Kategorie: Barbera

Vom Alltagswein zum Piemont-Star

2 Produkte
  • BIO
    NEU
    Enzo Boglietti - Barbera d’Alba 2023 BIO
    Weingut Enzo Boglietti, Piemont La Morra, Barbera d'Alba DOC, dunkle Flasche mit weißem Etikett und Schriftzug
    Verkäufer
    Enzo Boglietti
    Normaler Preis
    €14,95
    Sonderpreis
    €14,95
    Normaler Preis
    Einzelpreis
     0,75L | pro L
    Ausverkauft
  • Alberto Burzi - Barbera d ́Alba DOC Plaustra 2022
    Weingut Alberto Burzi, Piemont Alba, Barbera DOC, dunkle Flasche mit cremefarbenem Etikett, weinroten Akzenten, kreisförmiger Illustration und Schriftzug
    Verkäufer
    Burzi
    Normaler Preis
    €17,50
    Sonderpreis
    €17,50
    Normaler Preis
    Einzelpreis
     0,75L | €23,33pro L
    Ausverkauft

Kaum eine italienische Rebsorte hat einen so eindrucksvollen Imagewandel vollzogen wie Barbera. Lange als einfacher Tafelwein für den Alltag abgetan, zählt sie heute im Piemont zu den ernstzunehmenden Gegenspielern von Barolo und Barbaresco, oft mit einem weit besseren Preis-Genuss-Verhältnis.

Auf einen Blick

Barbera ist eine autochthone rote Rebsorte aus dem norditalienischen Piemont und gilt dort mit rund einem Drittel der insgesamt 50.000 bis 53.000 Hektar Rebfläche als die meistangebaute Traube der Region, noch vor dem prestigeträchtigeren Nebbiolo. Erste schriftliche Belege reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als die Rebe unter dem Namen Barbexinis in Klosterurkunden der Region Monferrato dokumentiert wurde, auch wenn ihre genaue Herkunft zwischen Monferrato und dem lombardischen Oltrepò Pavese bis heute nicht abschließend geklärt ist. Italienweit belegt Barbera nach Sangiovese und Montepulciano Platz 3 unter den roten Rebsorten mit einer Gesamtfläche von rund 90.000 Hektar. Die 3 bekanntesten piemontesischen Herkunftsbezeichnungen sind Barbera d'Asti und Barbera del Monferrato Superiore, beide seit dem Jahrgang 2008 als DOCG klassifiziert, sowie Barbera d'Alba mit DOC-Status. Charakteristisch für die Sorte ist eine kräftige, natürliche Säure bei vergleichsweise geringem Tanningehalt, was Barbera-Weine auch bei intensiver Frucht angenehm zugänglich macht. Favino.de führt Barbera-Weine aus den klassischen piemontesischen Anbaugebieten im Sortiment.

Herkunft und Geschichte

Die Ursprünge der Barbera-Traube liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Region Monferrato im Herzen des Piemont, wo sie bereits im 13. Jahrhundert kultiviert wurde. Ein Eintrag im Archiv der Kathedrale Sant'Evasio in Casale Monferrato aus dem Jahr 1255 dokumentiert die Verpachtung von Rebland mit sogenannten "bonis vitibus barbexinis", auch wenn nicht zweifelsfrei erwiesen ist, ob es sich dabei tatsächlich um die heutige Barbera handelt. Eine alternative Hypothese verortet die eigentliche Heimat der Sorte stattdessen in der benachbarten lombardischen Region Oltrepò Pavese, worauf auch das historische Synonym Lombardesca hindeutet. Über Jahrhunderte hinweg galt Barbera als anspruchslose, ertragsstarke Rebe für den einfachen, ländlichen Alltagswein, eine Wahrnehmung, die sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch großflächigen, auf Menge statt Qualität ausgerichteten Anbau noch verfestigte. Speziell in den 1980er Jahren führten Überschüsse und sinkende Qualität zusätzlich zu niedrigen Preisen und einem angeschlagenen Ruf der Sorte. Den entscheidenden Wendepunkt brachten schließlich engagierte Winzer wie Angelo Gaja und Giacomo Bologna, die das bislang ungenutzte Qualitätspotenzial der Rebe erkannten und durch reduzierte Erträge, sorgfältige Selektion sowie den gezielten Einsatz von Barrique-Ausbau erstmals ernstzunehmende Spitzenweine aus Barbera schufen, wodurch die Sorte in den 1980er Jahren einen bemerkenswerten Qualitätsaufschwung erlebte.

Charakter und typische Aromen

Barbera-Weine zeigen sich im Glas tief rubinrot bis purpurfarben und zeichnen sich durch eine für Rotweine ungewöhnliche Kombination aus kräftiger, lebendiger Säure und vergleichsweise geringem Tanningehalt aus, was den Weinen trotz oft intensiver Frucht eine angenehme Zugänglichkeit verleiht. Typische Aromen umfassen Wildkirsche, Pflaume, Brombeere und schwarze Johannisbeere, ergänzt durch florale Noten von Veilchen sowie, insbesondere bei ausgereiften Trauben, Anklänge von feuchter Erde. Wird die Sorte im Barrique ausgebaut, treten zusätzlich Vanille- und Gewürznoten hinzu, die dem Wein mehr Struktur und Komplexität verleihen. Die charakteristische Säure der Barbera bleibt dabei selbst bei schneller Reife in heißem Klima weitgehend erhalten, ein Umstand, der ihr im Zusammenspiel mit dem kräftigen, teils rustikalen Piemont-Klima aus heißen Tagen und kühlen Nächten zugutekommt. Die Bandbreite der daraus entstehenden Weinstile ist beachtlich und reicht von stillen, trockenen Ausbauten über historisch verbreitete perlende Frizzante-Varianten bis hin zu lieblichen Abfüllungen, wobei im Piemont selbst nahezu ausschließlich reinsortige, trockene Weine erzeugt werden.

Die piemontesischen Herkunftsgebiete

Barbera d'Asti gilt als der typischste und zugleich eleganteste Vertreter der Sorte, geprägt von einer oft etwas höheren Säure, die den Weinen eine besondere Lebendigkeit verleiht, und gliedert sich in die 3 Unterzonen Nizza, Tinella und Astiano, wobei sich die ehemalige Superiore-Unterzone Nizza seit dem Jahrgang 2014 als eigenständige Herkunftsbezeichnung Nizza DOCG etabliert hat. Barbera d'Alba zeigt sich demgegenüber meist vollmundiger und kräftiger mit Aromen von dunklen Kirschen und würzigen Noten und gilt gemeinhin als besonders lagerfähig, während dem Nebbiolo in dieser Region traditionell die besten, wärmsten Lagen zugeteilt wurden und die Barbera-Trauben ungünstigere Standorte erhielten. Barbera del Monferrato bringt im Vergleich dazu meist leichtere, frischere und fruchtigere Weine hervor, die häufig als unkomplizierter Alltagswein geschätzt werden. Die Böden im Kernanbaugebiet zwischen Monferrato und dem Astigiano bestehen überwiegend aus kalkhaltigem Lehm, Sandstein und Mergel, eine Kombination, die für eine gute Wasserregulierung sorgt und die natürliche Säurestruktur der Trauben zusätzlich unterstützt. Barbera reift zudem rund 2 Wochen früher als Nebbiolo, weshalb die Lese im Piemont meist Ende September bis Anfang Oktober erfolgt, nach dem früher reifenden Dolcetto, aber noch vor dem spätreifenden Nebbiolo.

Barbera außerhalb des Piemont

Neben ihrer piemontesischen Heimat wird Barbera auch in der Lombardei, insbesondere im Oltrepò Pavese, sowie in der Emilia-Romagna, etwa in den Gebieten Colli Piacentini und Colli Bolognesi, kultiviert und macht damit landesweit rund 90.000 Hektar Rebfläche aus. In diesen Regionen sowie in weiteren italienischen Anbaugebieten wie Franciacorta, Valpolicella oder dem Trentino wird die Traube jedoch überwiegend als Verschnittpartner eingesetzt, um anderen Sorten zusätzliche Säurestruktur zu verleihen, statt sortenrein ausgebaut zu werden, eine klare stilistische Abgrenzung zur piemontesischen Praxis. International hat sich Barbera zudem in Übersee etabliert, insbesondere in Kalifornien, Argentinien, Mexiko, Brasilien, Australien und Südafrika, sowie in geringerem Umfang im französischen Languedoc und im spanischen Katalonien, wo mediterranes Klima und kalkhaltige Böden der robusten, anpassungsfähigen Rebe ebenfalls zusagen.

Barbera als Speisebegleiter

Dank ihrer markanten, erfrischenden Säure gilt Barbera als geradezu idealer Begleiter zur traditionellen, oft fettreichen piemontesischen Küche, etwa zu Gerichten mit Trüffeln, Risotto oder gefüllten Pasta-Spezialitäten wie Agnolotti. Auch zu rotem Fleisch, gereiftem Käse und würzigen Wildgerichten harmoniert die Sorte hervorragend, wobei kräftigere, im Barrique gereifte Barbera d'Alba-Weine auch anspruchsvolleren, fetthaltigeren Speisen problemlos standhalten. Leichtere Ausprägungen wie der Barbera del Monferrato eignen sich dagegen besonders gut für den unkomplizierten Alltagsgenuss zu einfacheren, mediterran geprägten Gerichten.

Häufig gestellte Fragen zu Barbera

Woher stammt die Rebsorte Barbera? Barbera stammt vermutlich aus der Region Monferrato im piemontesischen Kernanbaugebiet, wo sie bereits im 13. Jahrhundert dokumentiert wurde, auch wenn eine alternative Theorie ihre Herkunft im lombardischen Oltrepò Pavese vermutet.

Warum galt Barbera lange als zweitklassige Rebsorte? Aufgrund ihrer hohen Erträge wurde Barbera historisch vor allem für einfachen Tafelwein genutzt, bis engagierte Winzer wie Angelo Gaja und Giacomo Bologna in den 1980er Jahren durch reduzierte Erträge und Barrique-Ausbau ihr Qualitätspotenzial aufzeigten.

Was ist der Unterschied zwischen Barbera d'Asti, d'Alba und del Monferrato? Barbera d'Asti gilt als elegant mit lebendiger Säure, Barbera d'Alba als vollmundiger und lagerfähiger, während Barbera del Monferrato meist leichter und fruchtiger ausfällt und oft als Alltagswein dient.

Wie schmeckt ein typischer Barbera-Wein? Typisch sind kräftige Säure bei geringem Tanningehalt sowie Aromen von Wildkirsche, Pflaume und Brombeere, ergänzt durch florale Veilchennoten und, im Barrique-Ausbau, Vanille- und Gewürztöne.

Wird Barbera außerhalb des Piemont sortenrein ausgebaut? Selten, außerhalb ihrer piemontesischen Heimat, in der Lombardei und der Emilia-Romagna wird Barbera meist als Verschnittpartner eingesetzt, um anderen Rotweinen zusätzliche Säurestruktur zu verleihen.

Wozu passt Barbera am besten? Dank ihrer markanten Säure passt Barbera hervorragend zur piemontesischen Küche, etwa zu Trüffelgerichten, Risotto, rotem Fleisch und gereiftem Käse.

Widerrufsantrag einreichen

Füllen Sie das folgende Formular aus, um Ihren Widerrufsantrag einzureichen.