbautradition, die er mit Leidenschaft, Respekt vor dem Terroir und einer kompromisslosen Handwerkskunst in die Zukunft trägt. Entdecken Sie bei Favino eine handverlesene Auswahl seiner außergewöhnlichen Weine – direkt importiert und persönlich kuratiert.

Das Weingut: Eine Familiengeschichte aus Schmiedefeuer und Rebstock

Forjas del Salnés – der Name bedeutet übersetzt „Die Schmieden des Salnés“ – wurde 2005 von Rodrigo „Rodri“ Méndez als Garagenweingut in der galicischen Gemeinde Meaño gegründet. Der Name ist eine Hommage an seinen Großvater Francisco Méndez, der als Schmied und Weinbauer gleichermaßen geschätzt wurde und 1988 maßgeblich an der Gründung der D.O.P. Rías Baixas beteiligt war. Rodrigo repräsentiert die fünfte Generation einer Familie, die seit über drei Jahrhunderten Wein in Galicien erzeugt. Als Francisco im Jahr 2001 verstarb, erbte Rodri eine Sammlung uralter Weinberge – und mit ihnen eine Mission: das Erbe seines Großvaters zu bewahren und weiterzuentwickeln.

Heute bewirtschaftet Rodrigo Méndez rund 12 Hektar Rebfläche in den Gemeinden Meaño, Sanxenxo und Barro im Val do Salnés, der küstennahsten und kühlsten Subzone der D.O. Rías Baixas. Die Gesamtproduktion über beide Labels hinweg beträgt lediglich rund 10.000 Kisten – aufgeteilt auf über 20 verschiedene Cuvées, von denen nicht alle in jedem Jahrgang erzeugt werden. Es handelt sich um echten Terroirwein in Kleinstauflagen, geprägt von atlantischem Klima, Granitböden und der Handschrift eines der talentiertesten Winzer Spaniens.

Zwei Projekte, eine Vision: Forjas del Salnés & Rodrigo Méndez

Rodrigo arbeitet unter zwei klar getrennten Labels. Forjas del Salnés erkundet die gesamte Salnés-Region und vereint sowohl familieneigene Parzellen als auch langjährig gepachtete Weinberge von befreundeten Winzern aus den verschiedenen Dörfern des Val do Salnés. Das Zweitlabel Rodrigo Méndez konzentriert sich ausschließlich auf Weinberge in Rodrigos Heimatdorf Meaño – vergleichbar mit dem burgundischen Konzept von Village- und Lagenwein. Hier auf nur 2,5 Hektar entstehen Weine von extremer Präzision und Tiefe, benannt nach galicischen Inseln wie Cíes und Sálvora.

Terroir: Atlantik, Granit und Jahrhundertealte Reben

Das Val do Salnés liegt nur einen Steinwurf vom Atlantik entfernt und gehört zu den regenreichsten Weinbaugebieten Spaniens mit einem jährlichen Niederschlag von rund 1.600 mm. Die Böden aus Granitsand über Granitgestein sind extrem karg und gut drainiert – Bedingungen, unter denen Reben kämpfen müssen und Phylloxera nicht überleben kann. Dies erklärt, warum viele Weinberge von Forjas del Salnés auf eigenen Wurzeln stehen und ein erstaunliches Alter von 150 bis über 200 Jahren erreichen. Selbst der Einstiegs-Albariño Leirana stammt von Reben mit einem Durchschnittsalter von 40 bis 60 Jahren. Die kühlen Durchschnittstemperaturen von etwa 16 °C zwischen April und Oktober sowie die ständige atlantische Brise verleihen den Weinen ihre charakteristische Frische, Mineralität und Salzigkeit.

Die Weinberge und Einzellagen

Finca Genoveva – Das Herz des Weinguts

Die legendäre Finca Genoveva in der Gemeinde Barro ist Rodrigos ältester und bedeutendster Weinberg. Hier stehen Albariño- und Caíño-Reben, die 150 bis über 200 Jahre alt sind und auf reinem Granitboden wurzeln. Die Parzelle gehörte einst Doña Lola, deren traditionelle Vinifikation in alten Eichenfässern Rodrigos gesamte Weinphilosophie seit 2008 grundlegend verändert hat. Die Finca Genoveva liefert die Trauben für die gleichnamigen Einzellagenweine – sowohl als weißer Leirana Finca Genoveva Albariño als auch als roter Finca Genoveva Caíño Tinto, der zu 100 % aus Caíño mit Ganztraubenvergärung erzeugt wird. In den Worten der Kritiker ist die Finca Genoveva ein lebendes Zeugnis der Weinbaugeschichte von Rías Baixas.

Goliardo A Telleira – Einzellagen-Albariño

A Telleira ist ein Einzellagen-Albariño unter dem Goliardo-Label, der sich durch mehr Reife und Fülle auszeichnet als der Finca Genoveva. Die Produktion ist mit rund 2.500 Flaschen winzig. Er repräsentiert eine weitere Facette des Salnés-Terroirs und zeigt, welche Vielschichtigkeit die Albariño-Traube auf unterschiedlichen Parzellen entwickeln kann.

Sálvora – Der Grand Cru aus Meaño

Unter dem Label Rodrigo Méndez ist Sálvora das absolute Spitzengewächs – vergleichbar mit einem Grand Cru. Der Weinberg liegt mitten in Meaño, direkt neben dem elterlichen Gemüsegarten. Das Alter der Reben ist unbekannt, doch auf historischen Fotografien von 1920 wirkten sie bereits uralt. Rodrigo füllt lediglich zwei Fässer pro Jahr ab, und kein Jahrgang gleicht dem anderen. Die Einzellage auf kalkreichem Boden umfasst nur 3.000 Quadratmeter – ein Wein von extremer Rarität und Einzigartigkeit.

Cíes – Das Dorf im Glas

Cíes Albariño ist das Einstiegsgewächs des Rodrigo-Méndez-Labels und trägt den Namen eines Dorfes in Meaño – ebenso wie der berühmten Inselgruppe vor der galicischen Küste. Er wird aus 30 bis 80 Jahre alten Reben als Co-Fermentation mehrerer Parzellen in Edelstahl und Holzfässern erzeugt. Mit rund 1.000 Kisten jährlich ist Cíes die größte Produktion des Méndez-Labels. Rodrigo beschreibt ihn als vertikaler und erdiger im Vergleich zum Leirana – eine mineralische, vibrierende und komplexe Interpretation von Meaño.

Tras da Canda – Höhenlage zwischen Eukalyptus

Tras da Canda ist ein 1,5 Hektar großer Weinberg auf 230 Metern Höhe, den Rodrigo selbst angelegt hat – umgeben von Eukalyptuswäldern, auf Sand- und Quarzböden. Hier wachsen rote Sorten wie Caíño, Espadeiro und Loureiro neben weißem Albariño und Caíño Blanco in besonders hoher Pflanzdichte. Der weiße Caíño von Tras da Canda ist eine absolute Rarität mit nur rund 700 Flaschen pro Jahrgang.

O Raio da Vella – Kaolin und Meeresnähe

Die Lage O Raio da Vella liegt auf Granit- und Kaolinböden (weißer Ton) nahe am Meer, bepflanzt mit jungen Reben, die sich wie deutlich ältere verhalten. Hier erzeugt Rodrigo sowohl einen Albariño als auch einen Rotwein aus Espadeiro und Caíño – beide in Kleinstauflagen von 1.500 bis 2.000 Flaschen.

O Santo do Mar – Strandböden in Morrazo

Auf der anderen Seite der Ría de Pontevedra, in der historischen Weinbauregion Morrazo, bewirtschaftet Rodrigo zwei historische Weinberge auf sandigen Strandböden – buchstäblich am Meer gepflanzt. Hier entstehen die Weine O Santo do Mar: ein Albariño (nur 250 Flaschen) und ein Rotwein aus Tinta Femia, einer seltenen Caíño-Variante (700 Flaschen). Diese Weine tragen die Herkunftsbezeichnung Ribeiras do Morrazo.

Philosophie & Vinifikation: Tradition trifft Terroir

Rodrigo Méndez verfolgt eine konsequent naturnahe, minimalinvasive Weinbereitung. Sämtliche Parzellen werden getrennt vinifiziert, um die Eigenheiten jedes Terroirs zu bewahren. Die Vergärung erfolgt ausschließlich mit natürlichen Hefen, ohne Enzyme und weitgehend ohne Temperaturkontrolle. Die Weißweine durchlaufen keine malolaktische Gärung und reifen monatelang auf der Feinhefe – ein Stil, der auf Langlebigkeit und Komplexität ausgelegt ist. Edelstahl wird nur für Blends und den Leirana-Verschnitt eingesetzt; alle Einzellagenweine reifen in großen, gebrauchten Eichenfässern (Foudres) von 2.500 bis 5.000 Litern. Der Schwefelzusatz wird auf ein Minimum beschränkt.

Die Rotweine aus Caíño, Espadeiro und Loureiro werden mit extrem sanfter Extraktion im burgundischen Stil erzeugt – der Fokus liegt auf aromatischer Tiefe, floraler Eleganz und Persistenz statt auf Konzentration. Die Albariño-Trauben werden bewusst erst bei voller Reife gelesen, um den Apfelsäuregehalt auf natürliche Weise zu reduzieren. Das Ergebnis sind Weine von außergewöhnlicher Balance zwischen Frucht, Säure und salzig-mineralischem Charakter.

Die Wiedergeburt der roten Rebsorten von Rías Baixas

Rías Baixas ist weltweit als Albariño-Region bekannt – über 98 % der Rebfläche ist mit weißen Sorten bestockt. Doch Rodrigo Méndez hat bewiesen, dass die roten Sorten, die sein Großvater Francisco 1980 gegen den Rat aller pflanzte, zu den aufregendsten Rotweinen Galiciens gehören. Die Sorten Caíño, Espadeiro, Loureiro Tinto und Brancellao waren fast verloren, bevor Forjas del Salnés ihnen neues Leben einhauchte. Die Zusammenarbeit mit dem legendären Winzer Raúl Pérez (Bierzo) war dabei entscheidend – gemeinsam entwickelten sie den Stil dieser leichten, eleganten Rotweine, die man unter dem Label Goliardo – benannt nach den weintrinkenden mittelalterlichen Gelehrten – findet. Der Goliardo Tinto ist eine Cuvée aus Caíño, Espadeiro, Loureiro Tinto und Sousón; daneben gibt es reinsortige Abfüllungen jeder Sorte in winzigen Auflagen.

Rodrigo Méndez – Die Dorfweine aus Meaño

Das persönliche Label umfasst Cíes, Sálvora, O Raio da Vella, O Santo do Mar und Tras da Canda – allesamt Lagenweine aus dem Heimatdorf Meaño und Umgebung, erzeugt in bio-organischer Arbeitsweise mit minimaler Intervention. Die Weinberge liegen isoliert in den Bergen, an Stränden und nahe am Meer – weit entfernt von konventionellem Weinbau, frei von Nachbarschaftsproblemen mit Pestiziden.

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Rodrigo Méndez gilt als einer der bedeutendsten Albariño-Erzeuger der Welt und als Pionier der Rotwein-Renaissance in Rías Baixas. Seine Weine sind Ausdruck von Terroir, Tradition und Handwerk – atlantische Frische, Granitmineralität und die Seele uralter Rebstöcke in jedem Glas. Entdecken Sie bei Favino, warum Kenner und Kritiker weltweit von einem goldenen Zeitalter für Rías Baixas sprechen.

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