Kategorie: Ribeira Sacra

Heldenweinbau über dem Sil-Canyon

Steile Terrassen, die vor über 500 Jahren Stein für Stein gebaut wurden, ziehen sich über 100 Prozent steile Hänge bis hinunter zum Fluss. Die Ribeira Sacra, das “Heilige Ufer”, gehört zu den spektakulärsten Weinlandschaften Europas und ist Heimat eines Weinbaus, den man hier als heroisch bezeichnet, denn fast alles geschieht von Hand.

Auf einen Blick

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Auf einen Blick

Die Ribeira Sacra liegt in Galicien im Nordwesten Spaniens im Süden der Provinz Lugo und im Norden der Provinz Ourense beidseits der Flüsse Sil und Miño, nahe der Grenze zu Portugal. Der Name bedeutet “Heiliges Ufer” und verweist auf die zahlreichen Klöster, die im 12. und 13. Jahrhundert an den Ufern entstanden. Die DO wurde 1996 geschaffen, in einigen Quellen wird 1997 genannt. Die bestockte Rebfläche beträgt rund 1.250 Hektar, abgegrenzt sind rund 2.500 Hektar, es gibt rund 100 Bodegas. Die DO gliedert sich in 5 Subzonen: Amandi, Chantada, Quiroga-Bibei, Ribeiras do Miño und Ribeiras do Sil. Die wichtigste rote Sorte ist Mencía, die in Rotweinen zu mindestens 85 Prozent enthalten sein muss, bei den Weißen führt Godello. Favino.de führt Weine von Dominio do Bibei aus der Subzone Quiroga-Bibei im Sortiment.

Geschichte

Schon die Römer bauten an den steilen Flusshängen Wein an, der Überlieferung nach war der Wein aus Amandi der Lieblingswein des Kaisers Tiberius. Im 12. und 13. Jahrhundert gründeten Benediktiner- und später Zisterziensermönche Klöster wie Santo Estevo de Ribas de Sil, das heute ein Parador ist, und Santa Cristina de Ribas de Sil, und pflegten die Weinberge bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Nach dem Verkauf der Klosterländereien und der Reblaus verfiel der Weinbau, viele Menschen wanderten aus, zurück blieben uralte Weinberge an Steilhängen, die schwer zu bewirtschaften sind. Erst ab den 1990er Jahren begann die Wiederentdeckung, 1996 entstand die DO. Die Terrassen sind heute teils gefährdet, die galicische Regierung investiert in ihren Erhalt.

Heroischer Weinbau

Die Ribeira Sacra gehört zu den wichtigsten Regionen des sogenannten heroischen Weinbaus, so heißt die Bewirtschaftung von Reben an Hängen mit mehr als 30 Prozent Neigung, in Höhen über 500 Metern oder auf Terrassen. Einige Weinberge erreichen bis zu 100 Prozent Hangneigung und sind nur von Hand zu bearbeiten, Maschinen sind nicht möglich. Die Terrassen, in Galicien socalcos genannt, wurden Stein für Stein errichtet, sie speichern die Wärme und sorgen dafür, dass die Reben das Licht von Sonne und Fluss voll nutzen.

Klima und Böden

Das Klima ist insgesamt eher kontinental als atlantisch, mit langen, heißen Sommern und kühlen Herbsten. Entlang des Miño ist es atlantischer geprägt und niederschlagsreicher, im Westen fallen rund 900 Millimeter Regen, entlang des Sil und in den östlichen Subzonen eher rund 700 Millimeter bei kontinentaler Wärme. Die Böden bestehen überwiegend aus verwittertem Schiefer und Granit: Auf Schiefer, besonders in Quiroga-Bibei, entstehen Weine mit Mineralität zwischen Graphit und zerstoßenem Stein, auf Granit, etwa in Ribeiras do Miño und Chantada, weichere Weine mit feuchter Steinigkeit.

Mencía, Godello und die Partner

Mencía bringt in der Ribeira Sacra Rotweine mit Veilchen, roter Kirsche, Himbeere und dunkler Pflaume hervor, mit feiner Frucht, präziser Säure und mineralischer Struktur, oft mit Burgunder verglichen. Dazu kommen Brancellao, Mouratón, Sousón, Caíño und Garnacha Tintorera. Godello, auch Verdello genannt, ist die Vorzeigesorte für Weißweine, mit Frische, Struktur und Mineralität, ergänzt durch Albariño, Loureira, Treixadura und Doña Blanca. Rund 90 Prozent der Produktion sind rot, im Stil von jungen fruchtigen bis zu ernsthaften, lagerfähigen Weinen.

Die Subzonen

Amandi am Sil mit rund 190 Hektar und südlich ausgerichteten Hängen gilt als prestigeträchtigste Subzone. Chantada am linken Miño-Ufer, Ribeiras do Miño im Nordwesten auf Granit und Sand und Ribeiras do Sil gegenüber von Amandi mit kühleren Nordlagen ergänzen sie. Quiroga-Bibei im Osten ist die höchstgelegene Subzone, überwiegend Schiefer, mit den kontinentalsten Weinen.

Ribeira-Sacra-Weingut bei Favino

Zu den Weingütern aus der Ribeira Sacra im Favino-Sortiment gehört Dominio do Bibei. Das Weingut liegt in Quiroga-Bibei bei Manzaneda und wurde 2001/2002 von Javier Domínguez, dem Bruder des Modeschöpfers Adolfo Domínguez, gegründet, der auf die Spuren seiner Familie zurückkehrte, mit Starthilfe von René Barbier und Sara Pérez aus dem Priorat. Von einem Areal von über 125 Hektar sind rund 45 bis 50 Hektar bepflanzt, biodynamisch bewirtschaftet, mit Reben bis über 100 Jahren und restaurierten Terrassen auf rund 300 bis 700 Metern. Die Kellerei ist in den Berg gebaut und arbeitet mit Schwerkraft, Betontanks und Holzfudern. Zu den Weinen gehören die Rotweine Lalama, Lacima und Dominio do Bibei sowie der Godello Lapena.

Häufig gestellte Fragen zur Ribeira Sacra

Was bedeutet Ribeira Sacra? Der Name bedeutet “Heiliges Ufer” und verweist auf die zahlreichen Klöster, die im 12. und 13. Jahrhundert an den Ufern von Sil und Miño entstanden.

Welche Rebsorten dominieren? Mencía bei den Roten mit mindestens 85 Prozent in Rotweinen und Godello bei den Weißen, daneben Brancellao, Mouratón, Garnacha Tintorera und Albariño.

Was ist heroischer Weinbau? So bezeichnet man Weinbau an Hängen über 30 Prozent Neigung, in Höhen über 500 Metern oder auf Terrassen, in der Ribeira Sacra mit bis zu 100 Prozent Steigung und ausschließlich Handarbeit.

Welche Böden prägen die Region? Überwiegend verwitterter Schiefer und Granit, die Mineralität und Struktur der Weine bestimmen.

Wie viele Subzonen gibt es? Fünf: Amandi, Chantada, Quiroga-Bibei, Ribeiras do Miño und Ribeiras do Sil.

Wie unterscheidet sich die Ribeira Sacra von Ribeiro? Die Ribeira Sacra liegt weiter östlich, ist von Schiefer, Mencía und Heldenweinbau geprägt, Ribeiro ist von Granit und Treixadura bestimmt.