Auf einen Blick
Rueda liegt in Kastilien-León südlich von Valladolid am Duero, mit Weinbergen in den Provinzen Valladolid, Segovia und Ávila. Die DO umfasst 74 Gemeinden und wurde 1980 als erste Denominación de Origen der Region anerkannt. Die Rebfläche wird je nach Quelle mit rund 13.000 bis 20.700 Hektar angegeben, die Weinberge liegen auf einer weiten, flachen Hochebene in Höhen von rund 600 bis 800 Metern, in Segovia bis fast 900 Metern. Verdejo, die Hauptsorte, nimmt rund 87 Prozent der Fläche ein, daneben stehen Sauvignon Blanc, Viura, Palomino und Chardonnay. Die Weine sind überwiegend weiß, Rotweine und Rosés sind seit 2008 erlaubt, werden aber nur in kleinen Mengen erzeugt. Favino.de führt Weine von Belondrade, Vetus und Telmo Rodríguez, die in Rueda arbeiten, im Sortiment.
Geschichte
Verdejo wird in der Region seit dem Mittelalter angebaut, seine Spuren führen ins 11. Jahrhundert zurück, als der Duero mit Siedlern wiederbesiedelt wurde. Im Mittelalter blühte der Rebbau, bis die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts zuschlug. Anfang der 1970er Jahre war die Rebfläche auf wenige Tausend Hektar geschrumpft und Verdejo fast verschwunden. 1972 beauftragte das Rioja-Weingut Marqués de Riscal den Bordeaux-Önologen Émile Peynaud, das Potenzial der Region zu prüfen, und erkannte in Verdejo einen Weißwein für moderne Technik. Riscal löste mit frischem, aromatischem Verdejo und mit Sauvignon Blanc einen Boom aus, der dem Gebiet 1980 die DO einbrachte. Seit 2005 hat sich die Rebfläche mehr als verdoppelt, Rueda gilt als eine der am schnellsten wachsenden Weißweinregionen Europas. Seit 2020 gibt es die Kategorie Gran Vino de Rueda.
Klima und Böden
Das Klima ist kontinental mit kalten, trockenen Wintern und heißen Sommern, mit rund 2.600 Sonnenstunden und nur etwa 400 Millimetern Niederschlag, der vor allem im Frühjahr und Herbst fällt. Die Höhe von 600 bis 800 Metern sorgt für kühle Nächte während der Reifephase, die Säure und Aromen bewahren. Die Böden sind kiesig, arm an organischer Substanz und mit hoher Konzentration an Kieseln an der Oberfläche, gut durchlüftet und entwässert, das bringt geringe Erträge und mineralische Töne in die Weine. In den Alluvialböden des Duero kommt Kalk hinzu, in der Provinz Segovia liegen extrem sandige Böden, auf denen über 100 Jahre alte, nicht veredelte Verdejo-Reben stehen, weil die Reblaus im Sand nicht überlebt.
Verdejo und Sauvignon Blanc
Verdejo bringt strohgrüne Weine mit Aromen von Fenchel, Anis, Minze, Apfel und Zitrus, mit leicht bitterem Abgang, feinen Kräuternoten und frischer Säure. Die dickschaligen Beeren sind relativ oxidationsresistent. Wein mit der Bezeichnung Rueda Verdejo muss mindestens 85 Prozent Verdejo enthalten, einfach als Rueda etikettierte Weine mindestens 50 Prozent Verdejo oder Sauvignon Blanc. Sauvignon Blanc kam in den 1970er Jahren in die Region und passt sich der Höhe gut an, mit Stachelbeere und Passionsfrucht, reifer und weicher als an der Loire. Hinzu kommt der Espumoso, ein Schaumwein aus mindestens 75 bis 85 Prozent Verdejo, weil Rueda keine Cava-Flächen erhielt.
Neue Kategorien: Gran Vino de Rueda und Vino de Pueblo
Der Gran Vino de Rueda, erstmals mit dem Jahrgang 2020, kommt von mindestens 30 Jahre alten Reben mit begrenzten Erträgen von höchstens 6.500 Kilogramm pro Hektar und mindestens einem Jahr Reife im Betrieb, oft mit Holzausbau oder Hefelager. Vino de Pueblo kennzeichnet Weine, bei denen mindestens 85 Prozent der Trauben aus der genannten Gemeinde stammen. Zwischen dem klassischen jungen Stil und diesen Weinen hat sich die Region weg vom Klischee unbehandelter, nur fruchtiger Weine entwickelt.
Rueda-Weingüter bei Favino
Zu den Weingütern aus Rueda im Favino-Sortiment gehören Belondrade, Vetus und Telmo Rodríguez. Vetus der Familie Antón erweiterte sein Konzept seit 2011 um ein Verdejo-Projekt, dessen Trauben aus den Hochlagen der Provinz Segovia stammen, mit historischen Weinbergen und kargen Böden. Telmo Rodríguez arbeitet auch in Rueda mit der autochthonen Sorte Verdejo und zählt zu den Winzern, die das Bild des Verdejo im Ausland prägen. Belondrade steht für Verdejo aus Rueda.
Häufig gestellte Fragen zu Rueda
Wo liegt Rueda? Rueda liegt in Kastilien-León südlich von Valladolid am Duero, mit Weinbergen in den Provinzen Valladolid, Segovia und Ávila.
Welche Rebsorte prägt Rueda? Verdejo auf rund 87 Prozent der Fläche, daneben Sauvignon Blanc, Viura, Palomino und Chardonnay.
Wie schmeckt Verdejo? Typisch sind Aromen von Fenchel, Anis, Minze, Apfel und Zitrus, mit frischer Säure und leicht bitterem Abgang.
Was bedeutet Rueda Verdejo auf dem Etikett? Der Wein enthält mindestens 85 Prozent Verdejo, ein einfach als Rueda bezeichneter Wein mindestens 50 Prozent Verdejo oder Sauvignon Blanc.
Warum gibt es in Rueda Schaumwein? Rueda hat keine Cava-Flächen, deshalb gibt es den Espumoso aus Verdejo, nach der traditionellen Flaschengärung hergestellt.
Wer machte Rueda berühmt? Das Rioja-Weingut Marqués de Riscal erkannte 1972 mit Émile Peynaud das Potenzial von Verdejo und löste den Boom der Region aus.