Kategorie: Almansa

Das raue Hochland der Farbtraube

Eine Burg wacht über die Weinberge von Almansa, einer Stadt am östlichen Rand der Meseta, wo Kastilien und Valencia aufeinandertreffen. Die Region war über Jahrhunderte Grenzland zwischen christlichen und maurischen Königreichen, und ihr Wein stammt von Reben, die in kargem Boden und extremem Klima um jeden Tropfen kämpfen.

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Auf einen Blick

Die DO Almansa liegt im Südosten der Provinz Albacete in Castilla-La Mancha und ist die östlichste DO der Region. Sie wurde 1966 anerkannt. Die Rebfläche liegt je nach Quelle bei rund 7.200 bis 7.600 Hektar in 8 bis 9 Gemeinden, die Weinberge liegen in Höhen von 700 bis 1.000 Metern, in einzelnen Lagen bis 1.100 Metern. Es gibt rund 12 bis 13 Bodegas. Rund 85 Prozent der Produktion sind Rotweine. Die Leitrebsorten sind Garnacha Tintorera, auch Alicante Bouschet genannt, und Monastrell, dazu kommen Tempranillo, hier Cencibel, Syrah, Cabernet Sauvignon, Merlot und Petit Verdot, bei den Weißen Merseguera, Airén, Verdejo und Sauvignon Blanc.

Geschichte

Der Name Almansa geht auf das maurische Al-Amankha zurück, übersetzt trockener Ort. Im Mittelalter war die Gegend Grenzgebiet zwischen den Königreichen Kastilien und Aragón, die Mauren errichteten das Castillo de Almansa, um das Tal des Vinalopó zu schützen. Der Weinbau um Almansa entwickelte sich seit dem 16. Jahrhundert. Lange konzentrierte sich die Region auf den Handel mit losem Wein, den Käufer wegen der färbenden und kräftigen Eigenschaften der lokalen Sorten schätzten, ein Teil der Produktion wird bis heute als Massenwein verkauft. Nach und nach vollzog die Region den Wandel zum Qualitätswein, die DO wurde 1966 gegründet, getragen unter anderem von Önologen, die auf Flaschenqualität statt Fassware setzten. Heute entstehen zunehmend Weine aus Tempranillo, Syrah und Monastrell sowie sortenreine Garnacha Tintorera.

Klima und Böden

Das Klima ist kontinental mit sehr kalten Wintern und sehr heißen Sommern mit bis zu 40 Grad, nicht ganz so extrem wie in La Mancha. Es fallen nur rund 400 Millimeter Regen im Jahr, bei rund 2.700 bis 2.800 Sonnenstunden. Am Rand der Hochebene herrscht kontinentales, in den tieferen Zonen Richtung Vinalopó semiarides Klima. Die Böden sind kalkreich, arm an organischer Substanz, steinig mit wenig Substrat oder tief und sandig, daneben kommen Ton und Lehm vor. Die Reben stehen weit auseinander, traditionell als Buschreben, und müssen tief wurzeln, die Erträge sind niedrig, die maximale Produktion liegt bei rund 4.250 Kilogramm pro Hektar.

Garnacha Tintorera und Monastrell

Garnacha Tintorera ist eine Teinturier-Sorte mit rotem Fruchtfleisch und rotem Saft, nicht nur gefärbter Schale, und verleiht den Weinen tiefe Farbe, Struktur und eine ausgeprägte Kräuternote. Früher wurde sie vor allem zum Verschnitt blasser Weine genutzt, heute auch sortenrein ausgebaut. Monastrell bringt tiefdunkle, beerige, kraftvolle Weine mit würzigen Noten, Kräuterkomplexität und Säure. Zusammen machen beide Sorten den Großteil der Rebfläche aus, die genauen Anteile schwanken in den Quellen. Die Weine sind dunkel, saftig und kräftig, mit Aromen von Brombeere, schwarzer Pflaume, Leder und Kräutern und festen Tanninen.

Stile und Reifestufen

Die Rotweine reichen vom jungen, fruchtigen Joven über Roble bis zu Crianza, Reserva und Gran Reserva mit Ausbau in französischer oder amerikanischer Eiche. Daneben entstehen sortenreine Garnacha Tintorera, Monastrell-Cuvées mit Syrah und Tempranillo, Rosados und in kleinen Mengen süße Weine. Die Weißweine aus Merseguera, Airén, Verdejo und Sauvignon Blanc sind frisch und fruchtig. Typisch für Almansa ist die Kombination aus Höhenlage, kalkhaltigem Boden und extremem Klima, die Intensität mit Frische verbindet.

Häufig gestellte Fragen zu Almansa

Wo liegt Almansa? Im Südosten der Provinz Albacete in Castilla-La Mancha, auf der levantinischen Hochebene, als östlichste DO der Region.

Seit wann ist Almansa eine DO? Seit 1966, der Weinbau um Almansa geht auf das 16. Jahrhundert zurück.

Was ist Garnacha Tintorera? Garnacha Tintorera, auch Alicante Bouschet, ist eine Teinturier-Rebsorte mit rotem Fruchtfleisch, die tiefdunkle, farbintensive Weine liefert.

Welche Rebsorten prägen die Region? Garnacha Tintorera und Monastrell bei den Roten, dazu Tempranillo und Syrah, bei den Weißen Merseguera, Airén und Verdejo.

Wie ist das Klima? Kontinental mit sehr kalten Wintern, sehr heißen Sommern und rund 400 Millimetern Niederschlag im Jahr.

Welche Böden prägen Almansa? Kalkreiche, karge Böden, steinig, mit Ton, Lehm und Sand, arm an organischer Substanz.