Kategorie: Toro

Tempranillo mit Superkräften

Kolumbus soll Wein aus Toro mit auf seine Reise nach Amerika genommen haben, und im Mittelalter gehörten die Weine der Stadt zu den ersten, die im Duero-Gebiet gehandelt wurden. Heute steht Toro für kraftvolle Rotweine von uralten, oft wurzelechten Buschreben, die auf sandigen Böden die Reblaus überlebt haben und aus einer Tempranillo-Variante mit besonders dicken Schalen Weine von großer Dichte hervorbringen.

Auf einen Blick

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Auf einen Blick

Toro liegt in der Provinz Zamora in Kastilien-León, am Duero, westlich der bekannteren Gebiete Rueda und Ribera del Duero und unweit der portugiesischen Grenze. Der Name geht auf die Stadt Toro zurück, das spanische Wort für Stier. Die DO wurde 1987 anerkannt. Die Rebfläche wird je nach Quelle mit rund 5.500 bis 6.000 Hektar angegeben, in Höhenlagen von rund 620 bis 750 Metern, in einzelnen Lagen bis 840 Metern. Die Leitrebsorte ist Tinta de Toro, eine lokale Spielart des Tempranillo, auf über 95 Prozent der Anpflanzungen, daneben wächst Garnacha, bei den Weißen Malvasía Castellana, Verdejo, Albillo Real und Moscatel de Grano Menudo. Rund 50 Weingüter gibt es in der Region. Favino.de führt Weine von Vetus aus Toro im Sortiment.

Geschichte

Weinbau in Toro hat eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Im frühen Mittelalter gehörten die Weine aus Toro zu den ersten, die im Gebiet des Duero gehandelt wurden, Toro erhielt das Privileg, Wein nach Kantabrien zu verkaufen. Der Überlieferung nach nahm Kolumbus 1492 Wein aus Toro auf seine Expedition nach Amerika mit. Religiöse Orden pflanzten im Mittelalter Reben, 1892 erreichte die Reblaus die Region, doch dank der sandigen Böden, auf denen der Schädling nur schwer überlebt, blieben viele wurzelechte Rebstöcke erhalten. Der heutige Aufschwung begann in den 1980er Jahren, 1987 erhielt Toro den DO-Status. Die Familie Eguren, bekannt durch ihre Rioja-Projekte, baute früh das Weingut Numanthia auf, das schnell zur besten Bodega der Region wurde und Toro international bekannt machte.

Klima und Böden

Das Klima in Toro ist trocken, kontinental und warm, mit rund 2.600 Sonnenstunden im Jahr. Im Sommer erreichen die Tagestemperaturen bis 40 Grad Celsius, nachts kühlt es oft auf 12 Grad ab, im Winter gibt es häufig Frost, es fallen weniger als 400 Millimeter Regen. Die Vegetationsperiode ist kurz. Die Böden bestehen vor allem aus steinigen Sandböden mit Lehm, auf dem linken Duero-Ufer auch aus Kalk und Schwemmland. Wegen des extremen Klimas und der kargen Böden bildet die Tinta de Toro besonders kleine Beeren mit dicken Schalen und liefert konzentrierte Weine. Rund 25 Prozent der Rebfläche sind über 50 Jahre alt, rund 1.200 Hektar mit Buschreben bestockt.

Tinta de Toro und die Weine

Tinta de Toro bringt tiefdunkle, kraftvolle Rotweine mit Aromen von Brombeere, schwarzer Kirsche, Pflaume, Lakritz und Gewürzen hervor, mit samtigen, dichten Tanninen und hohem Alkohol, die von Natur aus mehr Körper haben als ein typischer Tempranillo. Die Rotweine bestehen überwiegend aus 100 Prozent Tinta de Toro, ergänzt durch Garnacha. Die Qualitätsstufen reichen vom jungen Roble mit 3 bis 6 Monaten Holz über Crianza und Reserva bis zu Weinen aus Einzellagen und uralten Reben. Weißweine aus Malvasía oder Verdejo sind selten, Rosés aus Garnacha entstehen in kleinen Mengen.

Toro-Weingut bei Favino

Zum Toro-Sortiment bei Favino zählt Vetus der Familie Antón. Das Weingut wurde 2003 mit sorgfältig ausgewählten Parzellen in der DO Toro gegründet, die Kernlage von 20 Hektar liegt in Villabuena del Puente, mit Tinta de Toro in Spalierzucht auf Cordon Royat, bei Erträgen von rund 4.000 Kilogramm pro Hektar. Die Kellerei wurde 2008 eingeweiht. Zum Sortiment gehören Flor de Vetus, der Vetus und der seltene Celsus aus vorphylloxerischen Reben in Morales de Toro. Vetus war das erste Weingut der DO Toro mit der Zertifizierung Wineries for Climate Protection.

Häufig gestellte Fragen zu Toro

Wo liegt Toro? Toro liegt in der Provinz Zamora in Kastilien-León, am Duero, nahe der Grenze zu Portugal, westlich von Rueda und Ribera del Duero.

Seit wann ist Toro eine DO? Seit 1987, die Rebfläche liegt heute bei rund 5.500 bis 6.000 Hektar.

Was ist Tinta de Toro? Tinta de Toro ist die lokale Variante des Tempranillo, mit dicken Schalen und kleinen Beeren, die kraftvolle, dunkle Rotweine hervorbringt.

Warum gibt es in Toro so viele wurzelechte Reben? Die sandigen Böden halten die Reblaus ab, deshalb blieben viele Rebstöcke ohne Veredelung erhalten, einige sind über 100 Jahre alt.

Wie ist das Klima? Trocken, kontinental und warm, mit bis zu 40 Grad am Tag, nachts oft nur 12 Grad, und weniger als 400 Millimetern Regen im Jahr.

Welche Weißweine gibt es in Toro? Malvasía Castellana, Verdejo, Albillo Real und Moscatel de Grano Menudo, sie machen nur einen kleinen Anteil aus.