Auf einen Blick
Conca de Barberà liegt im Norden der Provinz Tarragona in Katalonien, zwischen den Weinbaugebieten Penedès, Tarragona und Priorat, und umfasst 14 Gemeinden rund um Montblanc. Die Denominación de Origen wurde 1985 anerkannt. Die Rebfläche wird je nach Quelle mit rund 3.500 bis 6.000 Hektar angegeben, jüngere Angaben liegen bei rund 3.600 bis 3.800 Hektar in der DO, in Höhenlagen von 250 bis 900 Metern. Rund 90 Prozent der Trauben dienen der Herstellung von Cava, in der DO Cava gehört das Gebiet zur Subzone Serra de Prades. Bei den Weißen führen Macabeo und Parellada, dazu Chardonnay, bei den Roten Trepat, Tempranillo, hier Ull de Llebre genannt, Garnatxa, Cabernet Sauvignon, Merlot, Pinot Noir und Syrah. Trepat macht rund ein Viertel der Rebfläche aus.
Geschichte
Weinbau gibt es in der Conca de Barberà seit römischer Zeit. Im Mittelalter nahm er mit den Klöstern einen neuen Aufschwung, im 12. Jahrhundert bewirtschafteten sowohl der Templerorden als auch die Mönche des Zisterzienserklosters Santa Maria de Poblet die Weinberge. Montblanc war damals die drittgrößte Stadt Kataloniens. Im 18. und 19. Jahrhundert war der Wein der Conca de Barberà weit über die Region hinaus bekannt und wurde bis in die USA und viele europäische Länder exportiert, mit dem Bau der Eisenbahn nach Montblanc wuchs der Handel. 1908 entstand mit der Genossenschaft von Montblanc die erste Winzervereinigung der Region. Als 1985 die DO gegründet wurde, entstanden erst die ersten privaten Weingüter, denn zuvor gingen die Trauben fast vollständig an Cava-Häuser im Penedès. Seither entwickelt sich die Region zunehmend zum Anbaugebiet für eigenständige Stillweine.
Klima und Böden
Das Klima ist mediterran und trocken mit leichtem kontinentalem Einfluss, die Berge schützen das Becken vor dem Meer. Die Sommer sind warm, die Winter mit Frösten bis rund minus 4 Grad kühl, es gibt etwa 2.500 Sonnenstunden im Jahr und wenig Niederschlag. Der deutliche Temperaturunterschied zwischen Tag und Nacht bewahrt Säure und Aromatik. Die Böden sind überwiegend kalkhaltig, arm an organischem Material, in den Beckenlagen flach und tonreich, an den Bergfüßen neutral, steinig und tief, mit Schieferanteilen. Die Lese erfolgt wegen der unterschiedlichen Lagen und Reifezeiten in zwei Etappen, früh reifende Sorten wie Chardonnay zuerst, später Trepat.
Trepat: Die Besonderheit der Region
Trepat ist eine spät reifende rote Rebsorte, die in Spanien nur in der Conca de Barberà wächst, in Valencia heißt sie Bonicaire. Das mediterran-kontinentale Mischklima scheint der perfekte Ort für sie zu sein, in einem richtig kühlen Klima würde sie nie ausreifen. Trepat bringt helle, frische Rotweine mit Aromen von roten Beeren, Kirsche, Erdbeere und Gewürzen hervor, mit samtiger Textur und fester Struktur. Besonders gut eignet sie sich für Rosados, später wurde sie vor allem für Cava-Rosés entdeckt. Als Stillwein wird Trepat zunehmend sortenrein ausgebaut.
Weißweine und Cava-Trauben
Macabeo, Parellada und Chardonnay profitieren vom kühlen Klima und behalten natürliche Säure und aromatische Präzision. Macabeo und Chardonnay werden von Cava-Erzeugern wegen ihrer lebendigen Säure und reifen Frucht besonders geschätzt. Parellada zeigt zarte Zitrus- und Blütennoten, Macabeo Frische und Struktur, Chardonnay in manchen Weinen eine nahezu burgundische Eleganz. Auch Sauvignon Blanc, Garnatxa Blanca, Xarel·lo und die alte Sorte Sumoll Blanc sind zugelassen. Die Gärung der meisten Weine erfolgt temperaturkontrolliert.
Häufig gestellte Fragen zur Conca de Barberà
Wo liegt die Conca de Barberà? Im Norden der Provinz Tarragona in Katalonien, um die Stadt Montblanc, zwischen Penedès, Tarragona und Priorat.
Was bedeutet der Name? Conca bedeutet Becken, die Region liegt in einem kraterförmigen Becken zwischen Gebirgsketten.
Seit wann ist die Conca de Barberà eine DO? Seit 1985, zuvor gingen fast alle Trauben an Cava-Erzeuger im Penedès.
Was ist Trepat? Trepat ist eine spät reifende rote Rebsorte, die in Spanien nur in der Conca de Barberà wächst und frische, helle Rotweine und Rosés liefert.
Welche Rebsorten prägen die Region? Macabeo, Parellada und Chardonnay bei den Weißen, Trepat, Tempranillo, Garnatxa und Cabernet Sauvignon bei den Roten.
Wie viel Wein wird zu Cava verarbeitet? Rund 90 Prozent der Trauben dienen der Cava-Herstellung, die Region gehört in der DO Cava zur Subzone Serra de Prades.