Auf einen Blick
Castilla y León ist Spaniens größte autonome Gemeinschaft und liegt im Norden der Iberischen Halbinsel auf dem nördlichen Teil der Meseta Central, einer Hochebene auf 600 bis 1.000 Metern Höhe. Die Region umfasst 9 Denominaciones de Origen: Ribera del Duero, Rueda, Toro, Bierzo, Cigales, Arlanza, Arribes, Tierra de León und Tierra del Vino de Zamora, dazu kommen die Vinos de la Tierra de Castilla y León. Allein die 5 etablierten DOs Ribera del Duero, Toro, Bierzo, Rueda und Cigales haben zusammen rund 50.000 Hektar Rebfläche. Rotweine herrschen vor, Tempranillo ist unter Namen wie Tinto Fino, Tinta del País und Tinta de Toro die unangefochtene Hauptsorte, daneben prägen Verdejo in Rueda und Mencía und Godello im Bierzo das Bild. Favino.de führt Weine von Weingütern wie Hacienda Monasterio, Montecastro, Finca Villacreces, Abadía Retuerta, Belondrade, Vetus, Casar de Burbia und Descendientes de J. Palacios im Sortiment.
Geschichte des Weinbaus
Schon die Römer bauten in der Region Wein an, ein fast 2.000 Jahre altes Mosaik mit Bacchus in Baños de Valdearados zeugt davon. Während der maurischen Herrschaft und der Reconquista versiegte der Weinbau fast völlig, die ab dem 10. Jahrhundert entstehenden Klöster, vor allem Benediktiner und Zisterzienser, legten das Fundament für eine Renaissance. Im Duero-Tal entwickelte sich ab dem Mittelalter ein Handel mit Wein, Ende des 19. Jahrhunderts standen in der Ribera del Duero fast 50.000 Hektar unter Reben. 1864 gründete Eloy Lecanda y Chaves das Weingut Vega Sicilia, das fast 120 Jahre lang das einzige Weingut von internationalem Ruf war. Den eigentlichen Boom lösten ab den späten 1970er Jahren Pioniere wie Alejandro Fernández mit Tinto Pesquera aus, gefolgt von den DO-Gründungen: Ribera del Duero 1982, Rueda 1980 als erste DO der Region, Toro 1987, Bierzo 1989.
Klima und Böden
Das Klima auf der Meseta ist kontinental und extrem: Im Sommer erreichen die Temperaturen tagsüber 35 Grad Celsius oder mehr, nachts fallen sie auf 12 Grad oder weniger, die Winter sind eisig. Gerade diese großen Schwankungen fördern Säurestruktur und komplexe Aromen. Die Reben wurzeln in vielfältigen Terroirs: auf steinigen, hoch gelegenen Hängen, auf kargen Ebenen mit alten Buschreben, auf Kalk, Lehm und Sand im Duero-Tal und auf Schiefer und Quarzit im Bierzo. In der Ribera del Duero stehen manche Weinberge über 850 Meter hoch, ein Ring aus Bergen schützt das Gebiet.
Ribera del Duero und Toro: Rotwein vom Duero
Die Ribera del Duero erstreckt sich über rund 115 Kilometer entlang des Duero in den Provinzen Burgos, Valladolid, Segovia und Soria, mit rund 27.000 Hektar (2025) in Höhen von 700 bis 1.000 Metern, Tinto Fino steht auf rund 96 Prozent der Ernte. Die Weine sind konzentriert, mit dunkler Frucht, satter Würze und kräftigen Tanninen, Aranda de Duero bildet das wirtschaftliche Zentrum, die berühmteste Meile ist die Golden Mile um Peñafiel. Flussabwärts liegt Toro, dessen DO seit 1987 besteht, mit Tinta de Toro, einer lokalen Spielart des Tempranillo, auf rund 76 Prozent der Fläche und kraftvollen, oft rustikalen, früher zugänglichen Rotweinen.
Rueda, Cigales und Bierzo
Rueda, 1980 als erste DO der Region anerkannt, liegt in den Provinzen Valladolid, Segovia und Ávila und ist die Heimat des Verdejo, einer weißen Sorte mit Kräuter- und Zitrusaromen, die auf rund 13.000 Hektar die besten Weißweine der Region liefert, dazu kommt Sauvignon Blanc. Cigales nördlich von Valladolid ist für frische Rosés und Rotweine aus über 70 Jahre alten Tempranillo-Reben bekannt. Das Bierzo im äußersten Nordwesten, an der Grenze zu Galicien, bringt Mencía und Godello auf Schiefer- und Quarzitböden hervor. Daneben entstehen in Arlanza, Arribes und Tierra de León einzelne spannende Weine, und überregional als VT Castilla y León.
Castilla-y-León-Weingüter bei Favino
Zu den Weingütern aus Castilla y León im Favino-Sortiment gehören aus der Ribera del Duero die Hacienda Monasterio, 1990 von Peter Sisseck gegründet, Montecastro, 2000 von einem Freundeskreis gegründet, mit Weinbergen auf 860 bis 930 Metern, und Finca Villacreces der Artevino-Gruppe. Aus Toro kommt Vetus der Familie Antón, 2003 gegründet, mit Tinta de Toro in Villabuena del Puente und seit 2011 mit Verdejo aus Rueda. Aus Rueda stammt Belondrade, aus Sardón de Duero Abadía Retuerta, und aus dem Bierzo Casar de Burbia und Descendientes de J. Palacios.
Häufig gestellte Fragen zu Castilla y León
Welche DOs gibt es in Castilla y León? Ribera del Duero, Rueda, Toro, Bierzo, Cigales, Arlanza, Arribes, Tierra de León und Tierra del Vino de Zamora, dazu die Vinos de la Tierra de Castilla y León.
Welche Rebsorten prägen die Region? Tempranillo unter den Namen Tinto Fino, Tinta del País und Tinta de Toro bei den Roten, Verdejo in Rueda, Mencía und Godello im Bierzo.
Was macht die Ribera del Duero besonders? Hohe Lagen von 700 bis 1.000 Metern, extreme Temperaturunterschiede und Tinto Fino, der konzentrierte, würzige Rotweine mit kräftiger Struktur liefert.
Was ist Verdejo? Verdejo ist eine weiße Rebsorte mit Kräuter- und Zitrusaromen und frischer Säure, die in Rueda ihre Heimat hat und dort die besten Weißweine der Region liefert.
Was ist Tinta de Toro? Tinta de Toro ist die lokale Spielart des Tempranillo in der DO Toro, mit dickschaligen Beeren und kräftigen, dunklen Weinen.
Warum ist das Klima so extrem? Die Meseta liegt auf 600 bis 1.000 Metern Höhe, mit heißen Tagen, kühlen Nächten und eisigen Wintern, was Säure und Aromen fördert.