Weingut
Im Jahr 2009 übernahmen die Brüder François und Vincent Durieu das elterliche Weingut in Châteauneuf-du-Pape und leiteten einen radikalen Stilwandel ein. Der Vater hatte auf ehemals 100 ha hauptsächlich Fassweine für die Genossenschaften produziert – François und Vincent reduzierten die Fläche auf 60 ha und setzten auf eine völlig neue Philosophie. François, der zuvor einige Jahre ein Fine Dining Restaurant mit einer Weinkarte von rund 4.000 Positionen betrieb, und Vincent sind Liebhaber des burgundischen Weinstils und streben elegante, geschliffene Weine mit eher heller Farbe und weniger Tannin an. Deshalb ist so gut wie kein Holz im Einsatz und der Anteil Syrah in den Cuvées wird bewusst klein gehalten. Im 2022 neu gebauten Keller, in dem mit Gravitation gearbeitet wird, setzen sie auf Betontanks und zum Teil Amphoren – nur die Basisweine vergären in Foudres. Das Ergebnis sind Rotweine mit der Finesse eines Pinot Noir und komplexe Weißweine – eine Stilistik, die in Châteauneuf-du-Pape ihresgleichen sucht. Der Domaine Durieu Pont de Pierres ist der Côtes du Rhône des Hauses – eine Cuvée aus 50 % Carignan, 20 % Grenache, 15 % Cinsault und 15 % Syrah, 9 Monate in Beton gereift, ein moderner Rhône-Rotwein von seidiger Eleganz.
Lage
Die Carignan, Grenache, Cinsault und Syrah Trauben für den Pont de Pierres stammen aus den Weinbergen der Domaine Durieu in der AOC Côtes du Rhône – der großen Appellation, die das Hinterland von Châteauneuf-du-Pape umgibt und Trauben von eigenständigem Charakter hervorbringt. Der Name Pont de Pierres – Steinbrücke – verweist auf eine historische Steinbrücke, um die herum die Weinreben wachsen. Die Böden sind tiefgründiger Lehm, der den Reben eine gleichmäßige Wasserversorgung und eine natürliche Nährstoffbasis bietet. Im Gegensatz zu den berühmten Galets roulés von Châteauneuf-du-Pape erzeugen die Lehmböden einen weicheren, geschmeidigeren Weinstil, der perfekt zur burgundischen Stilistik passt, die François und Vincent Durieu anstreben. Die Cuvée aus 4 Rebsorten nutzt die Stärken jeder Sorte gezielt: Der Carignan mit seinem dominierenden 50-%-Anteil bringt Struktur, dunkle Frucht und eine herbe, mediterrane Würze, die Grenache steuert Geschmeidigkeit und saftige Fruchtfülle bei, der Cinsault ergänzt florale Leichtigkeit und seidige Textur, und die 15 % Syrah liefern Farbtiefe und pfeffrige Würze. Der bewusst geringe Syrah-Anteil ist eine stilistische Entscheidung: Mehr Syrah würde mehr Tannin und dunklere Farbe bedeuten – das Gegenteil dessen, was die Durieus anstreben. Die Kombination aus den tiefgründigen Lehmböden, der 4-Rebsorten-Assemblage mit Carignan-Dominanz und dem burgundisch inspirierten Ansatz verleiht diesem Pont de Pierres seinen charaktervollen Charakter – seidige Eleganz und mediterrane Finesse, AOC Côtes du Rhône.
Herstellung
François und Vincent Durieu vinifizieren den Pont de Pierres im 2022 neu gebauten Gravitationskeller mit einer Methode, die ihre burgundische Stilistik konsequent auf die Rebsorten der südlichen Rhône überträgt. Die 4 Rebsorten werden von Hand geerntet und nach dem gravitativen Befüllen der Gärbehälter über 20 Tage mazeriert, begleitet von einem täglichen Pigeage – dem händischen Unterstoßen des Tresterhuts, einer Technik, die aus dem Burgund stammt und eine besonders sanfte, gleichmäßige Extraktion fördert. Die Wahl des Pigeage statt des in der südlichen Rhône üblicheren Remontage unterstreicht den burgundischen Ansatz der Durieus: Pigeage extrahiert feinere, seidige Tannine und bewahrt die florale Eleganz, die François und Vincent anstreben. Anschließend reift der Pont de Pierres 9 Monate in Betontanks – einem inerten Material, das dem Wein keine eigenen Aromen aufprägt und die reine Frucht und den Terroircharakter der Lehmböden ungefiltert bewahrt. Der Verzicht auf jeglichen Holzeinsatz ist eine klare stilistische Entscheidung: Die Durieus wollen Rotweine mit der Finesse eines Pinot Noir, und Barrique-Aromen würden die seidige Textur und die helle Farbgebung konterkarieren. Eine leichte Filtration vor der Abfüllung rundet die Vinifikation ab. Handlese, 20 Tage Mazeration mit täglichem Pigeage und 9 Monate Betonausbau entwickeln einen Côtes du Rhône von burgundischer Finesse und seidiger Eleganz – François und Vincent Durieu, Domaine Durieu, Châteauneuf-du-Pape.
Verkostungsnotiz
Im Glas zeigt sich der Pont de Pierres in einer karmesinroten Farbe mit rubinrotem Schimmer – eine eher helle Farbgebung, die den burgundischen Ansatz der Durieus sofort signalisiert und diesen Côtes du Rhône von den dunkleren, extraktreicheren Weinen der Region klar absetzt. In der Nase entfaltet sich ein komplexes Bouquet: Moschus und Lakritz verbinden sich mit aromatischen Noten der Garrigue und umhüllen ein Bukett schwarzer Früchte – wilde Brombeere und reife Kirsche bilden ein saftiges, einladendes Fruchtfundament. Die 50 % Carignan steuern eine herbe, mediterrane Würze bei, während der Cinsault florale Leichtigkeit und der Grenache eine saftige Rundheit einbringt. Am Gaumen zeigt sich der Domaine Durieu Pont de Pierres mit einer sehr offenen Aromatik, die die Finesse eines Pinot Noir anstrebt und überraschend nah an dieses Ideal herankommt. Der Mittelteil enthüllt eine feine Säure, die dem Wein Spannung und Lebendigkeit verleiht. Die Textur ist seidig, mit geschmeidigen, dezenten Tanninen – ein Ergebnis des täglichen Pigeage und des holzfreien Ausbaus in Beton. Feine pfeffrige Noten von der Syrah überziehen den Gaumen und enden in einem edlen Finish. Der Abgang ist mittellang und elegant, getragen von dunkler Frucht, Garrigue und einer feinen Lakritzwürze. Ein Wein von Domaine Durieu – Pont de Pierres, 50 % Carignan, 20 % Grenache, 15 % Cinsault, 15 % Syrah, Pigeage, Betonausbau, burgundische Finesse, AOC Côtes du Rhône.
Speiseempfehlung
Die seidige Textur und die burgundische Finesse des Pont de Pierres machen diesen modernen Côtes du Rhône zu einem vielseitigen Begleiter, der mit seiner hellen Farbgebung und seinen dezenten Tanninen eine überraschende Bandbreite an Gerichten elegant begleitet – auch solche, die man klassischerweise eher mit Burgunder oder Pinot Noir kombinieren würde. Besonders harmonisch zeigt er sich zu einer Entenbrust mit Kirschsauce, wo die Brombeer- und Kirscharomen des Weins die Frucht der Sauce spiegeln und die seidige Textur das zarte Fleisch ergänzt. Ebenso empfehlenswert ist die Kombination mit einem Coq au Vin, geschmortem Kaninchen mit Oliven und Thymian oder einer Dorade aus dem Ofen mit Fenchel und Pastis. Zu einer Ratatouille, einem Tian Provençal oder einer Socca mit Oliventapenade entfaltet der Pont de Pierres seine unkomplizierte, mediterrane Seite. Auch zu einer Käseplatte mit Saint-Marcellin, einem jungen Banon oder einem milden Reblochon zeigt dieser Côtes du Rhône, dass die burgundische Vision der Durieus auch jenseits von Châteauneuf-du-Pape eindrucksvolle Weine hervorbringt. 50 % Carignan, 4-Rebsorten-Cuvée, Pigeage, Betonausbau und die Finesse eines Pinot Noir aus der südlichen Rhône. Serviert bei etwa 14–16 °C.
- Typ
- Rotwein
- Land / Region
- Frankreich, Châteauneuf-du-Pape
- Rebsorten
- Carignan, Grenache, Syrah, Cinsault
- Ausbau
- 9 Monate in Betontanks
- Allergene
-
enthält Sulfite
- Alkohol-Gehalt
- 14,5%
- SKU
- 5820
- EAN
- 0637962173123
- Hersteller
- Domaine Durieu
- Adresse Weingut
- Domaine Durieu, 10, Avenue Baron Leroy, 84230 Châteauneuf-du-Pape
| Nährwertangaben | je 100 ml |
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