Auf einen Blick
Ribeiro liegt im Nordwesten der Provinz Ourense in Galicien, in den Tälern der Flüsse Miño, Avia und Arnoia, rund 48 Kilometer vom Atlantik entfernt. Zentrum ist Ribadavia. Die DO wurde 1932 im Rahmen des Estatuto del Vino anerkannt und ist damit die älteste Galiciens und eine der ersten Spaniens. Die Rebfläche liegt je nach Quelle bei rund 2.700 bis 3.000 Hektar in Höhenlagen zwischen 75 und 400 Metern, es gibt rund 100 Weingüter. Rund 90 bis 95 Prozent der Weine sind weiß. Zu den wichtigsten weißen Sorten zählen Treixadura, Torrontés, Godello, Loureira, Lado, Caíño Blanco und Albariño, bei den Roten Caíño, Sousón, Brancellao, Ferrón und Mencía.
Geschichte
Die ersten Weinberge sollen die Römer angelegt haben, im Hochmittelalter wurde der Weinbau um das Jahr 1000 zur Hauptkultur, Benediktiner- und Zisterzienserklöster errichteten Höfe und Priorate und bauten das Gebiet aus. Schon 1133 galten die Weine aus Ribeiro als die am höchsten geschätzten in Santiago de Compostela, die Mönche des Klosters San Clodio versorgten Reisende und Pilger. Im 15. und 16. Jahrhundert war Wein das wichtigste Exportgut und wurde über Häfen wie Pontevedra und Vigo nach Bretagne, Flandern und England verschifft, die Ordenanzas von Ribadavia legten 1579 Anbauzonen und Verkaufsregeln fest. Bis ins 18. Jahrhundert war Ribeiro für seine süßen “Tostados” aus an der Sonne getrockneten Trauben bekannt, die “Ribadavia Wines” waren im England des 17. und 18. Jahrhunderts begehrt. Mit dem Rückgang des England-Handels, Oidium 1853, Mehltau 1886 und Reblaus 1890 verfiel der Weinbau, viele Bauern wanderten aus, und alte Sorten wurden durch Palomino, Garnacha Tintorera und Mencía ersetzt. 1932 wurde die Herkunft geschützt, 1953 entstand in Leiro die erste Kooperative, 1964 fand in Ribadavia erstmals die Feira do Viño do Ribeiro statt, das älteste Weinfest Galiciens.
Klima und Böden
Das Klima ist atlantisch-kontinental: Die Berge halten Seewinde ab und sorgen für milde Temperaturen mit durchschnittlich rund 14,5 Grad Celsius, rund 950 Millimetern Niederschlag und etwa 1.900 Sonnenstunden. Die Atlantikwinde, die über den Miño ins Tal gelangen, begrenzen den Anbau auf etwa 450 Meter Höhe. Die Böden bestehen vor allem aus Granit und Schiefer, karg und steinig mit geringem organischem Anteil, das macht Weine mit Mineralität möglich. An den steilen Hängen werden Terrassen, auf Galicisch socalcos, angelegt, die der Höhenlinie folgen.
Treixadura und die Partner
Treixadura, das Herzstück Ribeiros, bringt aromatische, elegante Weine mit reifer Frucht, zarten Blüten und einer leicht balsamischen Note hervor. Sie wird traditionell mit Torrontés, Lado, Loureira und Godello verschnitten, in den vergangenen Jahren fördert der Consejo Regulador auch sortenreine Treixadura. Torrontés bringt Aromatik, Godello Struktur und Fülle, Albariño und Loureira Frische. Bei den Roten werden Sousón, Brancellao, Caíño und Mencía wiederentdeckt, sie zeigen Aromen von roten und schwarzen Früchten, Veilchen, Lakritz und Gewürzen. Brancellao, einst weit verbreitet, war nach der Reblaus fast verschwunden und erlebt eine Rückkehr.
Ribeiro im galicischen Vergleich
Zwischen dem O Rosal der Rías Baixas im Westen und der Ribeira Sacra im Osten gelegen, steht Ribeiro für Weißweine mit mehr Rebsortenvielfalt als die Rías Baixas, wo Albariño über 95 Prozent der Fläche einnimmt. Die Weine sind meist jung, lebendig und ausdrucksstark, gereifte Versionen gelten als elegant und fein. Der Jakobsweg hat die Region auch im Ausland bekannt gemacht, die 3.000 Hektar Weinland liegen an den Hängen der Flüsse Miño, Avia und Arnoia.
Häufig gestellte Fragen zu Ribeiro
Wo liegt Ribeiro? Ribeiro liegt im Nordwesten der Provinz Ourense in Galicien, in den Tälern der Flüsse Miño, Avia und Arnoia, mit Ribadavia als historischem Zentrum.
Seit wann ist Ribeiro eine DO? Seit 1932 durch den Estatuto del Vino, damit ist Ribeiro die älteste Herkunftsbezeichnung Galiciens.
Welche Rebsorte prägt Ribeiro? Treixadura gilt als das Juwel der Region, ergänzt durch Torrontés, Godello, Loureira, Lado, Caíño Blanco und Albariño.
Welche Böden prägen die Region? Vor allem Granit und Schiefer, steinig und karg, an Hängen in Terrassen bewirtschaftet.
Was waren die “Tostados”? Das waren süße Weine aus an der Sonne oder unter Dach getrockneten Trauben, für die Ribeiro im Mittelalter bis ins 18. Jahrhundert bekannt war.
Wie viel Rot- und Weißwein entsteht? Rund 90 bis 95 Prozent der Weine sind weiß, Rotweine aus Caíño, Sousón, Brancellao und Mencía machen nur einen kleinen Anteil aus.