Auf einen Blick
Das Burgund, französisch Bourgogne, liegt im Osten Frankreichs und umfasst rund 29.500 Hektar Rebfläche, nur knapp 4 Prozent der französischen Gesamtfläche, stellt aber fast ein Viertel aller französischen AOC-Bezeichnungen. Die Region gliedert sich in Chablis, die Côte d’Or mit Côte de Nuits und Côte de Beaune, die Côte Chalonnaise, das Mâconnais und administrativ auch das Beaujolais. Rund 48 Prozent der Fläche sind mit Chardonnay bestockt, etwa 34 Prozent mit Pinot Noir, dazu kommen Aligoté und Gamay. Die Qualitätspyramide besteht aus regionalen Appellationen, Dorfappellationen, Premiers Crus und Grands Crus. Die Climats du vignoble de Bourgogne sind seit 2015 UNESCO-Welterbe. Favino.de führt Weine von Burgund-Weingütern wie Famille Grossot, Vaudon und Joseph Burrier im Sortiment.
Geschichte: Mönche, Herzöge und Négociants
Weinbau gab es im Burgund schon vor und während der Römerzeit. Seine Blütezeit begann im 10. Jahrhundert, als Adel und Herzöge den Benediktinern von Cluny und später den Zisterziensern von Cîteaux ihre besten Lagen schenkten. Die Mönche beobachteten ihre Weinberge über Generationen, grenzten Parzellen voneinander ab und umgaben die wertvollsten mit Mauern, wie den Clos de Vougeot. Daraus entstand das System der Climats und der Terroir-Gedanke. 1395 verbot Herzog Philipp der Kühne die Rebsorte Gamay zugunsten des Pinot Noir. 1443 ließ Kanzler Nicolas Rolin die Hospices de Beaune errichten, deren jährliche Weinversteigerung bis heute stattfindet. Zugleich entstanden Handelshäuser, die Négociants, von denen es im Burgund bis heute mehr gibt als in jedem anderen Weinbaugebiet. Die napoleonische Erbteilung zerstückelte später den Besitz, deshalb gilt das Burgund als Land der kleinen Grundbesitzer, die meisten bewirtschaften nur wenige Hektar.
Klima und Böden
Das Klima ist gemäßigt kontinental mit langen Vegetationsperioden und regelmäßiger Frostgefahr. Die berühmten Weinberge liegen auf Kalkstein- und Mergelböden, die vor rund 150 Millionen Jahren entstanden sind. Alle Premiers und Grands Crus liegen auf mittlerer Höhe der nach Süden oder Südosten ausgerichteten Hänge, die einfacheren Weine der regionalen Appellationen weiter unten oder in der Ebene. Die Böden bestimmen die Rebsorte: Auf den kalkreichen, steinigen Böden der Côte de Nuits gedeiht der Pinot Noir, auf den mergeligen Böden der Côte de Beaune der Chardonnay.
Pinot Noir, Chardonnay, Aligoté und Gamay
Pinot Noir bringt im Burgund Rotweine mit Aromen von roten Früchten, Waldboden, Gewürzen und feinen Tanninen hervor, je nach Lage von zart und duftig bis dicht und lagerfähig. Chardonnay zeigt sich in Chablis mineralisch und straff, an der Côte de Beaune in Meursault, Puligny und Corton-Charlemagne voll, cremig und komplex, im Mâconnais fruchtig und zugänglich. Aligoté, die zweite weiße Sorte, ist die Basis des Bourgogne Aligoté und des Kir und erlebt eine Renaissance, besonders in Bouzeron. Gamay spielt im Burgund eine Nebenrolle und prägt den Passetoutgrain, die Heimat der Sorte ist das Beaujolais.
Chablis, Côte d’Or, Côte Chalonnaise und Mâconnais
Chablis im Norden, etwa 85 Meilen von der Côte d’Or entfernt, ist reines Chardonnay-Land auf Kimmeridge-Kalk, mit rund 4.500 Hektar in 19 Orten, darunter rund 100 Hektar Grand Cru mit 7 Lagen und 17 Premier-Cru-Climats. Die Côte d’Or, der Goldhang, ist das Prunkstück: Die Côte de Nuits enthält 24 der 25 roten Grand-Cru-Appellationen, darunter Gevrey-Chambertin, Chambolle-Musigny und Vosne-Romanée, die Côte de Beaune die weißen Grands Crus wie Montrachet und Corton-Charlemagne. Die Côte Chalonnaise mit Mercurey, Rully, Givry, Montagny und Bouzeron bietet fein strukturierte Weine zu zugänglicheren Preisen, das Mâconnais mit rund 7.000 Hektar, dem größten Anbaugebiet des Burgunds, bringt Chardonnay hervor, mit Pouilly-Fuissé und seit 2020 auch 22 klassifizierten Premiers Crus.
Burgund-Weingüter bei Favino
Zu den Weingütern des Burgunds im Favino-Sortiment gehören Famille Grossot, Vaudon und Joseph Burrier. Die Familie Grossot in Fleys bei Chablis, seit 1920 im Weinbau und heute von Corinne, Jean-Pierre und Tochter Eve geführt, bewirtschaftet 18 Hektar biologisch mit Premiers Crus wie Fourchaume, Mont de Milieu und Vaucoupin. Vaudon ist das Chablis-Anwesen des Hauses Joseph Drouhin im Vauvillien-Tal, das mit Edelstahlausbau und biodynamischer Bewirtschaftung einen klassischen Chablis-Stil pflegt. Joseph Burrier aus Fuissé, seit 1407 urkundlich im Weinbau, bewirtschaftet das Château de Beauregard in Pouilly-Fuissé und weitere Güter im Mâconnais und im Beaujolais.
Häufig gestellte Fragen zum Burgund
Wie groß ist das Weinbaugebiet Burgund? Das Burgund umfasst rund 29.500 Hektar Rebfläche, nur knapp 4 Prozent der französischen Rebfläche, aber fast ein Viertel aller AOC-Bezeichnungen Frankreichs.
Was sind Climats? Climats sind abgegrenzte Weinbauparzellen mit eigenem Namen, eigener Geschichte und eigenem Geschmack, die im Burgund seit 2015 als UNESCO-Welterbe geschützt sind, rund 1.247 Parzellen zwischen Dijon und Santenay gehören dazu.
Was ist der Unterschied zwischen Premier Cru und Grand Cru? Grand Cru ist die höchste Stufe der Burgunder Herkunftspyramide, Premier Cru die zweithöchste, beide stehen für besonders ausgewählte Lagen mit eigenem Terroir.
Welche Rebsorten wachsen im Burgund? Chardonnay mit rund 48 Prozent und Pinot Noir mit rund 34 Prozent dominieren, dazu kommen Aligoté und Gamay.
Warum gibt es im Burgund so viele Appellationen? Die Region gliedert sich in über 80 Appellationen und Tausende Climats, weil sich Böden und Lagen auf engstem Raum stark unterscheiden und die Mönche sie früh voneinander abgrenzten.
Was sind Négociants? Négociants sind Handelshäuser, die Trauben oder Weine von Winzern kaufen, ausbauen und vermarkten, im Burgund gibt es mehr davon als in jeder anderen Weinregion.