1997 tat Rainer Schnaitmann etwas, das in Württemberg damals kaum jemand für sinnvoll hielt: Er verließ die örtliche Genossenschaft, in die praktisch jeder Winzer der Region seine Trauben lieferte, und gründete mit nur 3 Hektar gepachteter Rebfläche und einer Scheune mit kleinem Keller sein eigenes Weingut. Nur 9 Jahre später war er das jüngste Mitglied, das der VDP jemals aufgenommen hatte.
Auf einen Blick
Das Weingut Rainer Schnaitmann liegt in Fellbach im Remstal, unmittelbar östlich von Stuttgart, im deutschen Anbaugebiet Württemberg. Die Familie Schnaitmann ist in Fellbach seit Jahrhunderten verwurzelt, der erste im Kirchenbuch nachweisbare Schnaitmann, bereits als "Bürger" geführt, wurde 1550 geboren. Rainer Schnaitmann selbst, ursprünglich Architekturstudent, sammelte Erfahrungen in Neuseeland und Südtirol, bevor er sich für ein Studium in Geisenheim entschied und 1997 mit von seinem Vater gepachteten 3 Hektar sein eigenes, unabhängiges Weingut gründete, ein bewusster Bruch mit der lokalen Genossenschaftstradition. Bereits sein erster eigener Jahrgang, ein Spätburgunder aus der Lage Fellbacher Lämmler, wurde im Gault Millau gelistet und mehrfach ausgezeichnet. 2006 wurde das Weingut, nur 9 Jahre nach seiner Gründung, als bis dahin jüngstes Mitglied überhaupt in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter aufgenommen. Seit 2016 ist der Betrieb Demeter-zertifiziert und Mitglied bei respekt-BIODYN. Das Weingut bewirtschaftet heute rund 18 bis 26 Hektar Rebfläche in Fellbach, Rotenberg, Uhlbach, Beutelsbach und Weinstadt, mit den VDP.Grossen Lagen Fellbacher Lämmler, Altenberg, Mönchberg und Götzenberg als Kernstück.
Vom Genossenschaftsbruch zum jüngsten VDP-Mitglied
Obwohl die Familie Schnaitmann seit über 470 Jahren in Fellbach ansässig ist, ist das eigenständige Weingut ein vergleichsweise junges Unternehmen. In den 1980er- und 1990er-Jahren erlebte Württemberg einen spürbaren Wandel: Eine junge Winzergeneration hinterfragte die alten genossenschaftlichen Strukturen der Region und suchte neue Wege in der Weinbereitung. In dieser Phase fand auch Rainer Schnaitmann seinen Weg zum Wein, nach Umwegen über ein Architekturstudium entschied er sich für eine Winzerausbildung und ein Studium in Geisenheim, ergänzt durch prägende Erfahrungen in Neuseeland und Südtirol. 1997 pachtete er von seinem Vater 3 Hektar Rebfläche und erntete seinen ersten eigenen Jahrgang, ein Spätburgunder aus der VDP.Grossen Lage Fellbacher Lämmler, der auf Anhieb im Gault Millau gelistet und mehrfach prämiert wurde. Der nächste Meilenstein folgte 2006: die Aufnahme in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter, nur 9 Jahre nach der Gründung, eine Geschwindigkeit, die zuvor kein Weingut erreicht hatte. Seither erweiterte Rainer Schnaitmann seine Rebfläche durch gezielten Zukauf kontinuierlich, von den ursprünglichen 3 auf heute rund 18 bis 26 Hektar. Von Beginn an setzte er auf biologischen Anbau, für ihn bedeutet dies keine Vereinfachung, sondern eine intensivere Auseinandersetzung mit Boden, Reben und Natur, 2016 erhielt der Betrieb die offizielle biodynamische Zertifizierung.
Die Lage und das Terroir
Das Herzstück des Weinguts bildet der Fellbacher Lämmler, eine als VDP.Grosse Lage klassifizierte Charakterlage mit bemerkenswerter geologischer Vielfalt auf kalkhaltigen Keuperböden, die diese Lage auch mit dem benachbarten Weingut Aldinger teilt. Rainer Schnaitmann bewirtschaftet zudem den Fellbacher Goldberg mit Gipskeuper und leichteren Böden, den Uhlbacher Götzenberg sowie den Rotenberger Schlossberg mit Blick ins Neckartal, ergänzt durch Rebflächen in den Remstaler Orten Beutelsbach und Weinstadt sowie die VDP.Ersten Lagen Goldberg und Schlossberg in Rotenberg. In den Weinbergen wachsen bewusst Gräser, Kräuter und Blumen zwischen den Rebzeilen, um die Biodiversität zu fördern und die Bodenfruchtbarkeit auf natürliche Weise zu stärken, ganz im Sinne der biodynamischen Philosophie des Hauses. Eine besondere Parzelle innerhalb des Lämmler trägt den Namen Simonroth und bildet die Grundlage für die Barrique-Linie des Hauses.
Das Sortiment
Rainer Schnaitmann kultiviert ein breites Rebsortenspektrum, allen voran Lemberger, Spätburgunder, Riesling und Trollinger, ergänzt durch Merlot, Cabernet Franc, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer, Grauburgunder und Chardonnay. Das Flaggschiff des Sortiments ist das Fellbacher Lämmler Lemberger Grosses Gewächs, das Rainer Schnaitmann heute den Ruf einbringt, Deutschlands führender biodynamischer Lemberger-Erzeuger zu sein, ergänzt durch das ebenso hochwertige Fellbacher Lämmler Spätburgunder Grosses Gewächs. Die Barrique-Linie Simonroth versammelt die konzentriertesten Rotweine des Hauses, während die zugänglichere Linie Steinwiege einen unkomplizierteren Einstieg in den Lemberger-Stil des Weinguts bietet. Alle Weine werden mit großem Feingefühl für Lage und Rebsorte vinifiziert und zeigen dabei eine durchgehende, unverwechselbare Charakteristik bei gleichzeitiger Individualität jedes einzelnen Weins. Neben den stillen Weinen produziert das Weingut auch Rosé und Sekt, die Jahresproduktion liegt bei rund 70.000 Flaschen.
Häufig gestellte Fragen zum Weingut Schnaitmann
Wo liegt das Weingut Schnaitmann? Das Weingut liegt in Fellbach im Remstal, unmittelbar östlich von Stuttgart, im deutschen Anbaugebiet Württemberg.
Seit wann besteht die Familie Schnaitmann in Fellbach? Die Familie ist seit dem 16. Jahrhundert in Fellbach nachweisbar, der erste im Kirchenbuch verzeichnete Schnaitmann wurde 1550 geboren, das eigenständige Weingut gründete Rainer Schnaitmann jedoch erst 1997.
Seit wann ist Schnaitmann Mitglied im VDP? Das Weingut wurde 2006, nur 9 Jahre nach seiner Gründung, als damals jüngstes Mitglied in den Verband Deutscher Prädikatsweingüter aufgenommen.
Welches ist die wichtigste Lage des Weinguts? Der Fellbacher Lämmler, als VDP.Grosse Lage klassifiziert, bildet das Herzstück und liefert das Flaggschiff-Grosses-Gewächs aus Lemberger und Spätburgunder.
Ist das Weingut biodynamisch zertifiziert? Ja, seit 2016 ist der Betrieb Demeter-zertifiziert und Mitglied bei respekt-BIODYN.
Welche Rebsorten stehen im Zentrum des Sortiments? Lemberger, Spätburgunder, Riesling und Trollinger bilden den Kern, ergänzt durch Merlot, Cabernet Franc, Sauvignon Blanc, Gewürztraminer und Grauburgunder.