Kategorie: Welschriesling

Der "falsche" Riesling mit vielen Namen

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    Wachter Wiesler - Welschriesling Eisenberg 2023 BIO
    Weingut Wachter-Wiesler, Burgenland Eisenberg, Welschriesling BIO, dunkle Flasche mit hellem Etikett, blaue Wappen-Illustration und Schriftzug „Wachter Wiesler“.
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    Wachter-Wiesler - Olaszrizling 2023 BIO
    Weingut Wachter-Wiesler, Burgenland Eisenberg, Welschriesling (Olaszrizling) BIO, dunkle Flasche mit hellem Etikett, blaue Wappen-Illustration und Schriftzug „Wachter Wiesler“.
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Kaum eine Rebsorte trägt einen so irreführenden Namen: Welschriesling hat mit dem echten Riesling nicht die geringste genetische Verwandtschaft. Das "welsch" im Namen bedeutet im alten Deutsch schlicht "romanisch" oder "fremd", ein Hinweis darauf, dass die Sorte aus südlicheren, romanischsprachigen Gefilden stammt, nicht vom Rhein.

Auf einen Blick

Welschriesling ist eine weiße Rebsorte, deren genaue Herkunft bis heute nicht abschließend geklärt ist, vermutet wird ein Ursprung in Norditalien, worauf auch der italienische Name Riesling Italico hindeutet, andere Quellen verorten die Wurzeln im östlichen Donauraum. Genetisch nächster Verwandter ist die Sorte Elbling von der Mosel, mit dem echten Weißen Riesling besteht dagegen keinerlei Verwandtschaft. In Österreich ist Welschriesling mit rund 2.700 bis 3.338 Hektar die dritthäufigste Rebsorte des Landes, direkt hinter Grüner Veltliner und Zweigelt, mit Schwerpunkten in Niederösterreich, dem Burgenland und der Steiermark, wo sie die am weitesten verbreitete Weißweintraube darstellt. International trägt die Sorte zahlreiche Synonyme, darunter Olaszrizling in Ungarn, Laški Rizling in Slowenien und Graševina in Kroatien, mit einer weltweiten Anbaufläche von rund 61.000 Hektar, verbreitet vor allem in Süd- und Südosteuropa bis nach Rumänien. Favino.de führt Welschriesling aus Österreich im Sortiment.

Herkunft und Geschichte

Die Herkunft des Welschrieslings bleibt bis heute von einem gewissen Geheimnis umgeben, selbst der Name gibt Rätsel auf. Die gängigste Theorie verortet den Ursprung der Sorte in Norditalien, gestützt durch den historischen Namen Riesling Italico, andere Forscher vermuten eine Herkunft aus dem östlichen Donauraum. Bereits 1850 beschrieb der Autor Dietl in seinem "Taschenbuch der in der Steiermark angebauten Rebsorten" den "Wälschriesling" als eine aus der Champagne stammende Sorte, die zu dieser Zeit in der Steiermark bereits beliebter war als der mit ihr nicht verwandte echte Riesling, wenngleich diese französische Herkunftsangabe heute als überholt gilt, da die Sorte in der Champagne selbst längst nicht mehr angebaut wird. Im 19. Jahrhundert wurde Welschriesling zudem gezielt im Burgenland eingeführt, wo sie sich aufgrund ihrer Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Boden- und Klimaverhältnisse sowie ihrer Widerstandsfähigkeit gegenüber heißen, trockenen Bedingungen rasch verbreitete. Die offizielle Anerkennung als Qualitätsrebsorte in Österreich erfolgte 1972, 1995 wurde Welschriesling zudem von der Europäischen Gemeinschaft als empfohlene Rebsorte für die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland und Steiermark eingestuft.

Charakter und typische Aromen

Welschriesling zeigt sich als spät reifende Rebsorte mit von Natur aus hohem Säuregehalt und liefert Weine mit einem frischen, fruchtigen Bukett von grünem Apfel, Zitrus und Heu. Trockene Ausprägungen der Sorte präsentieren sich meist als leichte, spritzige und unkomplizierte Sommerweine, während sich in den vergangenen Jahren zunehmend auch Winzer finden, die durch längeren Hefekontakt komplexere, lagerfähige Interpretationen erzeugen, die deutlich über das klassische Bild des unkomplizierten Jungweins hinausgehen. Besonders bemerkenswert ist die stilistische Bandbreite der Sorte: Sie deckt nahezu alle Qualitätsstufen ab, vom neutralen, säurebetonten Sektgrundwein über trinkfreudige, trockene Weine bis hin zur edelsüßen Trockenbeerenauslese, die zu den bedeutendsten Süßweinen der Welt zählt. Die Sorte eignet sich zudem gut für den Anbau in regenarmen Zonen, da sie vergleichsweise wenig Wasser benötigt, was ihre Verbreitung in trockeneren, wärmeren Regionen zusätzlich begünstigt.

Anbaugebiete in Österreich

In Niederösterreich, dem größten Weinbaugebiet Österreichs, dient Welschriesling vor allem als Grundwein für hochwertige Schaumweine, mit dem Zentrum dieser Produktion rund um Poysdorf im Weinviertel. Im Burgenland, mit seinem einzigartigen Terroir aus Schiefer- und Kalkböden rund um den Neusiedler See, entstehen dagegen die besten edelsüßen Welschriesling-Prädikatsweine des Landes, insbesondere im Seewinkel, wo die klimatischen Bedingungen für Edelfäule ideal sind. In der Steiermark schließlich, wo Welschriesling die am weitesten verbreitete Weißweintraube darstellt, entstehen vorwiegend trockene, frische Weine mit betonter Aromatik von Zitrus, Apfel und Birne, wie sie für den steirischen Stil charakteristisch sind. Diese 3 unterschiedlichen Verwendungsformen, Sektgrundwein, edelsüßer Prädikatswein und trockener Terroirwein, zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig sich Welschriesling je nach Region und Winzerhandschrift interpretieren lässt.

Häufig gestellte Fragen zu Welschriesling

Ist Welschriesling mit dem echten Riesling verwandt? Nein, trotz des ähnlichen Namens besteht keinerlei genetische Verwandtschaft zum echten Weißen Riesling, als nächster Verwandter gilt stattdessen die Sorte Elbling von der Mosel.

Woher stammt die Rebsorte Welschriesling? Die genaue Herkunft ist ungeklärt, vermutet wird ein Ursprung in Norditalien, worauf der historische Name Riesling Italico hindeutet, andere Theorien verorten die Wurzeln im östlichen Donauraum.

Was bedeutet der Name "Welsch" im Zusammenhang mit der Rebsorte? "Welsch" bedeutet im alten Deutsch "romanisch" oder "fremd" und verweist auf eine vermutete Herkunft der Sorte aus dem romanischen Sprachraum.

Welches ist das wichtigste österreichische Anbaugebiet für Welschriesling? Niederösterreich besitzt die größte Anbaufläche, während die Steiermark den höchsten relativen Flächenanteil aufweist und Welschriesling dort die meistangebaute Weißweinsorte ist.

Wie schmeckt ein typischer Welschriesling? Typisch sind ein frisches, fruchtiges Bukett von grünem Apfel und Zitrus sowie eine ausgeprägte, gut eingebundene Säure, wobei die stilistische Bandbreite von trocken bis edelsüß reicht.

Unter welchen Namen ist Welschriesling international bekannt? Zu den bekanntesten Synonymen zählen Olaszrizling in Ungarn, Laški Rizling in Slowenien, Graševina in Kroatien sowie Riesling Italico in Italien.