Kategorie: Jumilla

Das Reich des Monastrell

In einem der sonnenreichsten Weinbaugebiete Spaniens steht eine Rebsorte, die seit über 2.000 Jahren in der Region wächst: Monastrell. Auf sandigen Böden mit Kalkuntergrund, in heißem, trockenem Klima und bis heute teils wurzelecht, bringt sie in Jumilla dunkle, kraftvolle Rotweine hervor, die zu den charaktervollsten des spanischen Südostens zählen.

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    El Nido - Clio 2023 BIO
    El Nido, Jumilla, Monastrell, Cabernet Sauvignon DO
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    El Nido, Jumilla, Monastrell, Cabernet Sauvignon DO
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Auf einen Blick

Jumilla liegt im Südosten Spaniens im äußersten Nordwesten der Region Murcia und reicht zu einem Teil in die Provinz Albacete in Castilla-La Mancha hinein, der Name geht auf die Stadt Jumilla zurück. Die DO wurde 1966 anerkannt und ist damit eine der ältesten Spaniens. Die Rebfläche wird je nach Quelle mit rund 22.000 bis über 40.000 Hektar angegeben, die Weinberge liegen in Höhen von rund 400 bis 850 Metern. Monastrell, international Mourvèdre genannt, nimmt rund 85 Prozent der Fläche ein. Daneben wachsen Tempranillo, hier Cencibel, Garnacha Tintorera, Garnacha, Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot, bei den Weißen Airén, Macabeo, Pedro Ximénez, Malvasía und Merseguera. Es gibt rund 50 Bodegas. Favino.de führt Weine der Bodega Sierra Norte mit Monastrell aus Jumilla im Sortiment.

Geschichte

Weinbau gibt es in Jumilla seit über 2.000 Jahren, Monastrell wird seit der Antike kultiviert. Traditionell erzeugte die Region alkoholreiche, einfache Weine, die oft im Fass verkauft wurden und anderen Regionen als Farb- und Alkohollieferant für den Verschnitt dienten. 1966 erhielt Jumilla den DO-Status, doch die Qualität blieb zunächst gemischt. Die Reblaus erreichte das Gebiet sehr spät, erst in den späten 1970er und 1980er Jahren, rund 100 Jahre nach Frankreich, und richtete wegen der sandigen Böden weniger Schaden an als anderswo. Die Zerstörung zwang die Winzer zu Neuanpflanzungen und wurde genutzt, bessere Sorten und Techniken einzuführen. Seither gilt Jumilla als Aufsteigerregion, die Winzer setzen auf moderate Bewässerung, frühere Lese und moderne Kellertechnik.

Klima und Böden

Das Klima ist überwiegend mediterran und trocken, mit kontinentalen Einflüssen durch die Höhe. Die Sommer sind sehr heiß mit bis zu 40 Grad, die Winter vergleichsweise mild, dank der Winde vom Mittelmeer sinken die Temperaturen kaum unter 5 Grad, im Albacete-Teil ist das Klima durch die kastilische Hochebene eher rau. Es fallen nur 250 bis 300 Millimeter Regen, oft in kurzen, heftigen Schauern. Die Böden sind braun, sandig, kalk- und eisenhaltig, mit Kalk als Muttergestein, gut durchlüftet und arm an organischer Substanz. Solche Bedingungen mag die Reblaus nicht, deshalb sind noch viele wurzelechte, nicht veredelte Rebstöcke erhalten, einige über 50 oder sogar 80 Jahre alt.

Monastrell: Die Leitrebsorte

Monastrell fühlt sich dort besonders wohl, wo es anderen Sorten längst zu heiß ist. Sie wird in Jumilla meist als Buschrebe erzogen, trocken angebaut oder nur moderat bewässert. Aus ihr entstehen sehr dunkle, tanninreiche, aromatische Rotweine mit Aromen von Brombeere, schwarzer Kirsche, Veilchen, Kräutern und Gewürzen, die lange Reifezeit brauchen und oft in Fässern ausgebaut werden. Die besten Weine stammen von sehr alten, oft über 80 Jahre alten, wurzelechten Stöcken im kargen Kalkboden. Junge Monastrell schmecken mineralisch, fassgereifte Crianza-Weine entwickeln Noten von Holz und Kaffee. Neben sortenreinen Crus entstehen Cuvées mit Cabernet Sauvignon, Merlot oder Syrah.

Stile und Reifestufen

Die Weine reichen vom jungen, fruchtigen Joven über Roble bis zu Crianza, Reserva und Gran Reserva, ein Crianza-Rotwein reift mindestens 1 Jahr, davon mindestens 6 Monate in Eiche. Daneben gibt es Rosados, frische Weißweine aus Airén, Macabeo, Sauvignon Blanc und Chardonnay sowie Süßweine aus Monastrell. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zählt zu den Stärken der Region.

Jumilla-Weingut bei Favino

Zum Jumilla-Sortiment bei Favino zählt die Bodega Sierra Norte, 1999 gegründet von Manuel Olmo und Lorenzo García. In Jumilla bewirtschaftet sie rund 150 Hektar Monastrell mit Reben, die ab 1958 gepflanzt wurden, auf 600 bis 650 Metern Höhe. Der Wein entsteht mit Rotomaceradores und Betontanks, die Weine gehen in 37 Länder.

Häufig gestellte Fragen zu Jumilla

Wo liegt Jumilla? Im Südosten Spaniens im Nordwesten der Region Murcia, mit einem Teil in der Provinz Albacete in Castilla-La Mancha.

Seit wann ist Jumilla eine DO? Seit 1966.

Was ist Monastrell? Monastrell, in Frankreich Mourvèdre, ist eine dunkle, spät reifende Rebsorte, die in Jumilla über 80 Prozent der Fläche einnimmt und kraftvolle Rotweine liefert.

Warum gibt es in Jumilla so viele wurzelechte Reben? Die Reblaus kam sehr spät, erst in den 1970er und 1980er Jahren, und mag keine sandigen Böden, deshalb blieben viele alte Reben ungepfropft.

Wie ist das Klima? Mediterran bis kontinental, heiß und trocken, mit bis zu 40 Grad im Sommer und nur 250 bis 300 Millimetern Regen.

Welche Böden prägen die Region? Braune, sandige, kalk- und eisenhaltige Böden mit Kalk als Untergrund, arm an organischer Substanz.