Kategorie: Syrah

Zwei Namen, ein Zwilling mit unterschiedlichem Temperament

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Jahrzehntelang rankten sich Legenden um Syrah, mal sollte sie aus dem persischen Shiraz stammen, mal aus dem sizilianischen Syrakus. DNA-Analysen der University of California in Davis machten diesen romantischen Erzählungen 1998 ein Ende: Die Rebsorte ist ein rein französisches Kind, entstanden aus 2 heute fast vergessenen Sorten aus dem Grenzgebiet zwischen Savoyen und der nördlichen Rhône.

Auf einen Blick

Syrah, außerhalb Frankreichs meist Shiraz genannt, ist eine rote Rebsorte, die laut DNA-Analysen aus dem Jahr 1998 als natürliche Kreuzung der roten Sorte Dureza aus der Ardèche und der weißen Sorte Mondeuse Blanche aus Savoyen entstand, beide historisch im südöstlichen Frankreich verankert. Erstmals schriftlich erwähnt wurde die Sorte 1781, spätere genetische Untersuchungen legten zudem eine Verwandtschaft mit weiteren mitteleuropäischen Rebsorten nahe, Syrah gilt demnach mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar als Urenkel des Pinot Noir, mit zusätzlichen Verwandtschaftsbeziehungen zu den norditalienischen Sorten Lagrein, Marzemino und Teroldego. Ihre eigentliche Heimat liegt im nördlichen Rhônetal, wo sie in den Appellationen Côte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage und Cornas die einzig zugelassene rote Rebsorte ist. International verbreitet als Shiraz, zählt die Sorte heute zu den bedeutendsten roten Rebsorten weltweit, mit prägenden Anbaugebieten in Australien, Südafrika, Kalifornien, Chile und dem südlichen Frankreich. Favino.de führt Syrah aus dem Rhônetal und weiteren Anbaugebieten im Sortiment.

Herkunft und Geschichte

Die Herkunft von Syrah galt lange als ungeklärt, jahrhundertelang kursierten Legenden über eine Einwanderung aus der persischen Stadt Shiraz oder über eine Verbindung zur antiken sizilianischen Hafenstadt Syrakus, romantische Erzählungen, die einer wissenschaftlichen Überprüfung nie standhielten. Erst DNA-Analysen der University of California in Davis aus dem Jahr 1998 klärten die tatsächliche Abstammung: Syrah entstand als natürliche Kreuzung der roten Sorte Dureza, beheimatet in der Ardèche, und der weißen Sorte Mondeuse Blanche aus Savoyen, beide Elternsorten wuchsen historisch häufig im Gemischten Satz an der Rhône, das einzig Wilde an der Entstehungsgeschichte von Syrah war damit lediglich die zufällige natürliche Kreuzung selbst. Die erste konkrete schriftliche Erwähnung der Sorte stammt aus dem Jahr 1781, als ein gewisser Faujas de Saint-Fond den "Sira de l'Hermitage" als angenehmen, edlen und alterungswürdigen Wein beschrieb und ihn von der eng verwandten Sorte Sérine abgrenzte. Spätere Untersuchungen des italienischen Forschungszentrums IASMA in San Michele all'Adige zeigten zudem, dass Syrah höchstwahrscheinlich ein Urenkel des Pinot Noir ist, mit weiteren Verwandtschaftsbeziehungen zu den norditalienischen Sorten Lagrein, Marzemino und Teroldego, ein Beleg dafür, wie eng die Stammbäume europäischer Rebsorten über Regionen und Grenzen hinweg miteinander verwoben sind.

Charakter und typische Aromen

Syrah bringt farbintensive, dunkle Rotweine mit kräftigem Tanningerüst hervor, deren Aromenprofil je nach Klima und Ausbaustil deutlich variiert. In der kühleren nördlichen Rhône zeigt sich die Sorte von ihrer elegantesten Seite, mit Aromen von schwarzer Johannisbeere, Veilchen, schwarzem Pfeffer, Rauch und speckigen Noten sowie einer markanten Mineralität, die mit zunehmender Reife um Leder, Trüffel, Olive und geräucherte Kräuter ergänzt wird. In wärmeren Anbauregionen entwickelt die Sorte dagegen ein deutlich üppigeres, fruchtbetonteres Profil mit reifer Frucht, höherem Alkoholgehalt und weniger ausgeprägter Würze, ein Stilkontrast, der sich auch sprachlich niederschlägt: Als Syrah wird die Sorte dort bezeichnet, wo fruchtige Würze und feingliedriges Tanningerüst im Vordergrund stehen, als Shiraz dort, wo überbordende Fruchtaromen und ein höherer Alkoholgehalt dominieren, obwohl es sich genetisch um exakt dieselbe Rebe handelt. Eine önologische Besonderheit ist die traditionelle Co-Fermentation, insbesondere in der Côte-Rôtie, wo Syrah gelegentlich gemeinsam mit einem kleinen Anteil der weißen Sorte Viognier vergoren wird, was den Weinen zusätzliche florale Noten und stabilere Farbe verleiht, dort sind bis zu 20 Prozent Viognier zugelassen, während in Hermitage bis zu 15 Prozent der weißen Sorten Marsanne und Roussanne erlaubt sind. Anders als in Australien, wo Cuvées aus Shiraz und Cabernet Sauvignon zum Standard zählen, wird Syrah an der Rhône traditionell ganz ohne Cabernet Sauvignon vinifiziert, entweder reinsortig oder im Verschnitt mit Carignan, Grenache und Mourvèdre.

Die Appellationen der nördlichen Rhône

Im nördlichen Rhônetal ist Syrah die dominierende und in den bedeutendsten Appellationen sogar die einzig zugelassene rote Rebsorte, mit klassischen Herkünften wie Côte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage und Cornas, die bei Weinliebhabern nahezu Kultstatus genießen. Die Region ist geprägt von steilen Hanglagen, granithaltigen Böden und einem teils extrem kontinentalen Klima, in dem die Reben mit Wind, kargen Böden und großen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht zurechtkommen müssen, Bedingungen, die der Sorte ihre charakteristische Struktur und Mineralität verleihen. Im südlichen Rhônetal spielt Syrah dagegen eine eher ergänzende Rolle als wichtiger Verschnittpartner neben Grenache, Mourvèdre und Carignan, wo sie den oft weicheren, fruchtbetonteren Cuvées zusätzliche Farbe, Struktur und würzige Tiefe verleiht.

Syrah außerhalb der Rhône

Dank ihrer ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit an unterschiedlichste klimatische Bedingungen hat sich Syrah in zahlreichen Weinbauregionen der Welt etabliert. In Australien, wo sie unter dem Namen Shiraz zur nationalen Leitrebsorte avancierte, entstehen kraftvolle, opulente Weine mit reifer, üppiger Frucht, allen voran in der Region Barossa Valley. Südafrika positioniert Syrah zunehmend als qualitative Leitsorte, besonders in küstennahen oder höher gelegenen Lagen, während Chile mit würzigen, kühlen Interpretationen aus Küstenregionen und höher gelegenen Tälern überzeugt. In den USA hat sich die Sorte insbesondere im Washington State sowie in kühleren Zonen Kaliforniens etabliert, wo sie Rhône-orientierte Struktur mit moderner Fruchtklarheit verbindet. Bemerkenswert ist zudem die kalifornische Sorte Petite Sirah, die trotz des ähnlichen Namens nicht mit Syrah identisch ist, sondern eine eigenständige Kreuzung aus Syrah und der Sorte Peloursin darstellt und damit der Sorte Durif entspricht.

Häufig gestellte Fragen zu Syrah

Woher stammt die Rebsorte Syrah? Syrah stammt aus dem nördlichen Rhônetal in Frankreich und entstand laut DNA-Analysen aus dem Jahr 1998 als natürliche Kreuzung der Sorten Dureza und Mondeuse Blanche.

Ist Syrah dasselbe wie Shiraz? Ja, genetisch handelt es sich um dieselbe Rebsorte, die je nach Region und Stil unterschiedlich benannt wird: Syrah für den eleganteren, würzigeren Rhône-Stil, Shiraz für den fruchtbetonteren, alkoholreicheren Stil vor allem in Australien.

In welchen Appellationen ist Syrah die einzig zugelassene Rebsorte? In den nördlichen Rhône-Appellationen Côte-Rôtie, Saint-Joseph, Hermitage, Crozes-Hermitage und Cornas ist Syrah die alleinige rote Rebsorte.

Was ist die Co-Fermentation in Côte-Rôtie? Dabei wird Syrah gemeinsam mit einem kleinen Anteil der weißen Rebsorte Viognier vergoren, was dem Wein zusätzliche florale Aromen und stabilere Farbe verleiht.

Ist Petite Sirah dasselbe wie Syrah? Nein, Petite Sirah ist trotz des ähnlichen Namens eine eigenständige Kreuzung aus Syrah und der Sorte Peloursin und entspricht der Sorte Durif.

Wie schmeckt ein typischer Syrah aus der nördlichen Rhône? Typisch sind Aromen von schwarzer Johannisbeere, Veilchen, schwarzem Pfeffer und Rauch, mit zunehmender Reife ergänzt durch Leder, Trüffel und Olive.