Weingut
Das Familienweingut Gröhl in Weinolsheim blickt auf eine über vierhundertjährige Geschichte zurück: Seit 1625 wird hier im Herzen Rheinhessens Wein angebaut, inzwischen in der dreizehnten Generation. Johannes Gröhl führt den Betrieb mit Leidenschaft und Innovationsgeist und hat das Gut konsequent auf naturnahe Bewirtschaftung ausgerichtet. Ab dem Jahrgang 2025 wird das Weingut offiziell bio-zertifiziert sein – ein Schritt, der die langjährige Praxis aus Begrünung, Biodiversitätsförderung und konsequenter Ertragsreduzierung nun auch formal bestätigt. Das Credo des Hauses ist klar formuliert: Weine schaffen, die begeistern, authentisch und geprägt von ihrer Herkunft, nicht von Kellertechnik. Weinolsheim liegt in unmittelbarer Nähe zu Nierstein, einem der traditionsreichsten Weinorte Rheinhessens, dessen Kalksteinböden nicht nur für Riesling, sondern auch für Burgundersorten und Chardonnay hervorragende Bedingungen bieten. Der Gröhl Niersteiner Chardonnay ist ein Ortswein, der diese Herkunft klar und unverfälscht widerspiegelt – spontan vergoren, im Barrique gereift und unfiltriert abgefüllt, aus einer der ältesten Winzerfamilien Rheinhessens.
Lage
Die Trauben für den Niersteiner Chardonnay stammen aus den Weinbergen rund um Nierstein, einer der bekanntesten Weinbaugemeinden Rheinhessens, die sich entlang des Rheinufers erstreckt und durch ihre exponierten Hanglagen seit Jahrhunderten zu den Spitzenlagen der Region zählt. Der Boden besteht aus Kalkstein, einem für Chardonnay idealen Untergrund, der weltweit in den bedeutendsten Chardonnay-Regionen von Burgund bis Chablis die besten Ergebnisse liefert. Der Kalkstein sorgt für eine hervorragende Drainage, zwingt die Wurzeln des Chardonnays in die Tiefe und verleiht dem Wein eine ausgeprägte mineralische Signatur mit feiner Salzigkeit. Gleichzeitig speichert der Kalkboden Wärme und gibt sie nachts an die Reben ab, was eine gleichmäßige Ausreifung der Chardonnay Trauben fördert. Die konsequente Ertragsreduzierung, die Johannes Gröhl in seinen Weinbergen praktiziert, konzentriert die Aromen zusätzlich und führt zu physiologisch reifen Trauben mit natürlicher Dichte. Die naturnahe Bewirtschaftung mit Begrünung zwischen den Rebzeilen fördert ein vitales Bodenleben, das die mineralischen Nuancen des Kalksteins noch deutlicher in den Chardonnay überträgt. Die Kombination aus Niersteiner Kalksteinböden, der naturnahen Bewirtschaftung und der Ertragsreduzierung verleiht diesem Chardonnay seinen charaktervollen Charakter – mineralische Spannung, Nierstein, Rheinhessen, deutscher Lagenchardonnay.
Herstellung
Johannes Gröhl vinifiziert den Niersteiner Chardonnay mit einem puristischen Ansatz, der maximales Vertrauen in die Traubenqualität und die natürlichen Hefen voraussetzt. Die Vergärung erfolgt spontan in Barrique-Fässern, ohne den Einsatz von Reinzuchthefen – ein Vorgehen, das dem Chardonnay eine zusätzliche Komplexitätsebene verleiht und die Herkunft aus den Niersteiner Kalksteinlagen ungefiltert in den Wein überträgt. Der Ausbau im Barrique über fünfzehn Monate auf der Hefe gibt dem Chardonnay Struktur, cremige Textur und eine dezente Holzwürze, ohne die Sortentypizität zu überlagern. Der verlängerte Hefekontakt ist bei diesem Chardonnay besonders wirkungsvoll: Er verdichtet das Mundgefühl und verleiht dem Wein eine seidige Geschmeidigkeit, die sich mit der Kalksteinmineralität zu einem spannungsreichen Zusammenspiel verbindet. Die späte und minimale Schwefelung schützt den Wein nur so weit wie nötig und bewahrt die lebendige, leicht reduktive Stilistik, die Johannes Gröhl bewusst anstrebt. Die unfiltrierte Abfüllung rundet den naturnahen Kelleransatz ab und erhält die feinen Texturnuancen, die eine Filtration abschwächen würde. Spontangärung im Barrique, fünfzehn Monate Hefelager und unfiltrierte Abfüllung entwickeln einen Chardonnay von mineralischer Spannung und cremiger Tiefe – Johannes Gröhl, Niersteiner Ortswein, Rheinhessen.
Verkostungsnotiz
Im Glas zeigt sich der Niersteiner Chardonnay in einem satten Goldgelb mit leicht trüben Reflexen, die auf die unfiltrierte Abfüllung hinweisen und sofort den handwerklichen Charakter dieses Weins signalisieren. In der Nase eröffnet sich ein komplexes Bouquet mit einer leicht reduktiven Note beim ersten Schnuppern – ein Stilmerkmal, das auf die minimale Schwefelung zurückgeht und nach kurzer Belüftung einem vielschichtigen Aromenspektrum Platz macht. Reife Birne und Quitte bilden das Fruchtfundament, ergänzt durch Nuancen von Haselnuss, Bienenwachs und einem feinen Hauch Brioche aus der fünfzehnmonatigen Barrique-Reifung. Dahinter schimmert eine kühle, steinige Mineralität, die den Kalksteinboden der Niersteiner Lagen widerspiegelt. Am Gaumen überrascht der Gröhl Niersteiner Chardonnay mit einer bemerkenswerten Spannung: Der Wein ist gleichzeitig cremig und spritzig, dicht und lebendig. Aromen von getrockneten Aprikosen und Nüssen entfalten sich am Gaumen und verbinden sich mit der mineralischen Salzigkeit des Kalksteins zu einem vielschichtigen Geschmacksbild. Das lange Hefelager steuert eine seidige Textur bei, die den Chardonnay geschmeidig über den Gaumen trägt, während die lebendige Säure für Trinkfluss und Frische sorgt. Der Abgang ist lang, mineralisch geprägt und klingt mit einer feinen Nussigkeit aus, die zum nächsten Schluck einlädt. Ein Wein von Gröhl – spontan vergorener Chardonnay aus Niersteiner Kalkstein, Johannes Gröhl, fünfzehn Monate Barrique, unfiltriert, Rheinhessen, Ortswein.
Speiseempfehlung
Die cremige Textur und die mineralische Spannung des Niersteiner Chardonnay machen diesen Wein zu einem hervorragenden Begleiter für gehaltvolle Gerichte, die einen Weißwein mit Rückgrat und Komplexität verlangen. Besonders eindrucksvoll harmoniert er mit kräftigem Ziegenkäse auf Ofengemüse, wo die Nussaromen des Chardonnays die Erdigkeit des Käses spiegeln und die lebendige Säure seine Cremigkeit schneidet. Ebenso empfehlenswert ist die Kombination mit Pasta mit frisch gehobeltem Trüffel, bei der die Barrique-Nuancen und die Aprikosenfrucht des Weins eine aromatische Brücke zur Umami-Tiefe des Trüffels bauen. Zu einem feinen Rumpsteak mit Kräuterbutter zeigt dieser Chardonnay, dass ein mineralisch geprägter Weißwein Rotwein mühelos ersetzen kann – die Tannin-ähnliche Struktur aus Barrique und Hefelager ergänzt das gegrillte Fleisch überraschend stimmig. Auch zu Hummer mit Beurre blanc, einem Risotto mit Steinpilzen und Parmesan oder gebackenem Blumenkohl mit Tahini und Mandeln entfaltet der Niersteiner Chardonnay seine volle Stärke. Cremige Barrique-Tiefe, Kalksteinmineralität und die lebendige Spannung eines unfiltriert abgefüllten Chardonnays aus Nierstein. Serviert bei etwa zehn bis zwölf °C.
- Typ
- Weisswein
- Land / Region
- Deutschland, Rheinhessen
- Rebsorten
- Chardonnay
- Ausbau
- Spontanvergärung im Barrique
- Allergene
-
enthält Sulfite
- Alkohol-Gehalt
- 12,0%
- SKU
- 2563
- EAN
- Hersteller
- Gröhl
- Adresse Weingut
- Weingut Eckehart und Johannes Gröhl | Uelversheimer Straße 4 | D-55278 Weinolsheim
| Nährwertangaben | je 100 ml |
|---|---|
| Brennwert | 305kJ / 73kcal |
| Fett | <0,5g |
| davon gesättigte Fettsäuren | <0,5g |
| Kohlenhydrate | 1,2g |
| davon Zucker | 0,2g |
| Eiweiß | <0,5g |
| Salz | <0,5g |
| Zutaten | Trauben, Antioxidationsmittel: Sulfite. |