Auf einen Blick
Das Weinbaugebiet Rhône liegt im Südosten Frankreichs und erstreckt sich über gut 200 Kilometer von Vienne südlich von Lyon bis Avignon. Laut Inter Rhône umfasst es rund 63.000 Hektar Rebfläche, nach Menge ist es das zweitgrößte Appellationsgebiet Frankreichs hinter Bordeaux. Es teilt sich in zwei Gebiete: die nördliche Rhône mit nur rund 4.500 Hektar und die südliche Rhône mit rund 44.700 Hektar, das Verhältnis beträgt etwa 1 zu 10. Für die Appellation Côtes du Rhône sind 21 Rebsorten zugelassen, Grenache Noir als Hauptsorte, Syrah und Mourvèdre als Ergänzung. Im Norden ist Syrah die einzige zugelassene rote Sorte, im Süden gilt das Prinzip der Assemblage. Favino.de führt Weine der Domaine Durieu aus Châteauneuf-du-Pape im Sortiment.
Geschichte: Von den Griechen zu den Päpsten
Der Überlieferung nach brachten die Phokäer, Griechen aus Kleinasien, die Rebe vor rund 2.400 Jahren an die Rhône, die Römer bauten den Weinbau aus, Lyon wurde 43 vor Christus gegründet. Im 14. Jahrhundert verlegten die Päpste ihren Sitz nach Avignon, Johannes XXII. ließ sich im heutigen Châteauneuf-du-Pape, dem “neuen Schloss des Papstes”, einen Sommersitz errichten, der Wein wurde als Vin d’Avignon bekannt. 1923 formulierte Baron Pierre Le Roy de Boiseaumarié vom Château Fortia gemeinsam mit Winzern Regeln für Châteauneuf-du-Pape, die Mindestalkohol, Höchsterträge und zugelassene Rebsorten festlegten und zum Prototyp des französischen Appellationssystems wurden. Die Rhône gehörte damit zu den ersten Regionen Frankreichs mit strenger Regulierung. In den 1980er Jahren wurde sie international wiederentdeckt.
Nördliche Rhône: Syrah, Viognier und steile Terrassen
Der Norden reicht von Vienne bis kurz vor Valence und ist ein schmaler Streifen aus Terrassenlagen auf kristallinem Untergrund mit Granit, Gneis und Glimmerschiefer, das Klima ist kontinental mit heißen Sommern und kalten Wintern. Syrah ist hier die einzige zugelassene rote Sorte. Zu den Appellationen zählen Côte-Rôtie, der “verbrannte Hang” mit 291 Hektar und 73 klassifizierten Einzellagen, Condrieu und Château-Grillet für Viognier, Hermitage, Crozes-Hermitage, Saint-Joseph, Cornas und Saint-Péray. Die Weine zeigen Veilchen, schwarze Johannisbeere, Pfeffer, Rauch und Mineralität. In Côte-Rôtie darf Syrah mit bis zu 20 Prozent Viognier, in Hermitage mit bis zu 15 Prozent Marsanne und Roussanne ergänzt werden.
Südliche Rhône: Grenache, Assemblage und Galets roulés
Der Süden zwischen Montélimar und Avignon ist mediterran geprägt, mit langen, heißen, trockenen Sommern und dem Mistral, der die Trauben trocknet und vor Fäulnis schützt. Die Böden bestehen aus Kies, Sand, Lehm und in Châteauneuf-du-Pape aus den berühmten Galets roulés, die tagsüber Wärme speichern und nachts an die Reben abgeben. Das Reich der Assemblage: In Châteauneuf-du-Pape dürfen bis zu 13 Sorten verwendet werden, je nach Zählung 18, mit Grenache als Hauptbestandteil, dazu Syrah, Mourvèdre, Cinsault und weiße Sorten wie Grenache Blanc, Clairette und Roussanne. Berühmt ist die GSM-Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre. Neben Châteauneuf-du-Pape zählen Gigondas, Vacqueyras, Rasteau, Cairanne, Lirac und Tavel zu den Crus, die Basis bilden die Côtes du Rhône und die Côtes du Rhône Villages.
Côtes du Rhône: Das Gesicht der Region
Die Appellation Côtes du Rhône verbindet Norden und Süden und gehört zu den bekanntesten französischen Weinen mit einem der besten Preis-Genuss-Verhältnisse. Allein im Süden entfallen rund 28.500 Hektar auf Côtes du Rhône und rund 8.000 Hektar auf Côtes du Rhône Villages, bei den Villages müssen Grenache, Syrah und Mourvèdre die Hauptrollen spielen. Die Weine sind warmtönig, würzig und fruchtig und zeigen ihre Perfektion in den Crus. Rotwein dominiert, weiße Sorten machen nur einen geringen Anteil der Rebfläche aus.
Weinguts-Tipp bei Favino
Zu den Weingütern der Rhône im Favino-Sortiment gehört die Domaine Durieu aus Châteauneuf-du-Pape. Paul Durieu gründete das Familiengut 1976, nachdem er von seiner Mutter Lucile Avril alte Rebflächen geerbt hatte, seit den frühen 2000er Jahren führen seine Söhne Vincent und François die Domaine. Sie bewirtschaftet 37 Hektar in Châteauneuf-du-Pape, dazu Flächen in Plan de Dieu, Côtes du Rhône und Ventoux. Die Spitzencuvée Lucile Avril stammt aus den ältesten Grenache-Reben des Hauses.
Häufig gestellte Fragen zur Rhône
Wie groß ist das Weinbaugebiet Rhône? Die Rhône umfasst rund 63.000 Hektar Rebfläche, die Mehrheit davon in der südlichen Rhône, nach Menge ist sie das zweitgrößte Appellationsgebiet Frankreichs.
Was unterscheidet die nördliche von der südlichen Rhône? Der Norden ist kontinental, klein und von Syrah auf Granit und Schiefer geprägt, der Süden mediterran, viel größer und von Grenache-Cuvées auf Kies, Sand und Lehm.
Welche Rebsorten sind in Châteauneuf-du-Pape zugelassen? Bis zu 13 Sorten, je nach Zählung 18, mit Grenache als Hauptsorte, daneben Syrah, Mourvèdre, Cinsault und weiße Sorten.
Was sind Galets roulés? Galets roulés sind große, runde Kiesel, die während der Eiszeit abgeschliffen wurden, sie bedecken die Weinberge von Châteauneuf-du-Pape und speichern tagsüber Wärme.
Was ist GSM? GSM bezeichnet die klassische Cuvée der südlichen Rhône aus Grenache, Syrah und Mourvèdre.
Welche Rolle spielt der Mistral? Der Mistral ist ein kalter, trockener Nordwind, der die Trauben trocknet und vor Fäulnis schützt, aber auch die Erträge begrenzt.