Auf einen Blick
Rías Baixas liegt in Galicien im Südwesten Spaniens in den Provinzen Pontevedra und A Coruña an der Atlantikküste, an der Grenze zu Portugal. Der Name bedeutet “untere Buchten” und bezieht sich auf die tief ins Land reichenden Meeresbuchten. Die DO wurde 1988 anerkannt, nachdem seit 1980 die Denominación Específica Albariño bestanden hatte. Die Rebfläche liegt je nach Quelle bei rund 4.300 bis 4.800 Hektar mit rund 160 Bodegas und knapp 5.000 Winzern, bei der Gründung 1988 waren es etwas über 1.000 Hektar und 14 Bodegas. Albariño steht auf über 95 Prozent der Fläche, über 99 Prozent der Weine sind weiß. Die DO gliedert sich in 5 Subzonen: Val do Salnés, Condado do Tea, O Rosal, Soutomaior und Ribeira do Ulla. Favino.de führt Weine von Rodrigo Méndez aus dem Val do Salnés und von Vetus aus O Rosal im Sortiment.
Geschichte
Die Wurzeln des Albariño reichen gut ein Jahrtausend zurück, bereits die Römer pflegten in Galicien den Weinbau, später prägten Klöster die Weinberge entlang der Rías. Noch 1975 standen nur rund 200 Hektar Albariño, bevor ab den 1980er Jahren ein regelrechter Aufschwung begann. Nach dem EU-Beitritt Spaniens wurde die Denominación Específica Albariño 1988 durch die DO Rías Baixas ersetzt, weil das EU-Recht Rebsortennamen nicht als geschützte Herkunft vorsieht. Soutomaior kam 1996 als Subzone hinzu, Ribeira do Ulla im Jahr 2000. Seit 1953 feiert Cambados im August die Fiesta del Albariño. Als 1991 ein Gourmet-Club die besten jungen spanischen Weißweine suchte, gingen die ersten vier Plätze an Rías Baixas.
Klima und Böden
Das Klima ist atlantisch-maritim, kühl und feucht, mit rund 1.600 Millimetern Niederschlag im Jahr, was Pilzkrankheiten begünstigt. Deshalb werden die Reben auf hohen Pergolen, den Parras, gezogen, damit Luft zirkulieren kann und die Trauben vom Boden entfernt bleiben. Die Böden sind sauer, sandig und nährstoffarm und bestehen überwiegend aus verwittertem Granit, im Val do Salnés xabre genannt, im Condado do Tea und in O Rosal kommen Schwemmböden aus Kies, Sand und Ton hinzu, in Ribeira do Ulla Schiefer. Die Kombination aus Granit und maritimem Klima verleiht den Weinen die typische salzige Mineralität. Der Besitz ist extrem kleinteilig, viele Familien bewirtschaften nur Mikroparzellen.
Die 5 Subzonen
Das Val do Salnés mit rund 1.500 Hektar liegt in Küstennähe nördlich von Pontevedra rund um Cambados, es ist die kühlste, nasseste und atlantischste Subzone und gilt als Wiege des Albariño, mit besonders frischen, salzigen Weinen. O Rosal mit rund 300 Hektar liegt in Küstennähe südlich von Vigo am Miño, mit terrassierten Südhängen und milderem Klima, hier ist der Zusatz von Loureira und Caíño Blanco üblich. Der Condado do Tea mit rund 550 Hektar liegt im Landesinneren an der portugiesischen Grenze bei Ponteareas, warm und trockener, mit kräftigeren Weinen. Soutomaior mit rund 20 Hektar am Fluss Verdugo ist die kleinste Subzone, ausschließlich mit Albariño bestockt, Ribeira do Ulla im Norden bei Santiago de Compostela bringt leichte Albariños und auch Rotweine.
Albariño und seine Partner
Albariño ist dünnschalig und aromatisch und liefert Weine mit Aromen von Zitrus, Pfirsich, Aprikose, weißen Blüten und Meeresbrise, mit lebendiger Säure und salziger Mineralität. Die Rías-Baixas-DO verlangt mindestens 70 Prozent Albariño, der Zusatz Rías Baixas Albariño steht für 100 Prozent. Als Partner zugelassen sind Treixadura, Loureira, Caíño Blanco, Torrontés und Godello, bei den Roten Caíño Tinto, Espadeiro, Loureira Tinta, Sousón und Mencía. Neben dem klassischen frischen Stil gewinnen Weine mit Ausbau auf der Feinhefe, in Granit, Beton oder Holz an Bedeutung, die Albariño erstaunlich gut altern lassen. Auch Schaumweine werden erzeugt.
Rías-Baixas-Weingüter bei Favino
Zu den Weingütern aus Rías Baixas im Favino-Sortiment gehören Rodrigo Méndez und Vetus. Rodrigo Méndez, Neffe von Gerardo Méndez vom Weingut Do Ferreiro, gründete 2005 Forjas del Salnés und seit 2011/2012 sein eigenes Label im Val do Salnés, auf 12 bis 14 Hektar in Meaño, Sanxenxo und Barro, mit dem Flaggschiff Leirana und der Goliardo-Linie mit Espadeiro, Loureiro und Caíño. Vetus der Familie Antón, das Weingut aus Toro, erweiterte sein Konzept 2019 um ein kleines Albariño-Projekt auf 5 Hektar in O Rosal bei Tomiño.
Häufig gestellte Fragen zu Rías Baixas
Wie groß ist das Weinbaugebiet Rías Baixas? Rías Baixas umfasst je nach Quelle rund 4.300 bis 4.800 Hektar Rebfläche, davon sind über 95 Prozent mit Albariño bestockt.
Was bedeutet Rías Baixas? Der Name bedeutet “untere Buchten” und bezeichnet die tief ins Land reichenden Meeresbuchten der galicischen Atlantikküste.
Welche Subzonen gibt es? Val do Salnés, Condado do Tea, O Rosal, Soutomaior und Ribeira do Ulla, wobei das Val do Salnés als Wiege des Albariño gilt.
Warum wachsen die Reben an Pergolen? Wegen des feuchten Klimas mit rund 1.600 Millimetern Niederschlag halten die hohen Pergolen die Trauben vom Boden fern und verbessern die Belüftung, was Pilzkrankheiten vorbeugt.
Wie schmeckt Albariño? Typisch sind Aromen von Zitrus, Pfirsich und weißen Blüten, dazu lebendige Säure und eine salzige, mineralische Note.
Was ist der Unterschied zwischen Albariño und Alvarinho? Es ist dieselbe Rebsorte, in Spanien heißt sie Albariño, in Portugal, etwa im Vinho Verde, Alvarinho.