Kategorie: Grüner Veltliner

Österreichs Antwort auf die Welt

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Kein anderer Name verrät so viel Verwirrung über eine Rebsorte wie der des Grünen Veltliners. Weder mit dem Roten Veltliner verwandt noch, wie lange vermutet, eine Muskatellersorte, verdankt Österreichs Nationalrebe ihre wahre Herkunft einem einzigen, fast vergessenen Rebstock, den man erst im Jahr 2000 zufällig im Gestrüpp des Burgenlands wiederfand.

Auf einen Blick

Grüner Veltliner ist die meistangebaute und wichtigste autochthone weiße Rebsorte Österreichs, mit rund 14.000 bis 14.400 Hektar Rebfläche entspricht sie etwa 30 Prozent der gesamten österreichischen Rebfläche. Trotz des irreführenden Namens ist die Sorte genetisch nicht mit dem Roten oder Frühroten Veltliner verwandt, der eigentlich botanisch korrekte Name lautet Weißgipfler, benannt nach den weißlich-wollig behaarten Triebspitzen. DNA-Analysen aus dem Jahr 1998 identifizierten Traminer als ein Elternteil, das zweite blieb lange unbekannt, bis im Jahr 2000 ein einzelner, stark verwitterter alter Rebstock bei St. Georgen am Leithagebirge im Burgenland entdeckt und 2007 genetisch als zweite Elternsorte bestätigt wurde, seither als St.-Georgener-Rebe bezeichnet. Die wichtigsten Anbaugebiete liegen entlang der Donau in Niederösterreich: Wachau, Kremstal, Kamptal, Traisental, Wagram und das Weinviertel, wo mit dem Jahrgang 2002 der erste DAC-Wein Österreichs überhaupt, der Weinviertel DAC, aus Grünem Veltliner eingeführt wurde. Favino.de führt Grüner Veltliner aus mehreren österreichischen Spitzenlagen im Sortiment.

Herkunft und Geschichte

Die Existenz einer als Veltliner bezeichneten grünen Rebe lässt sich in Österreich bereits für das 16. Jahrhundert vermuten, wobei frühere historische Nennungen des Begriffs "Veltliner" meist den Roten Veltliner meinten, was zu erheblicher Verwirrung in der Sortengeschichte führte. Über weite Strecken des 18. und frühen 19. Jahrhunderts wurde die Sorte stattdessen unter dem Namen Grüner Muskateller geführt, obwohl sie geschmacklich keinerlei Muskatton besitzt, ein Irrtum, der sich bis in die 1930er Jahre hielt. Der Name Grüner Veltliner in seiner heutigen Form taucht erstmals in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Aufzeichnungen auf. Die Sorte etablierte sich rasch als robuste, ertragreiche Alternative zum bis dahin dominierenden Weißen Heunisch, da sie deutlich widerstandsfähiger gegen Traubenfäulnis war, sodass um 1825 in Pressburg Winzern angeblich erst dann die Heirat gestattet wurde, wenn sie mindestens ein Viertel ihrer Rebfläche mit Grünem Veltliner bestockt hatten. Bis in die 1950er Jahre blieben die Anbauflächen dennoch überschaubar, der eigentliche Aufschwung der Sorte begann erst mit der Einführung des Hochkultur-Erziehungssystems durch Lenz Moser in den 1950er Jahren, das eine effizientere, maschinengerechte Bewirtschaftung ermöglichte und die Sorte in Niederösterreich zur unangefochtenen Nummer 1 machte.

Charakter und typische Aromen

Grüner Veltliner gilt als ausgesprochenes Stilchamäleon, dessen Charakter stark von Lage, Ertrag und Erntezeitpunkt abhängt und ein Spektrum von leicht-spritzigen Alltagsweinen bis zu komplexen, jahrzehntelang lagerfähigen Spitzengewächsen abdeckt. Namensgebend für den unverwechselbaren Charakter der Sorte ist die sogenannte Pfeffernote, umgangssprachlich als "Pfefferl" bekannt, verursacht durch die Aromaverbindung Rotundon, dieselbe Substanz, die auch dem Syrah seine würzige Pfeffernote verleiht. Ergänzt wird diese Würze durch Aromen von grünem Apfel, Zitrusfrüchten, gelbem Steinobst und frischen Kräutern, bei reiferen oder wärmer gewachsenen Ausprägungen auch durch tropische Noten von Mango und Maracuja. Leichtere, frischere Stile mit ausgeprägter Mineralität und deutlicher Pfeffernote sind besonders typisch für das Weinviertel, während komplexere, intensivere und salzig-mineralische Ausprägungen aus den renommierten Regionen Wachau, Kremstal und Kamptal stammen und dabei durchaus Ähnlichkeiten mit großem weißem Burgunder zeigen können. Die Lagerfähigkeit hochwertiger Grüner Veltliner wurde lange unterschätzt, gut gemachte Weine aus den Toplagen der Wachau können sich in der Flasche bis zu 20 Jahre und länger weiterentwickeln und zeigen bei Verkostungen selbst in fortgeschrittenem Alter erstaunliche Frische.

Anbaugebiete entlang der Donau

Die Wachau gilt als das prestigeträchtigste Anbaugebiet für Grüner Veltliner, wo auf kargen Urgesteinsterrassen entlang der Donau elegante, mineralische Weine mit großem Lagerpotenzial entstehen, klassifiziert nach den 3 hauseigenen Reifestufen Steinfeder, Federspiel und Smaragd, wobei die Smaragd-Weine als besonders konzentriert und langlebig gelten. Kremstal und Kamptal bringen fruchtbetonte, feinwürzige und spannungsgeladene Varianten hervor, während das Traisental, Österreichs jüngstes Weinbaugebiet, für einen frischen, spritzigen Veltliner-Typ auf mineralischen Kalkböden geschätzt wird. Am Wagram reifen auf mächtigen Lössböden körperreiche, würzige Weine, während das Weinviertel, die flächenmäßig größte Weinregion Österreichs, für den klassischen, frischen und zugänglichen Stil mit ausgeprägter Pfeffernote bekannt ist und mit dem Weinviertel DAC 2002 die erste geschützte Herkunftsbezeichnung Österreichs überhaupt hervorbrachte. Außerhalb Österreichs spielt Grüner Veltliner nur eine untergeordnete Rolle, mit größeren Beständen in Tschechien, der Slowakei und Ungarn sowie kleineren Anpflanzungen in Deutschland, insbesondere Rheinhessen, sowie vereinzelt in Norditalien, den USA, Neuseeland und Kanada.

Grüner Veltliner als Speisebegleiter

Grüner Veltliner gilt als einer der vielseitigsten Speisebegleiter überhaupt, seine Kombination aus Würze und Frische macht ihn zum idealen Partner für Fisch, Geflügel, Spargel und die traditionelle Wiener Küche, allen voran das klassische Wiener Schnitzel. Auch zu asiatischer Küche mit ihren würzigen und leicht scharfen Aromen zeigt sich die Sorte dank ihrer eigenen Pfeffernote überraschend harmonisch. In Niederösterreich dient Grüner Veltliner zudem häufig als Basis für Sekt, dessen frische Säure und würzige Aromatik sich gut für die Versektung eignen.

Häufig gestellte Fragen zu Grüner Veltliner

Ist Grüner Veltliner mit dem Roten Veltliner verwandt? Nein, trotz des ähnlichen Namens besteht keine genetische Verwandtschaft zwischen Grünem und Rotem Veltliner, der botanisch korrekte Name des Grünen Veltliners lautet Weißgipfler.

Woher stammt die Rebsorte Grüner Veltliner? Genetische Analysen zeigten, dass die Sorte aus einer natürlichen Kreuzung von Traminer mit einer bis 2000 unbekannten, bei St. Georgen am Leithagebirge im Burgenland entdeckten alten Rebe entstand, seither als St.-Georgener-Rebe bezeichnet.

Was ist die typische Pfeffernote beim Grünen Veltliner? Die charakteristische, an schwarzen Pfeffer erinnernde Würze wird durch die Aromaverbindung Rotundon verursacht, dieselbe Substanz, die auch dem Syrah seine pfeffrige Note verleiht.

Welches ist das bedeutendste Anbaugebiet für Grüner Veltliner? Die Wachau gilt als prestigeträchtigste Region mit der eigenen Klassifikation Steinfeder, Federspiel und Smaragd, während Kremstal und Kamptal für spannungsgeladene, elegante Weine bekannt sind.

Ist Grüner Veltliner lagerfähig? Ja, entgegen früherer Annahmen können hochwertige Grüne Veltliner aus Toplagen wie der Wachau bis zu 20 Jahre und länger reifen und dabei bemerkenswerte Frische bewahren.

Wozu passt Grüner Veltliner am besten? Dank seiner Kombination aus Würze und Frische passt die Sorte hervorragend zu Fisch, Geflügel, Spargel, Wiener Schnitzel und asiatischer Küche.

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